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"Er lernt jetzt auch schon seit zwei Jahren die deutsche Sprache und kann schon 'Guten Tag' sagen." (Über Gladbachs früheren ghanaischen Stürmer Lawrence Aidoo)
Hans Meyer trainiert seit Oktober Borussia Mönchengladbach © getty

Gladbachs Trainer kramte gegen Stuttgart tief in der Taktikkiste. Doch am Ende besiegte Stuttgart die Möchtegern-Defensivkünstler.

Stuttgart - Der Ertrag ist für Borussia Mönchengladbach gleich null, die Enttäuschung dafür umso größer.

Dabei gaben die Gladbacher in der Winterpause fünf Millionen Euro aus. Vier neue Spieler kamen.

Und doch missglückte der Start in die Rückrunde.

Das 0:2 (0:0) beim VfB war für das Schlusslicht bereits die fünfte Niederlage in Serie.ad

Gomez: "Ich habe mich gewundert"

Selbst gegen die verunsicherten Schwaben gelang nicht der erhoffte Befreiungsschlag - auch weil Trainer Hans Meyer ein äußerst antiquiertes System gewählt hatte.

"Gladbach kam mit einer Taktik von vor 80 oder 90 Jahren. Das habe ich nicht verstanden, die brauchen doch auch Punkte", wunderte sich Stuttgarts Torjäger Mario Gomez über das Defensiv-Konzept der Borussia.

Galasek spielte Libero

Bei Angriffen des VfB hatte sich Neuzugang Tomas Galasek noch als eine Art Libero hinter die Viererkette zurückfallen lassen (zum Spielbericht: Marica verhindert nächsten VfB-Rückschlag) .

67 Minuten hielt dieses Bollwerk um den 36 Jahre alten Tschechen, den Ex-Bremer Paul Stalteri und den neuen Torhüter Logan Bailly stand.

Doch dann stellten Ciprian Marica und schließlich Gomez (87.) vor 41.300 Zuschauern den Stuttgarter Erfolg sicher.

Meyer ließ schon in seiner Zeit in Nürnberg oft mit Viererkette plus Galasek spielen. Und der Coach war trotz des erneuten Rückschlags (zur Tabelle) nicht unzufrieden mit dem Rückrunden-Auftakt.

Meyer erkennt ein System

"Es war von uns 68 Minuten ein sehr, sehr ordentliches Spiel. Im Herbst waren wir noch nicht in der Lage, dies über so einen langen Zeitraum durchzuziehen. Es war ein System erkennbar", sagte der 66-Jährige.

Für seine Mauer-Taktik hatte Meyer 70 Minuten lang auf die offensivstarken Nationalspieler Marko Marin und Oliver Neuville verzichtet.

Marin meinte daraufhin nur: "Natürlich ist das nicht nachvollziehbar für mich, wenn ich nicht spiele. Aber ich muss es akzeptieren, wenn der Trainer so entscheidet."

"Herrlicher Fehler" des alten Fuchses

Und Meyer gestand ein, "dass wir in der ersten Halbzeit nicht 100 Prozent an uns geglaubt haben. Wenn man nur die letzten 20 Minuten betrachtet, war es ein verdienter Erfolg für Stuttgart."

In der Schlussphase habe der "alte Fuchs Meyer sogar noch einen herrlichen Fehler gemacht", meinte der Gladbacher Coach weiter: "Ich habe massiv Offensivkräfte gebracht, aber wir haben dadurch nicht die Offensive verbessert, vielmehr haben wir in der Defensive nicht mehr so gut gestanden und noch das 0:2 bekommen."

Erleichterung beim VfB

Der VfB und besonders VfB-Teamchef Markus Babbel nahmen die Geschenke dankend an. Zumal nach dem 1:5 im Pokal gegen den FC Bayern der Druck groß war.

"Man hat gemerkt, dass die Spieler verunsichert waren. Wir haben aber trotzdem gegen einen defensiven Gegner nie die Linie verloren und immer an uns geglaubt", meinte ein "hochzufriedener" Teamchef Babbel.

Die Mannschaft habe "Leidenschaft gezeigt und ist Wege gegangen, die weh tun", konstatierte der Europameister von 1996 sichtlich erleichtert.

Allerdings war Babbel nicht entgangen, "dass wir spielerisch noch Luft nach oben haben".

Beim VfB, der sich dem oberen Tabellendrittel wieder annähert, zählten nach der Demontage gegen die Bayern letztendlich aber nur die drei Punkte. Wie auch Torschütze Gomez trocken feststellte: "Nach dem Dienstag-Spiel war klar, dass es keine Gala wird."

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