Während die Borussen nichts aus früheren Fehlern gelernt haben, hat Leverkusen glänzende Perspektiven. Deshalb kommt Toni Kroos.

1996 blickte Bayer Leverkusen in den Abgrund, während Borussia Mönchengladbach von der Rückkehr der großen Zeiten träumte.

Die Leverkusener retteten sich erst am letzten Spieltag vor dem Abstieg. Gladbach hatte ein Jahr zuvor den DFB-Pokal gewonnen und beendete die Saison als Vierter.

Seitdem haben die beiden West-Rivalen nicht nur die Plätze getauscht, sondern diese Tendenz nahezu zementiert.

Der Abstieg der Gladbacher 1999 war kein Betriebsunfall. Vielmehr haben die "Fohlen" seitdem nicht mehr dauerhaft die Kurve bekommen.

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Vieles deutet daraufhin, dass der Tabellenletzte im Mai erneut den Gang in die Zweitklassigkeit antreten muss.

Offenbar hat der fünfmalige Deutsche Meister nichts aus den Fehlern der jüngeren Vergangenheit gelernt.

Wie unter dem unseligen Dick Advocaat wurden auch unter Hans Meyer in der Winterpause Millionen für No-Names und Altstars aus dem Ausland ausgegeben.

Identifikationsfiguren wie Rösler, Voigt oder Neuville wurden dafür weggeschickt oder auf die Bank gesetzt, Eigengewächse wie Marin haben ebenfalls das Nachsehen.

Und nun sucht Meyer sein Heil in "einer Taktik von vor 80, 90 Jahren", wie Stuttgarts Mario Gomez zu Recht zu der Mauerformation mit Libero anmerkte.

Genutzt hat es freilich nichts - nach dem 0:2 bleibt Gladbach Schlusslicht.

Ganz anders die Situation in Leverkusen, weil man dort eben nicht auf Altstars aus dem Ausland, sondern auf Eigengewächse wie Castro und Adler sowie hoffnungsvolle Youngster wie Helmes und Kießling setzt.

Das reicht dann vielleicht noch nicht zum Sprung nach ganz oben, wie die zum wiederholten Mal verschenkten Punkte beim 1:1 in Dortmund zeigten.

Aber das Bayer-Team hat so eine glänzende Perspektive, dass ein Spieler wie Toni Kroos die Leverkusener explizit den zahlreichen anderen Angeboten aus dem In- und Ausland vorzog.

Die Bayern werden den Verlust des Super-Talents angesichts ihres Überangebotes an Topspielern im Mittelfeld verkraften können.

Und sie werden auch den Rückschlag der 0:1-Niederlage in Hamburg verkraften können.

Doch der Sieg der Hanseaten nährt die Hoffnung auf eine spannende Rückrunde, zumal auch Spitzenreiter Hoffenheim und der neue Tabellenzweite Hertha BSC auf Erfolgskurs bleiben.

Vielleicht greift ja auch Leverkusen noch mal ins Titelrennen ein - dank der Qualitäten und des Bayern-Siegergens des Neuzugangs aus München.

Jung, hochtalentiert, hungrig, deutsch - Toni Kroos vereinigt in seiner Person praktisch alles, was in Gladbach fehlt.

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