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Marko Pantelic schoss für Hertha seine Saisontore fünf und sechs © getty

Herthas Doppeltorschütze Pantelic schien die Verbannung auf die Bank zu drohen - aber Coach Favre vertraute seiner Intuition.

Von Martin Hoffmann

München/Berlin - Marko Pantelic ist jemand, der die große Geste mag.

Bei seinem Führungstreffer für Hertha BSC gegen Eintracht Frankfurt zeigte sich diese Vorliebe erneut, indem er hinterher ein Herz mit seinen Händen in die Luft malte.

Es war aber eine Liebeserklärung an seine schwangere Frau, nicht an die Berliner.

Die holte der Doppeltorschütze (DATENCENTER: Spielerporträt) dann nach dem 2:1-Sieg nach (Spielbericht), als er festhielt, dass er sich vorstellen könnte, "mein ganzes Leben mit meiner Familie in Berlin zu bleiben".

Nur um dann nachzuschieben: "Aber das ist eine sportliche Frage." Und das "alles offen" wäre.

Einsatz stand in Frage

Dass die Hertha aktuell nicht auf Pantelic verzichten kann, merkt man allein daran, dass Trainer Lucien Favre trotz seines bekannt frostigen Verhältnisses zu dem Serben immer wieder auf ihn setzt.

Auch vor dem Frankfurt-Spiel stand Pantelics Einsatz in Frage - einerseits weil er in der Wintervorbereitung torlos geblieben und von Verletzungen zurückgeworfen worden war.

Andererseits weil er vor dem Spiel mal wieder durch einen kreativen Umgang mit den internen Vereinsregeln auffiel - und 2000 Euro zahlen musste, nachdem er den Zapfenstreich bei der Geburtstagsfeier von Gojko Kacar um mehrere Stunden überzog.

"Es war meine Intuition"

Aber Favre stellte Pantelic trotzdem auf: "Es war meine Intuition, ihn spielen zu lassen", begründete er. Und Pantelic zahlte das Vertrauen zurück.

Er schoss seine Saisontore fünf und sechs, holte einen Elfmeter heraus - den sein Teamkollege Cicero allerdings verschoss - und sorgte auch sonst immer wieder für Unruhe in der noch uneingespielten Frankfurter Abwehr.

"Sehr viel mehr kann man von einem Stürmer nicht erwarten. Ich bin froh, dass er da ist", lobte Manager Dieter Hoeneß, der demnächst noch einmal in Verhandlungen über eine potenzielle Vertragsverlängerung mit Pantelic gehen wird.

Das gleiche Muster

Dank Pantelics Vollstrecker-Qualitäten hat die Hertha ihre beinahe unheimliche Erfolgsserie fortgesetzt.

Es war Berlins siebter Heimsieg in Folge, der den Hauptstadtklub nun sogar auf Platz zwei katapultiert hat (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle) - und es war ein Sieg, der wieder genau nach dem Muster verlaufen ist, mit dem sich Hertha die beste Hinrundenbilanz ihrer Geschichte erarbeitet hat.

Ein knapper Erfolg, ermöglicht durch eine - außer beim Anschlusstor von Ex-Herthaner Benjamin Köhler - immer sicher stehende Abwehr und vereinzelte, aber effiziente Vorstöße nach vorne.

"Meister der Effektivität"

Diese Qualität musste hinterher auch Eintracht-Coach Friedhelm Funkel anerkennen: "Die Berliner waren heute Meister der Effektivität", lobte er.

Beide Male fielen die Gegentor in Phasen, in denen eigentlich Frankfurt das Spiel in der Hand hatte - aber kein Mittel fand, die Hertha-Abwehr aus der Fassung zu bringen.

Die Hessen konnten sich immerhin zugute halten lassen, dass sie sich nach dem 0:2 mit dem schnellen Anschlusstreffer zurückkämpften und Hertha bis zum Schluss um den Dreier zittern ließen.

Neuzugänge mit vielversprechenden Debüts

Dazu gaben Frankfurts Neuzugänge vielversprechende Premierenvorstellungen.

Der serbische Verteidiger Nikola Petkovic schirmte die linke Seite gut ab und schaltete sich auch in der Offensive mehrmals erfolgreich ein.

Und der eingewechselte Stürmer Leonard Kweuke aus Kamerun hätte in der 70. Minute mit einem Flugkopfball sogar fast den Ausgleichstreffer geschafft.

Keeper Jaroslav Drobny allerdings parierte - und sorgte dafür, dass die Pantelic-Show ungetrübt blieb.

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