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Boubacar Sanogo (l.) erzielte gegen Energie Cottbus beim 2:0 sein zweites Saisontor © imago

Vom Hinrunden-Glanz ist bei Hoffenheims Arbeitssieg gegen Cottbus wenig übrig. Trainer Ralf Rangnick ist trotzdem zufrieden.

Von Matthias Becker

München - So hatte sich Dietmar Hopp die Bundesliga-Premiere in seinem Schmuckkästchen nicht vorgestellt.

Nach dem ersten Pflichtspiel in der Rhein-Neckar Arena saßen die Spieler von Herbstmeister 1899 Hoffenheim ausgepumpt auf dem erstaunlich ramponierten nagelneuen Rasen.

Dank einer willensstarken Leistung hatten die Hoffenheimer Abstiegskandidat Energie Cottbus klein gehalten und ließen sich von den gut 30.000 Zuschauern als Bundesliga-Tabellenführer feiern. (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle)

Vom Glanz der Hinrunde war allerdings wenig geblieben, vielmehr war der 2:0-Sieg harter Arbeit (zum Spielbericht) über 90 Minuten geschuldet und schmeckte eher nach Apfelschorle als nach Champagner.

Hopp und Rangnick uneinig

"Mit attraktivem Fußball haben wir uns in die Herzen gespielt. So soll es weitergehen", forderte Klub-Mäzen Hopp deshalb sogleich eine Verbesserung der spielerischen Leistung.

Bei Trainer Ralf Rangnick war er mit dieser Forderung an der falschen Adresse. "Wir wussten, dass wir auf einen sehr defensiv ausgerichteten und zweikampfstarken Gegner treffen und auch etwas Geduld brauchen", zeigte sich Rangnick hochzufrieden mit seinem Team:

"Die Mannschaft hat alle Tugenden gezeigt, die uns auch letztes Jahr ausgezeichnet haben. Der Zauberfußball kommt hoffentlich dann später wieder."

Ideenarmut im Mittelfeld

Von einem Rückschritt wollte Rangnick nichts wissen. "Der Fußball, den wir vielleicht im Oktober oder November gezeigt haben, war heute nicht gefragt", erklärte der Coach, der den Ausfall der Kreativkräfte Chinedu Obasi (Muskelfaserriss im Oberschenkel) und Carlos Eduardo (Sperre) kompensieren musste.

Beide hätten dem Aufsteiger gegen die lange Zeit sehr geschickt verteidigenden Cottbuser gut zu Gesicht gestanden. Als Reaktion auf die Ausfälle hatte Rangnick vom üblichen 4-3-3 auf ein 4-4-2 mit Mittelfeldraute umgestellt, mit Kapitän Selim Teber hinter den Spitzen.

Allerdings brachten die Gastgeber vor allem in Hälfte eins aus dem Spiel heraus keine konstruktiven Aktionen zu Stande. Die Ideen von Eduardo wären gegen die bissigen Gäste dringend nötig gewesen.

Starker Einstand von Sanogo

Trotz aller Unzulänglichkeiten im Spiel nach vorne fanden die Hoffenheimer aber einen Weg, den zwölften Saisonsieg herauszuspielen. Das werden auch all jene registriert haben, die dem Aufsteiger einen Einbruch in der Rückrunde vorhersagen.

Wichtiger Bestandteil des Erfolgs war Neuzugang Boubacar Sanogo (Spielerporträt), der in der 63. Minute das 2:0 erzielte. Der von Werder Bremen ausgeliehene Stürmer fügte sich gut ins Hoffenheimer Spiel ein und brachte die körperliche Präsenz mit, die gegen Cottbus nötig war

Gemeinsam mit dem ebenfalls erfolgreichen Sturmkollegen Demba Ba (28.) sorgte Sanogo dafür, dass der Ausfall von Top-Torjäger Vedad Ibisevic nicht so stark ins Gewicht fiel.

"Es war natürlich wichtig, dass Sanogo gleich im ersten Spiel trifft", stellte Rangnick fest. Sanogo freute sich über seinen gelungenen Einstand: "Ein Tor, drei Punkte, was will man mehr. Das wird mir Selbstvertrauen geben."

Hildebrand verletzt raus

Für den zweiten prominenten Winter-Neuzugang endete der Nachmittag nicht so erfreulich. Ex-Nationaltorhüter Timo Hildebrand kam nach nervösem Beginn gut in die Partie.

Als er bei einem Lattenschuss von Timo Rost (51.) alles riskierte und diesen entscheidend irritierte, verletzte er sich aber.

"Bisher gibt es den Verdacht auf eine Schambeinprellung. Wir hoffen natürlich dass es nichts Schlimmeres ist", sagte Rangnick.

Warten auf die Rückkehrer

Sollten sich diese Hoffnungen bestätigen, könnte Hildebrand schon am nächsten Samstag in Mönchengladbach wieder dabei sein. Dort erwartet den Tabellenführer eine ähnliche Aufgabe wie gegen Cottbus.

Spätestens am 20. Spieltag könnte dann aber die Forderung von Dietmar Hopp erfüllt werden: Dann gastiert Bayer Leverkusen in der Rhein-Neckar Arena, Obasi und Eduardo könnten bis dahin zurückkehren.

Die Partie gegen die spielstarken Rheinländer verspricht schon mehr Champagner-Fußball. Vorausgesetzt der Rasen spielt mit.

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