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Sergio Pinto (l., gegen Asamoah) verließ 2004 den FC Schalke © getty

Die Niederlage in Hannover verpasst den Schalkern gleich zum Rückrundenstart wieder einen Dämpfer. Trotzdem bleibt S04 ruhig.

Von Jessica Pulter

München/Hannover - Es hätte ein perfekter Start in die Rückrunde für Schalke 04 werden können.

Jefferson Farfan hatte die Führung nach nicht mal zwei Minuten auf dem Fuß, Levan Kobiashvili drosch den Pfosten-Abpraller übers leere Tor.

Der Schuss von Gerald Asamoah kurz darauf küsste noch die Latte und Heiko Westermanns Kopfball bedeutete Ballbesitz für Robert Enke.

Die ersten sechs Minuten bei Hannover 96 waren gespickt mit Großchancen für die Königsblauen, doch das Tor des Tages schoss Sergio Pinto (8.) für die Roten.

Schalke vergab weiter Chance um Chance, verlor am Ende aber mit 0:1 (0:1) bei den Niedersachsen und ist genau wieder an dem Punkt gelandet, an dem die Hinrunde abgeschlossen wurde.

Dämpfer statt Aufholjagd

Das Unvermögen vor dem 96-Tor sorgte gleich für einen gehörigen Dämpfer bei der angekündigten Aufholjagd auf die Champions-League-Plätze.

"Das war ein Rückschlag für uns, der sehr weh tut. Denn nach dem Pokal-Spiel in Jena und nach dem Training sind wir sehr hoffnungsvoll in die Partie gegangen", erklärte 04-Coach Fred Rutten.

Als Neunter steckt Schalke im Mittelmaß fest und kann am Sonntag noch weiter abrutschen.

Überlegende Schalker

Dabei machte die Spielweise der "Knappen" in Hannover trotz des frühen Rückstands Hoffnung auf mehr, vermutlich deshalb hielten sich die Unmutsbekundungen der Fans nach dem Abpfiff in Grenzen.

Die Gäste dominierten die Partie klar, während die ohne sechs Stammkräfte angetretenen Hannoveraner erst nach und nach ins Spiel fanden und es nach vorne hauptsächlich bei Kontern beließen.

Die Schalker, die im Mittelfeld auf Orlando Engelaar und Jermaine Jones verzichten mussten, waren insbesondere in der zweiten Halbzeit haushoch überlegen. Doch der Ausgleich wollte nicht fallen.

Nur 24 Treffer aus 18 Spielen

22 Mal schossen die Gäste aufs Hannoveraner Tor, 96 dagegen nur neun Mal. Die Partie knüpfte somit an die bisherige Saison von Schalke bestens an.

Denn mit 24 Treffern hat Königsblau die schlechteste Ausbeute aller Teams der oberen Tabellenhälfte vorzuweisen. Zum Vergleich: Hoffenheim hat mit 44 Treffern fast doppelt so viele Tore auf seinem Konto.

Schwere Heimwochen

Trotzdem wollten die Verantwortlichen diesen erneuten Rückschlag nicht überbewerten.

"Für den Klub ist es nicht förderlich, wenn man gleich nach dem ersten Spiel der Rückrunde immer wieder diese Diskussionen entfacht", meinte Manager Andreas Müller. "Wir haben noch 16 Spiele vor uns und davon neun zuhause."

Doch die nächsten Wochen werden für die Westfalen nicht einfacher, denn neben einer Auswärtspartie beim VfL Bochum warten im eigenen Stadion nun Werder Bremen und Borussia Dortmund.

Gelungenes Enke-Comeback

Matchwinner bei 96 war neben Torschütze Pinto, einem Ex-Schalker, Torwart Robert Enke.

Der Nationalspieler absolvierte nach seinem Kahnbeinbruch sein erstes Pflichtspiel für die Roten und stellte gleich seine Klasse unter Beweis, indem er einen scharfen Kopfball von Halil Altintop noch irgendwie zur Ecke klärte.

"Das hat richtig Spaß gemacht", sagte Enke. "Besser konnte ich mir mein Comeback nicht vorstellen."

Huszti vor Wechsel?

Hannover nahm nach dem erfolgreichen Rückrundenstart wieder etwas Abstand von den Abstiegsrängen und hat wieder Kontakt zum Mittelfeld. Mit Leon Andreasen verpflichteten sie zudem am Freitag noch einen Ex-Bremer für die Rückserie.

Allerdings könnte Szabolcs Huszti noch den "kleinen" HSV in Richtung "großer" HSV verlassen. 96 bestätigte ein Angebot des Hamburger SV und offenbar hat der Trainer schon mit dem Wechsel abgeschlossen.

"Es könnte sein, dass er uns verlässt, aber dann geht die Welt auch weiter", sagte Hecking. "Manchmal ist man halt der Verlierer."

Zumindest würde sich Huszti nach einem Sieg aus Hannover verabschieden und den Niedersachsen noch ein bisschen Ablöse einbringen.

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