Trotz Traum-Comeback: Alaba bangt um Platz
Vom FC Bayern berichtet Mathias Frohnapfel
München - David Alaba brüllte all seine Emotionen in diese Wiener Nacht.
Beim 4:0-Sieg Österreichs gegen Kasachstan hatte Bayerns Jungspund das dritte Tor geschossen ( Bericht), sich nach seiner Verletzungspause einen Adrenalinschub de luxe geholt.
Der 20-Jährige glänzte zudem als Vorbereiter von zwei Treffern
Doch ob Alaba auch in Düsseldorf (Sa., ab 15 Uhr im LIVE-TICKER) die Chance bekommt, für den FCB groß aufzuspielen, ist noch offen.
"Der Trainer weiß, was er macht", sagte Alaba zurückhaltend am Donnerstagmittag und versprach: "Ich werde im Training weiter Gas geben". ( DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle).
Heynckes skeptisch
Denn Jupp Heynckes sieht Alaba nach dessen Ermüdungsbruch im Fuß längst noch nicht komplett wiederhergestellt.
Der Bayern-Trainer ist überzeugt, dass der Defensivspezialist "noch Spiele braucht, um seine absolute Topform zu haben", wie er nach dessen Comeback für den FC Bayern im Test gegen Unterhaching (2:0) feststellte.
Mit Bienenfleiß bewältigte Alaba das WM-Qualifikationsspiel gegen Kasachstan, um so bescheidener gab er sich zwei Tage nach seiner fabulösen Rückkehr.
"Natürlich war es etwas Schönes mein erstes Nationalmannschaftstor zu machen", sagte er auf SPORT1-Nachfrage, doch wichtiger sei ja, dass Österreichs Chancen auf die WM 2014 wieder gestiegen seien.
Große Erleichterung bei Alaba
Auf dem Platz wirkt Alaba in vielen dynamischen Aktionen wie ein grelles Flutlicht, in der Runde mit den Reportern morst er lieber seine Botschaften wie mit einer kleinen Taschenlampe - so kurz sind da seine Sätze.
Immerhin ist herauszuhören, dass der Wiener während seiner Reha-Zeit "immer an sich geglaubt" hat und er "sehr glücklich und froh" über sein Comeback ist.
Die Bayern planen ihn langfristig wieder auf der linken Außenverteidigerposition ein, Heynckes muss dann auch nach einem neuen Platz für Holger Badstuber - womöglich in der Abwehrzentrale - Ausschau halten.
Alaba soll als Partner von Franck Ribery die linke Seite beherrschen, auch wenn er jetzt offen zugab: "Ich fühle mich im Mittelfeld wohler, weiß aber, dass der Trainer mich eher links hinten sieht."
Die Münchner wissen um Alabas Potzenzial auf der sonst so schwierig zu besetzenden Position am linken Rand der Viererkette.
Rekordserie im Blick
"David hat uns nicht überrascht", meinte Matthias Sammer nach Alabas Comeback im "kicker".
Ob der Österreicher jetzt auch gegen Düsseldorf spielt, ließ der FCB-Sportvorstand bewusst offen. "Das entscheidet der Trainer, aber sicher werden die nächsten Tage eine Rolle spielen."
Womöglich gibt Alaba auch den Bayern den entscheidenden Impuls, um ein kleines bisschen Geschichte zu schreiben. Siegen die Münchner beim Aufsteiger in Düsseldorf, haben sie als erstes Team überhaupt acht Mal in Folge zum Saisonauftakt gewonnen.
"Wir wollen uns selber für die harte Arbeit belohnen", betonte Alaba.
Boateng: Länderspiel ist Vergangenheit
Jerome Boateng ist dieser Gedanke ebenfalls sympathisch, auch wenn er die mögliche Bestmarke am Donnerstag kühl bewertete: "Wir schauen nicht auf Statistiken, wir wollen aber nach der Länderspielpause wieder gut starten."
Auf das Angebot Pommes mit Erdbeermarmelade zu verspeisen, hätte Bayerns Nationalspieler übrigens genauso reagiert wie auf die Frage nach dem vertrackten 4:4 in der WM-Quali gegen Schweden.
"Wir sind jetzt wieder bei Bayern, die Nationalmannschaft ist für mich abgehakt", sagte Boateng mit reichlich Nachdruck.
Robben fehlt weiterhin
Die Münchner müssen derweil wohl auch in Düsseldorf auf Arjen Robben verzichten.
"Es ist nichts Gravierendes, doch wir können nicht genau analysieren, wann die Schmerzen behoben sein werden", sagte Sammer dazu.
Robben hat nach Vereinsangaben am Donnerstag "intensive Laufeinheiten" absolviert, am Mannschaftstraining nahm der Niederländer aber nicht teil.
Der 28-Jährige leidet an muskulären Problemen im Oberschenkel, die vom Rücken ausgehen, und kam zuletzt beim 3:0-Sieg der Bayern Ende September gegen Wolfsburg zum Einsatz.
Franck Ribery nahm ebenfalls nicht am Mannschaftstraining teil und absolvierte nur eine leichte Laufeinheit.
Über den Einsatz des Edeltechnikers in Düsseldorf muss noch befunden werden.


