Büskens schöpft Kraft aus der Geschichte
Von Tobias Wiltschek
und Thorsten Mesch
München - Für Mike Büskens ist die Ausgangslage klar.
"Wenn man es ganz realistisch sieht, dann gehen wir in etwa 30 Spielen als Außenseiter in die Partie", sagt der Trainer von Greuther Fürth imi Gespräch mit SPORT1.
Dass er dazu auch die Begegnung bei 1899 Hoffenheim (ab 20 Uhr im LIVE-TICKER) zählt, ist nicht schwer zu erraten.
Schließlich haben die ambitionierten Kraichgauer ganz andere Ziele als der Aufsteiger aus Franken, der nach sieben Spieltagen am Ende der Tabelle klebt. ( DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle)
Chancen rechnet sich Büskens in der Rhein-Neckar Arena dennoch aus.
"Wir wollen uns dieser Aufgabe stellen, das ist uns in Mainz und Wolfsburg ganz ordentlich gelungen", erinnert der 44-Jährige an die Spiele, bei denen seine Mannschaft bislang die einzigen vier Punkte in dieser Saison geholt hat.
Noch keine großen Überraschungen
Ansonsten konnte der Bundesliga-Neuling noch nicht für die großen Überraschungen sorgen.
"Wir wissen, dass wir Potenzial haben, aber wir haben eine junge und unerfahrene Mannschaft, die sich in vollkommen neuen Situationen bewegt", meint Büskens.
Diese Erfahrungen seien nicht immer angenehm, dafür aber könne seine Mannschaft daraus umso mehr mitnehmen
Ob sie aus den insgesamt fünf Pleiten bisher gelernt hat, wird sich gegen Hoffenheim zeigen.
"Den Umgang mit Niederlagen lernen"
Büskens verweist bei SPORT1 darauf, dass man den Misserfolg auch richtig einordnen müsse.
"Du musst den Umgang mit Niederlagen erst lernen. Natürlich nimmt es dich emotional mit, aber du musst eine rationale Denkweise entwickeln, weil du auf Gegner wie Bayern oder Schalke getroffen bist, die halt eine andere Qualität haben."
Büskens will Positives zurückholen
Zumindest wissen die Fürther, wie sich ein Sieg in Sinsheim anfühlt. In der vergangen Saison gewannen die "Kleeblätter" dort im Viertelfinale des DFB-Pokals.
"Ich werde sicher noch einmal darauf hinweisen", will Büskens das Erfolgserlebnis in die Köpfe seiner Spieler zurückholen.
Als Psychologe und Pädagoge ist derzeit vor allem auch sein Kollege Markus Babbel gefordert, wenn auch aus anderen Gründen.
Babbel greift durch
Einerseits steht die gesamte Mannschaft immer noch unter dem Eindruck des tragischen Unfalls von Boris Vukcevic, der mittlerweile zumindest außer Lebensgefahr ist.
Andererseits hat der Trainer des derzeitigen Tabellen-13. mit Disziplinlosigkeiten seiner Spieler zu kämpfen.
Sven Schipplock ohrfeigte im Training Patrick Ochs, Tobias Weis wurde von Babbel in die U-23-Mannschadft degradiert.
Salihovic und Williams gesperrt
Dazu kommen die Sperren von Sejad Salihovic und Daniel Williams.
"Der Saisonstart war alles andere als erfolgreich, daran haben wir noch zu knabbern", gibt Abwehrspieler Andreas Beck bei SPORT1 zu.
"Wir haben ein Heimspiel, da wollen wir daran festhalten, was wir in den letzten Wochen gemacht haben: hoch zu attackieren, Forechecking zu spielen und so zu Chancen zu kommen."
Es sei allerdings schwer, gegen Mannschaften zu spielen, "die ganz unten drin hängen. Da werden Kleinigkeiten entscheiden - am besten für uns."
Die voraussichtlichen Aufstellungen:
Hoffenheim: Wiese - Beck, Delpierre, Compper, Johnson - Chris, Rudy - Volland, Firmino (Derdiyok), Usami (Schröck) - Joselu
Fürth: Grün - Nehrig, Kleine, Mavraj, Schmidtgal - Fürstner - Mikkelsen, Prib, Stieber - Edu, Sararer


