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Felix Magath ist seit 2007 Trainer und Geschäftsführer beim VfL Wolfsburg © getty

Im DSF-Doppelpass spricht Wolfsburgs Trainer Felix Magath über die Regelauslegung in der Bundesliga und seinen Disput mit dem DFB.

München - Das nicht gegebene Tor von Stürmer Luca Toni beim 0:1 seines FC Bayern beim HSV war einer der Aufreger des 18. Spieltags.

"Ich glaube, dem Spiel würde es besser tun, dem Zuschauer würde es besser tun, wenn solche Szenen auch durchgehen können und wenn dann kein Pfiff folgt", ergreift Felix Magath Partei für den Italiener.

Der Cheftrainer des VfL Wolfsburg äußert sich im DSF-Doppelpass kritisch zur Regelauslegung in der Bundesliga, zu seinem Disput mit dem DFB, sowie zur Personalpolitik und dem aktuellen Bundesliga-Geschehen.

Magath im DSF-Doppelpass über:

...die Regelauslegung in der Bundesliga:

"Wir müssen in der Bundesliga eine klare Linie schaffen, was wir pfeifen und wie wir pfeifen. Ich glaube, dem Spiel würde es besser tun, dem Zuschauer würde es besser tun, wenn solche Szenen (Tor von Grafite und abgepfiffenes Tor von Luca Toni, Anm. d. Red.) auch durchgehen können und wenn dann kein Pfiff folgt. Ich bin gegen diese Regelauslegung und ich bin gegen die Bestrafung. Ich finde, es müsste bei geringeren Vergehen mehr Geldstrafen geben. Mit Spielsperren, wie jetzt bei Olic, nehmen wir dem Publikum Spieler, die das Publikum sehen will. Das halte ich für unverhältnismäßig. Ich bin sicher, dass wir auch mit Geldstrafen genau den Spieler treffen."

...seinen Streit mit dem DFB:

"Ich wurde zu 10.000 Euro verdonnert. Da habe ich gesagt: 'Das ist mir zu viel. Ich gehe in Berufung.' Dann wurde ich vorgeladen und wurde ? vielleicht ein bisschen übertrieben ? zwei Stunden lang nur gelobt. Und am Ende kommt das Urteil. Es bleibt bei den 10.000. Wie soll ich das nachvollziehen können? Ich werde zwei Stunden gelobt und dann soll ich am Ende sagen: 'Der hat mich so toll da hingestellt. Die 10.000 zahle ich gern.'

Das ist doch kein Argument dafür, dass ich die Strafe, die ich vorher angezweifelt habe, dann annehme. Aus meiner Sicht war das, was ich gesagt habe keine Beleidigung des Schiedsrichters, sondern eine Feststellung über die Leistung, die der Schiedsrichter gebracht hat. Und dafür wurde ich auch schon bestraft. Ich wurde auf die Tribüne verbannt. Ich bin nicht zum Schiedsrichter gegangen, um ihn zu beleidigen. Ich wollte ihn darauf aufmerksam machen, dass der Linienrichter die Fahne gehoben hat. Diesen Satz hat der Schiedsrichter aber gar nicht gehört. Er wollte ihn vielleicht gar nicht hören. Meinen zweiten Satz hat er dann komischer Weise gehört."

...die Diskussion um die Einführung von Torkameras:

"Für mich ist das ein Ansatz. Ich frage mich eh, warum nie etwas verändert wird im Fußball. Die technischen Möglichkeiten wären da. Darum denke ich, das sollte im Profifußball passieren, denn es geht um sehr viel Geld."

...den bevorstehenden Wechsel von Alexander Madlung:

"Es ist so, dass Madlung noch einen Vertrag bis zum Saisonende hat. Es ist so, dass er, denke ich, uns verlassen wird. Jetzt. (Die Rede ist von einem sofortigen Wechsel. Anm. d. Red.) Sein Vertrag läuft zum Saisonende aus. Ich habe mit ihm im Herbst gesprochen. Wir haben ihm auch ein Angebot gemacht, aber wir sind nicht zurecht gekommen."

...Cristian Zaccardo:

"Es gibt solche Einkäufe einfach. Alle Welt tut so, als könne man auf dem Transfermarkt wahllos zugreifen. Nein. Es ist begrenzt, was man an Möglichkeiten hat. Da kann es schon mal passieren, dass ein Spieler nicht so gut funktioniert, wie man es sich vorstellt."

...die Auftaktniederlage des FC Bayern:

"Ich denke, dass das 5:1 in Stuttgart oft falsch bewertet wird. Ich glaube nicht, dass die Bayern so stark waren. Es war so, dass der VfB wirklich schlecht war an dem Abend. Gerade am Beginn der Rückrunde, wenn Wettkampfpraxis fehlt, dann lässt man sich natürlich dadurch täuschen, dass man denkt, man wäre schon weiter."

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