

Nach Offensiv-Gala: Slomka sieht Frankfurt in Europa
Frankfurt - Nach der erneuten Offensiv-Gala blieben die Überflieger von Eintracht Frankfurt bewusst ganz gelassen.
Dafür sprach Trainer Mirko Slomka von Hannover 96 das aus, was beim überragend gestarteten Aufsteiger und erstem Bayern-Jäger immer noch auf dem Index steht. ( DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle)
"Wenn schon in der Bundesliga bei euch der Presseraum so voll ist. Da müsst ihr für den internationalen Fußball aber anbauen", sagte Slomka nach dem überzeugenden 3:1 (2:1) der Eintracht gegen Europa-League-Teilnehmer Hannover. (DIASHOW: Der 8. Spieltag)
Und der 96-Coach erweckte nicht den Eindruck, als wolle er seine Aussage als Scherz verstanden wissen.
Jung: Keine neue Ziele
Beim Tabellenzweiten aus Frankfurt allerdings traute sich auch nach dem sechsten Sieg im achten Ligaspiel keiner so recht, das Saisonziel Klassenerhalt nach oben zu korrigieren.
"Es wäre der falsche Ansatz, uns jetzt neue Ziele zu setzen", erklärte Eintrachts Torschütze Sebastian Jung, der die bärenstarke Anfangsphase der Hessen mit dem Treffer zum 2:0 (18.) gekrönt hatte.
Auch Alexander Meier, der mit seinem bereits fünften Saisontreffer für die Entscheidung sorgte (83.), ließ sich trotz der erstaunlichen Bilanz und dem allwöchtentlichen Angriffsrausch nicht aus der Reserve locken.
Nur Bayern torgefährlicher
"Unsere Ausbeute ist gut. Aber wichtig ist der Klassenerhalt, alles andere ist zweitranging", sagte der schlaksige Leistungsträger.
Wohlwissend, dass die Eintracht derzeit sieben Punkte mehr auf dem Konto hat als Meister Borussia Dortmund. Nur Primus Bayern München (24) hat nach dem achten Spieltag mehr Tore erzielt als die Eintracht (19).
SGE: Bereits zehn Torschützen
Auch gegen Hannover, das durch Mohammed Abdellaoue (43.) zum 1:2-Anschluss kam, zeigte die Mannschaft der Stunde vor 50.500 Zuschauern ihre fast schon obligatorische Angriffsstärke: Ein blitzschnelles Umschalten von Defensive auf Offensive - gepaart mit einem konsequenten Flügelspiel, das Torchancen en masse garantierte.
"Das Tempo so durchzuhalten, ist keine Selbstverständlichkeit", staunte auch Eintrachts Vorstandsvorsitzender Heribert Bruchhagen zwei Wochen nach der ersten Niederlage bei Borussia Mönchengladbach (0:2).
Zudem wird eine andere Qualität beim Aufsteiger immer offensichtlicher: die Ausgeglichenheit des Kaders. Bereits zehn Profis konnten sich in die interne Torschützenliste eintragen.
Matmour trifft bei Startelf-Debüt
Und als am Spieltag kurzfristig Stammstürmer Olivier Occean (Magen-Darm-Virus) ausfiel, übernahm Reservist Karim Matmour bei seinem Saisondebüt diesen Part überaus gekonnt.
Der Algerier sorgte bereits in der 5. Spielminute für die frühe Führung.
"Der Trainer hatte bei der Suche nach dem Occean-Ersatz viele Möglichkeiten, denn wir haben große Qualität im Kader. Das Tor war wichtig für mich und hat der Mannschaft Energie gegeben", sagte Matmour, dem Trainer Armin Veh ein "richtig gutes Spiel" bescheinigte.
Veh ist stolz
Für den Eintracht-Coach war der Erfolg gegen den internationalen Starter aus Niedersachsen etwas ganz Besonderes.
Immerhin haben sie sich in Frankfurt das "Modell Hannover" - mit vergleichsweise bescheidenden finanziellen Mitteln die Großkopferten zu ärgern - zum Vorbild gemacht.
"Ich bin einigermaßen stolz darauf, dass meine Mannschaft gegen so eine gute Mannschaft gewonnen hat. Es war ein gutes Spiel gegen einen sehr, sehr guten Gegner", meinte Veh.
96 verpatzt Generalprobe
Hannover verpatzte indes die Generalprobe für das Europa-League-Gruppenspiel am Donnerstag (25. Oktober) beim schwedischen Vertreter Helsingborgs IF.
Nach der dritten Pleite im vierten Bundesligaspiel auf fremden Platz läuteten bei Slomka bereits die Alarmglocken.
"Es war eine weitere Auswärtsniederlage. Da müssen wir uns langsam was einfallen lassen", sagte Slomka.
Slomka: Kein Angebot von Bayern
Der Trainer nutzte die Gelegenheit, um sich zu den anhaltenden Gerüchten über seinen Wechsel zum FC Bayern München zu äußern.
"Es gibt kein Vertragsangebot von Bayern München an mich", sagte Slomka zu LIGA total!.
"Insofern beschäftige ich mich momentan damit nicht, sondern nur mit meiner Mannschaft."


