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Der Schweizer Marcel Koller (r.) ist seit 2005 Trainer beim VfL Bochum © getty

Das Team hilft Trainer Koller und beendet Fan-Proteste durch eine gute Leistung. KSC-Coach Becker wirft die Flinte nicht ins Korn.

Von Felix Götz

Bochum - Nach dem 2:0-Sieg über den Karlsruher SC atmeten alle Beteiligten beim VfL Bochum kräftig durch. (Spielbericht: Bochum beendet Horror-Serie)

Die unendlich lange Durststrecke von 13 sieglosen Spielen in Folge hatte an den Nerven gezehrt und drohte bei einer erneuten Enttäuschung einen weiteren Höhepunkt zu erreichen.

Bereits vor Anpfiff skandierten die VfL-Fans "Koller raus" und hielten aus Protest gegen die Abschiebung von Thomas Zdebel zu Bayer Leverkusen Plakate mit dessen Nummer acht in die Höhe.

"Ich will den Spieler schützen, deshalb sage ich dazu nichts. Man macht ja solch einen Schritt nicht, wenn alles Friede, Freude, Eierkuchen ist", sagte VfL-Trainer Marcel Koller und wollte damit das Thema für beendet erklären.

Spielerisch und kämpferisch gut

Seine Mannschaft half ihm dabei nicht mit Worten, sondern ließ die Unmutsäußerungen der Zuschauer durch Taten bereits nach wenigen Sekunden verstummen, in dem sie von Beginn an eine spielerisch und kämpferisch gute Leistung bot.

"Wir waren sehr aggressiv und torgefährlich. Das war eine gute Leistung", sagte Christian Fuchs, der nicht nur wegen seines Freistoßtreffers zum 1:0 in der 26. Minute eine ganz starke Partie bot.

Hinten stand Bochum in der Folgezeit meist souverän und vorne besorgte Neuzugang Diego Klimowicz kaltschnäuzig das 2:0 nach 65 Minuten.

"Neue Mannschaft, neue Chance. Ich bin froh, dass ich getroffen habe. Aber wichtiger waren die drei Punkte", blieb der Argentinier bescheiden.

"Uns fehlt die Konsequenz"

Genau so einen Knipser würde dem Karlsruher SC auch gut tun. Die Badener spielten über weite Strecken eine gute Partie, waren aber vor dem Tor einfach viel zu harmlos.

"Wir haben Chancen, aber machen die Tore nicht. Das zieht sich wie ein roter Faden durch unsere Saison. Uns fehlt einfach die Konsequenz", haderte KSC-Coach Edmund Becker mit seiner Offensivabteilung. (Datencenter: Ergebnisse)

Und das zu recht: Magere 15 Treffer gelangen den Karlsruhern in 18 Spielen ? nur Cottbus ist mit 12 Toren noch ungefährlicher.

Keine Knipser-Qualitäten

Bereits in der Vorrunde haben Alexander Iashvili und Joshua Kennedy mehrfach bewiesen, dass sie kaum Knipser-Qualitäten besitzen.

Gegen Bochum versiebten Sebastian Freis und Christian Timm beste Chancen. Auch der aus Dortmund heimgekehrte Giovanni Federico lieferte eine schwache Partie ab.

Trotzdem verpflichtete der KSC in der Winterpause zunächst keinen Torjäger, sondern mit Dino Drpic und Marco Engelhardt einen Verteidiger und einen Mittelfeldspieler.

KSC leiht Saglik aus

"Wir haben auf dem Markt keinen klassischen Torjäger gefunden. Aber Giovanni hat bei uns in der Vergangenheit gezeigt, dass er sowohl Tore schießen, als auch vorbereiten kann", rechtfertigte Becker die Karlsruher Transferpolitik unmittelbar nach Schlusspfiff.

Wenige Stunden später wurde bekannt, dass der KSC Stürmer Mahir Saglik vom VfL Wolfsburg bis zum Saisonende ausleiht.

Ob der Türke, der in acht Spielen für die "Wölfe" ein Tor erzielte, den Karlsruhern weiterhelfen kann, bleibt abzuwarten.

"Werde die Flinte nicht ins Korn werfen"

Nach dem peinlichen Pokal-Aus unter der Woche gegen Zweitligist Wehen Wiesbaden wirkte Becker ratlos und verzweifelt. (Wehen blamiert den KSC)

Als dann anschließend auch noch die Fans im Wildpark auf die Barrikaden gingen fürchtete so mancher, der 52-Jährige könnte von sich aus hinwerfen.

"Das Pokalspiel und die Reaktionen der Fans waren extrem. Aber es gibt keinen Anlass für mich, die Flinte ins Korn zu werfen", beschwichtigte Becker.

Dafür, dass ihn der Verein vor die Türe setzen könnte, gibt es auch keine Anzeichen. "Der Trainer steht außer Frage", stellte KSC-Manager Rolf Dohmen klar.

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