Abgewirtschaftet
Das einzige, was in den letzten Jahren noch für Felix Magath gesprochen hat, war der Erfolg.
Beim FC Bayern feierte er zweimal hintereinander das Double, mit Wolfsburg wurde er sensationell Meister, Schalke führte er danach zumindest auf Rang zwei und ins DFB-Pokalfinale.
Doch trotz aller Triumphe hinterließ Magath in München und Gelsenkirchen so viel verbrannte Erde, dass die Vereinsführungen den Moment des Misserfolgs beinahe umgehend zum Rauswurf nutzten.
Was sich der Alleinherrscher vor allem auf Schalke in punkto Menschen- und Mannschaftsführung bis hin zu üblen Verbalattacken auf einzelne Profis erlaubte, war absolut untragbar.
Da schien die Rückkehr nach Wolfsburg fast die logische Konsequenz.
Denn hier konnte Magath ohne kompetente Kontrolle und mit geringer Öffentlichkeit schalten und walten, wie er wollte und hatte finanziell dank des Geldgebers Volkswagen beinahe unbegrenzte Möglichkeiten.
Damit gelang ihm 2009 das Wolfsburger Wunder, doch schon damals heiligte für den Medizinball-Fan der Zweck die Mittel. Das zeigte der Einbruch der Meistermannschaft in den Jahren danach.
Und beim zweiten Anlauf in der VW-Stadt griffen die einstigen Erfolgsrezepte nicht mehr, da half auch die Magath'sche Mega-Rotation von insgesamt 83 Zu- und Abgängen in eineinhalb Jahren nichts.
Nicht nur deshalb ist die Bilanz verheerend: Aus einem nominellen Europacup-Aspiranten ist unter dem einstigen Meistermacher ein Abstiegskandidat geworden, der Fußball zum Abgewöhnen spielt.
Magath hat abgewirtschaftet - auch und vor allem deshalb, weil der große Sponsor VW dem Treiben viel zu lange tatenlos zugeschaut hat und nun vor den Trümmern dieser Entscheidung steht.


