

Keine Freude an Fürths historischem Tag
Fürth - Erstes Heim-Tor, erster Treffer durch einen Stürmer und erster Bundesliga-Punkt zu Hause:
Die SpVgg Greuther Fürth hatte am Tag der historischen Premieren eigentlich genug Grund zur Freude.
Doch weil es beim 1:1 (1:1) gegen Werder Bremen auch im fünften Anlauf nicht mit dem ersten Sieg am Ronhof klappte und das Remis zu allem Überfluss auch noch den Sturz ans Tabellenende zur Folge hatte, gab es kaum zufriedene Gesichter ( DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle).
"Wir sind sehr, sehr froh darüber, dass das Gerede und Geschreibe aufhört, dass wir zu Hause nicht punkten können und kein Stürmer trifft", sagte Trainer Mike Büskens.
Ärger über den Schiedsrichter
Doch auch er wollte sich nicht nur freuen über den Treffer von Angreifer Edu (8.). Er ärgerte sich sogar richtig - und zwar über den Schiedsrichter.
Der Hamburger Referee Tobias Stieler, da waren sich die Fürther einig, hätte der SpVgg einen Elfmeter zusprechen müssen, nachdem Werder-Torwart Sebastian Mielitz Edgar Prib von den Beinen geholt hatte (66.).
Ob Prib nicht zu sehr auf einen Strafstoß spekuliert habe, wurde Büskens gefragt. Seine Miene verfinsterte sich.
Büskens: "Klarer Elfmeter"
"Wenn mir einer die Scheibe einschmeißt, kann doch auch keiner sagen, der Büskens hat spekuliert, weil er sein Auto da parkt - und der Steinewerfer kommt einfach raus aus der Nummer", sagte er.
Als die Szene im Presseraum auf einem der Fernseher lief, schaute er genau hin, und wiederholte: "Klarer Elfmeter, er rutscht ihm in die Knochen."
Prib stützte diese Sichtweise ("ich habe einen Schlag auf den Fuß gespürt"), ein böses Wort über den Schiedsrichter fiel dabei jedoch nicht (DIASHOW: Der 9. Spieltag).
"Ich möchte nicht Schiedsrichter sein", sagte Büskens. "Das ist ein schwieriger Job."
Premierentor von Edu
Seinen Job etwas leichter gestaltete Edu mit seinem ersten Tor für Fürth.
"Er ist einer, der anpackt und uns helfen will", sagte Büskens über die Schalker Leihgabe, die nur noch bis Ende Dezember an Fürth gebunden ist.
Edu selbst wollte sich nicht äußern - auch er wusste wohl nicht so recht, was er von diesem Tag halten sollte.
Abrutschen auf Platz 18
Auch beim Blick auf die Tabelle verging einigen Fürthern der Spaß am Unentschieden:
Weil Wolfsburg gewann, rutschte die SpVgg auf den letzten Platz ab. Das rettende Ufer, auf dem der Lokalrivale 1. FC Nürnberg sitzt, ist zwei Punkte weg.
"Gar nicht" interessiere ihn das, betonte Büskens:
"Das ist doch kein Überraschungs-Ei, dass wir uns in Regionen bewegen, die nichts mit der Europa League zu tun haben. Es wird ein Kampf - und den nehmen wir an."
Mavraj lobt die Team-Leistung
Gegen Bremen war das so. Auch, als Werder durch das dritte Saisontor von Nils Petersen der Ausgleich glückte (44.), gab das Kleeblatt weiter Contra.
"Wir haben eine super Leistung gezeigt, sehr couragiert", sagte Kapitän Mergim Mavraj.
Mittelfeldspieler Stephan Fürstner meinte: "Dass wir einen so starken Gegner wie die Bremer unter Druck gesetzt haben, gibt uns Mut."
Mutig - das war Bremen vor 18.000 Zuschauern in der ausverkauften Trolli Arena zu wenig, zumindest in der letzten halben Stunde.
Werder mit zu vielen Fehlern
Noch immer nicht hat Werder in dieser Saison zwei Spiele hintereinander gewonnen - den Anschluss ans internationale Geschäft stellt man so kaum her.
"Leider machen wir immer noch Fehler", sagte Coach Thomas Schaaf.
Wie beim Gegentor, als Sokratis erst das Abseits aufhob, dann durch den Strafraum irrte - und Edu so das 1:0 ermöglichte.
Bei diesem geschichtsträchtigen Moment dabeigewesen zu sein, tröstete keinen Bremer. .


