vergrößernverkleinern
Christian Ziege (l.) und Jos Luhukay (r.) arbeiten seit 2007 zusammen © getty

In Gladbach ist die Euphorie riesig. Beim VfB und bei der Hertha läuft es nicht rund. Frankfurt schöpft Mut aus der Vorbereitung.

München - Die Euphorie bei Borussia Mönchengladbach kennt nach der Bundesliga-Rückkehr kaum Grenzen.

26.000 verkaufte Dauerkarten bedeuten Vereinsrekord - Trainer, Spieler und Fans des fünfmaligen deutschen Meisters fiebern der ersten Bewährungsprobe gegen den VfB Stuttgart am Sonntag (ab 17 Uhr LIVE) gleichermaßen entgegen.

"Die Vorfreude ist riesig. Wir haben ein Jahr hart dafür gearbeitet, wieder in der Bundesliga zu spielen. Wir haben Respekt, aber keine Angst", kündigte Borussia-Coach Jos Luhukay an und blickte mutig nach vorne: "Jetzt wollen wir mit attraktivem Fußball die Klasse halten."

Auch bei Gladbachs Nationalspieler Marko Marin ist ein Jahr nach dem "Betriebsunfall Abstieg" Zuversicht Trumpf: "Wir wollen gegen den VfB gewinnen. Nach dem, was wir in den Testspielen gezeigt haben, müssen wir uns nicht verstecken", sagte der 19 Jahre alte Hoffnungsträger mit Nachdruck.

Vieles läuft nicht rund

Wohlwissend, dass bei den Schwaben trotz des Hinspielsieges gegen den FC ETO Györ (2:1) in der 2. Qualifikations-Runde für den UEFA-Cup vieles noch nicht rund läuft.

Gleiches gilt für Hertha BSC Berlin. Das Team von Trainer Lucien Favre, das im zweiten Sonntagsspiel bei Eintracht Frankfurt (17.00 Uhr) antritt, zeigte im gleichen Wettbewerb beim Auswärtserfolg gegen NK Ljubljana (2:0) Licht und Schatten.

Sowohl Favre als auch sein Stuttgarter Kollege Armin Veh fordern nach den unbefriedigenden Auftritten ihrer Profis auf internationaler Bühne eine erhebliche Steigerung.

Rückkehr von Lehmann

"Wir müssen ganz anders auftreten, sonst bekommen wir Probleme", sagte der ehemalige Mönchengladbacher Profi Veh, der aber an seine Mannschaft glaubt: "Ich weiß, dass wir besser Fußball spielen können. Und das werden wir auch zeigen."

Mit Spannung wird die Rückkehr von Jens Lehmann nach fünfjähriger Bundesliga-Abstinenz erwartet.

"Er wird die ganze Mannschaft weiterbringen, Jens will immer gewinnen", erklärte Nationalstürmer Mario Gomez zu seinem neuen Vereinskollegen, der in der Bundesliga für Schalke 04 und Borussia Dortmund insgesamt 329 Spiele (2 Tore) absolvierte.

Personelle Probleme

Veh wird im Borussia-Park seine Rotation fortsetzen, damit rücken Kapitän Thomas Hitzlsperger, Pavel Pardo und Arthur Boka in die Startelf zurück.

Bei der Borussia ist der Einsatz von EM-Teilnehmer Oliver Neuville fraglich, der noch Trainingsrückstand hat.

Auch die Berliner plagen zum Bundesliga-Start personelle Probleme.

Neben Nationalspieler Arne Friedrich (Lendenwirbel-Verletzung) fallen weiter Lucio (Kreuzbandriss) und Pal Dardai (Muskelfaserriss) aus.

Favre hat große Ziele

Dagegen soll der von den Olympischen Spielen zurückgekehrte Serbe Gojko Kacar im Kader stehen. Es droht allerdings der Ausfall von Raffael (Schienbein).

Trotz der bislang durchwachsenen Leistungen hat Coach Favre zumindest mittelfristig große Ziele. "Ich will bis 2010 eine Mannschaft aufbauen, die um den Titel mitspielen kann", kündigte der Schweizer voller Zuversicht an.

"Eine optimale Vorbereitung"

Solche Vorgaben verfolgt Eintracht Frankfurt noch nicht, obwohl sich die Hessen am vergangenen Dienstag in einem Test gegen Real Madrid (1:1) achtbar aus der Affäre zogen.

"Das war eine optimale Vorbereitung. Wir haben gezeigt, dass wir uns gegenseitig helfen, es passt", meinte Neuzugang Habib Bellaid.

Allerdings muss Trainer Friedhelm Funkel auf Ümit Korkmaz (Fußbruch), Zlatan Bajramovic (Zehen-OP), Christoph Preuß (Knie-OP), Aleksandar Vasoski (Lungen-OP) sowie Torhüter Markus Pröll und Benjamin Köhler (beide Trainingsrückstand) verzichten.

Die voraussichtlichen Aufstellungen:

Eintracht Frankfurt - Hertha BSC Berlin

Frankfurt: Nikolov - Ochs, Russ, Bellaid, Spycher - Chris - Steinhöfer, Inamoto, Toski - Liberopoulos, Amanatidis.

Berlin: Drobny - Chahed, von Bergen, Kaka, Stein - Ebert, Lustenberger, Cicero - Raffael (Piszczek) - Pantelic, Chermiti.

Bor. Mönchengladbach - VfB Stuttgart

Mönchengladbach: Heimeroth - Ndjeng, Brouwers, Daems, Voigt - Matmour, Pauwe, Rösler (Alberman), Marin - Colautti, Friend.

Stuttgart: Lehmann - Osorio, Tasci, Delpierre, Boka - Pardo - Hilbert, Simak, Hitzlsperger - Gomez, Marica.

teilentwitternteilenE-MailKommentare
Bitte bewerten Sie diesen Artikel