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Christoph Daum ist seit November 2006 wieder Trainer des 1. FC Köln © imago

Kölns Trainer Christoph Daum zeigt sich im Interview zufrieden mit dem Saisonverlauf. Von "Poldimania" will er nichts mehr hören.

Von Conny Konzack

München - Es gab Zeiten, in denen konnte man Christoph Daum einen leichten Hang zum Größenwahn nicht absprechen.

Ob Auftritte im hellblauen Anzug oder Pressekonferenzen im Krankenhaus: Daum war immer für Spektakel zu haben.

Doch in der aktuellen Saison hat sich der beim 1.FC Köln als "Messias" gefeierte Trainer mit seinem Team gewandelt.

Der FC hat sich im Mittelfeld der Liga etabliert. Und Daum ist trotz des hektischen Kölner Umfelds zufrieden damit: "Langfristig wollen uns in der Bundesliga etablieren und uns einen Platz im Mittelfeld der Liga sichern", sagt er im Interview mit Sport1.de.

Um diese Ziele zu erreichen warnt Daum auch gleich vor überzogenen Erwartungen nach der soliden Hinrunde.

"Im Vergleich zu Istanbul Kindergeburtstag"

Nachdem Daum anfänglich zögerlich war, wie lange sein Engagement in Köln dauern sollte, hat er es sich inzwischen gut eingerichtet bei den "Geißböcken".

"Im Vergleich zu meiner Tätigkeit in Istanbul ist das hier ja gerade mal ein Kindergeburtstag", sagte Daum dem "Kölner Stadt-Anzeiger".

Nur ein Thema will der Coach erstmal hinter sich lassen. Das erfolgreich abgeschlossene Transfer-Theater um Lukas Podolski ist für ihn bis zum Sommer kein Thema mehr.

Sport1.de: Herr Daum, hatten Sie sich zum Rückrundenstart mehr erwartet als das 1:1 gegen Wolfsburg?

Christoph Daum: "Ich bin eigentlich mit dem Punktgewinn zufrieden. Die Mannschaft hat eine sehr gute erste Halbzeit gezeigt. Wenn wir das 2:0 erzielt hätten, wäre es für Wolfburg schwer geworden. Das war eine Leistung, auf der man aufbauen kann."

Sport1.de: Früher wären Sie mit einem Heim-Unentschieden gegen Wolfsburg nicht unbedingt zufrieden gewesen, oder?

Daum: Ja, da ist richtig, aber man muss auch mal die Gegebenheiten und die Liste der Verletzten und Gesperrten sehen. So gesehen mache ich der Mannschaft ein Riesen-Kompliment, wie sie das alles kompensiert hat. Diese Einstellung der Jungs zeigt mir, dass wir einen Mittelfeldplatz halten oder sogar noch verbessern können.

Sport1.de: Hätten sie gegen den VfL gewonnen, wenn Ihr Team komplett gewesen wäre?

Daum: Hätte, wenn und aber zählt nicht. Man muss realistisch bleiben: Wolfsburg hatte sich enorm gesteigert und auch hochkarätige Chancen gehabt. In der Hinrunde haben wir in Wolfsburg verloren, jetzt einen Punkt geholt. Ich bin zufrieden. Und alles noch ohne den kranken Ümit Özat oder Pierre Wome, der nach seinem Sehnenanriss länger ausfällt ? er ist zur Zeit in der Reha in Frankreich. So gesehen befinden uns immer noch eher in der Überlebens-Liga als in der Bundesliga...

Sport1.de: Was erwarten Sie von Ihrem Team jetzt in Frankfurt und den nächsten Spielen?

Daum: Unser Ziel bleibt erstmal der Klassenerhalt. Intern haben wir uns vorgenommen, einen Punkt mehr als in der Hinrunde zu erreichen, also 23. Ich weiß, dass wird sehr, sehr schwer. Aber wir stecken uns beim FC immer hohe Ziele. Langfristig wollen uns in der Bundesliga etablieren und uns einen Platz im Mittelfeld der Liga sichern.

Sport1.de: Womit wären Sie am Ende zufrieden?

Daum: Ich habe schon vor der Saison gesagt: Ein Mittelfeldplatz. Das ist immer noch so. Und damals wussten wir noch nicht, dass wir in der Hinrunde mit so vielen Schwierigkeiten zu kämpfen haben.

Sport1.de: Trotz dieser Probleme und der laufenden Saison, sprechen alle nur noch über Lukas Podolski.

Daum: Das kann ich verstehen, aber wir konzentrieren uns jetzt erstmal nur auf die Rückrunde. Wir freuen uns natürlich alle sehr, das Lukas im Sommer zu uns kommt. Aber im Moment steht nur die derzeitige Mannschaft im Mittelpunkt. Lukas ist erst im Sommer beim 1. FC Köln und bis dahin rede ich nur über meine aktuellen Spieler.

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