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Nach mehr als 20 Jahren als Profifußballer beendete Oliver Kahn 2008 seine Karriere © imago

Oliver Kahn hat auch als Ex-Fußballer eine klare Meinung zum FC Bayern: Nur ein Wunder könne die Ex-Kollegen vom Titel abhalten.

Von Mathias Frohnapfel und Conny Konzack

München - Schulaula statt großer Fußballbühne: Oliver Kahn hat nach seinem Karriere-Ende ein Motivationsprogramm für Jugendliche gestartet.

Vor mehr als 250 Schülern sprach er am Montag bei der Premiere seiner "Ich schaff's Tour" im Münchner St. Anna-Gymnasium.

Danach kommentierte er auch das Titelrennen in der Bundesliga, die Wege der Bayern-Talente und seine eigenen Zukunftspläne. ad

"Letztendlich gewinnt Bayern"

Die Entwicklung von Tabellenführer Hoffenheim bezeichnete der einstige Torwart-Titan dabei als "eine spannende Geschichte."

Zu Sport1.de sagte Kahn zu den Meisterchancen des Aufsteigers: "Es gibt immer mal wieder im Fußball so Ausreißer wie damals mit dem 1. FC Kaiserslautern. Aber letztendlich gewinnt doch der FC Bayern."

Der Konkurrenz "fehlt die Konstanz"

Die Pleite in Hamburg würden seine Ex-Kollegen gewiss wegstecken, meinte der 39-Jährige.

"Für mich ist klar, dass der FC Bayern Meister wird. Und da ist es doch egal, ob mit acht oder zehn Punkten Vorsprung. Auch wenn das vielleicht etwa arrogant klingt, aber diese Einstellung brauchen die Bayern - und die haben sie auch."

Für den 22. Titel der Münchner spreche zudem die Qualität des Kaders. "Da müsste schon ein Wunder passieren, wenn sie am Ende nicht auf Platz 1 stehen."

Kahns Argumentation: "Die anderen sind nicht so stark besetzt und ihnen fehlt auf Dauer auch die Konstanz."

In fünf Jahren FCB-Manager?

Seine eigene Zukunft plant "Fußball-Rentner" Kahn derzeit ganz entspannt.

Die Nachfolge von Uli Hoeneß am Jahresende schließt er im Moment zwar aus, grundsätzlich aber kann er sich den Job sehr gut vorstellen:

"Ich bin momentan in der glücklichen Lage, dass ich mich jetzt nicht festlegen möchte und muss. Aber fünf Jahre vielleicht - das wäre eine gute Zeitspanne."

Uli Hoeneß hatte erst am Montag, als Willy Sagnol sein Karriere-Ende verkündete, den hohen Wert der ehemaligen FCB-Stars hervorgehoben.

"Wir wollen weiter ein Verein sein, der sich auf seine Ressourcen besinnt und ehemalige Spieler einbindet. Leute wie Kahn, Sagnol, Jeremies, Scholl - um nur einige zu nennen - werden irgendwann wieder auftauchen", erklärte der Münchner Manager.

"Bayern ist kein Verein für die Jungen"

Eine klare Meinung hat Kahn auch zu Toni Kroos, der für anderthalb Jahre nach Leverkusen ausgeliehen wurde.

"Man muss sich schon fragen, warum ein solches Jahrhunderttalent bei Bayern nicht zurechtkommt", sagte er. "Aber natürlich ist es wichtig, dass er spielt."

Bayern ist aus seiner Sicht "kein Verein für die Jungen". Schließlich zählten nur Titel, "da kann man keine Spieler ausbilden".

Zugleich mahnte er Kroos: "Letztlich liegt es ja an jedem selbst es zu schaffen. Denn Talent haben ja viele, aber nur Talent reicht eben nicht. Scheinbar hat es bei ihm nicht gereicht."

Rückendeckung für Rensing

Weitaus positiver bewertet der Champions-League-Sieger von 2001 dagegen seinen Nachfolger im Bayern-Tor, Michael Rensing. Zum Siegtor der Hamburger, als Rensing einen Ball nach vorn abklatschte, sagte Kahn nur: "Der neue Ball ist wirklich nicht leicht zu kontrollieren."

Eine andere Szene, in der der junge Keeper "Weltklasse" pariert habe, sei indes untergegangen. Dass Rensing in der Hinrunde immer wieder in der Kritik gestanden ist, sieht Kahn nicht als Problem:

"Michael Rensing muss halt wissen, dass beim FC Bayern immer Mordsansprüche herrschen. Da muss er sich auch mal die eine oder andere Kritik gefallen lassen. Das ist halt beim FC Bayern so. Das er daran in seiner ersten Saison vielleicht etwas dran zu knabbern hat, das war mir schon klar."

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