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"Ich denke, er hat die Botschaft verstanden" - 04-Manager Müller warnt Heißsporn Jones © imago

Im zweiten Teil des Sport1.de-Interviews äußert sich Manager Müller zu Bordons Abwanderungsgedanken - und über aufmuckende Spieler.

Von Thorsten Mesch

München/Gelsenkrichen - Nicht nur das Wechsel-Hickhack um Kevin Kuranyi treibt Andreas Müller um:

Im zweiten Teil des Interviews mit Sport1.de nimmt Schalkes Manager auch Stellung zu den Abwanderungsgedanken von Marcelo Bordon, der öffentlichen Kritik von Jermaine Jones, den Angriffen auf ihn und Trainer Fred Rutten sowie dem richtungweisenden Spiel am Samstag gegen Bremen.

Sport1.de: Für Unruhe hat zuletzt auch Kapitän Marcelo Bordon gesorgt mit seinen Aussagen, den Klub schon vor Vertragsende nach der nächsten Saison verlassen zu wollen.

Müller: Das war eine vage Überlegung, keine Feststellung. Ich traue ihm zu, noch zwei Jahre auf sehr hohem Niveau zu spielen. Zum jetzigen Zeitpunkt mache ich mir keine Sorgen.

Sport1.de: Warum?

Müller: Er ist ein Kapitän, dem es an erster Stelle um den Verein und das Wohlergehen des Klubs geht. Man findet heutzutage wenige Spieler, die eine so professionelle Einstellung haben. Marcelo wurde nicht nur mehrfach zum besten Abwehrspieler gewählt, er hat sich auch immer vorbildlich verhalten. Sein Wort hat sehr viel Gewicht bei uns, er spricht Missstände intern offen an.

Sport1.de: Andere Spieler wie Jermaine Jones und Gerald Asamoah haben in der Vorbereitung dagegen öffentlich ihren Unmut geäußert. Warum haben Sie auf Sanktionen verzichtet?

Müller: Wir sind ein sehr gläserner Verein, der viel von den Emotionen lebt. Deswegen werden natürlich viele Dinge sehr hoch gehängt. Aber das, was sich da bei Jermaine Jones angestaut hat, das war Frust über die Ergebnisse in der Vorrunde. Wir wollen keine Spieler mundtot machen, aber wir haben intern eine klare Ansage gemacht.

Sport1.de: Und zwar?

Müller: Jermaine ist ein sehr wichtiger Spieler, aber auch er darf sich nicht alles erlauben. Ich denke, er hat die Botschaft verstanden, die wir ihm mitgegeben haben.

Sport1.de: Trotzdem herrscht nach dem Fehlstart in die Rückrunde wieder Unruhe. Wie groß ist die Enttäuschung über das 0:1 in Hannover?

Andreas Müller: Die Niederlage hat verdammt weh getan. Denn die Mannschaft hat guten Fußball gespielt und ist mit großer Leidenschaft aufgetreten. Die Chancenverwertung ist das Einzige, was man ihr vorwerfen kann.

Sport1.de: Wie wichtig ist nun das Spiel am Samstag gegen Werder Bremen?

Müller: Unser Ziel bleibt der internationale Wettbewerb. Wir haben in der Rückserie noch neun Heimspiele und einen großen Teil der Konkurrenten zuhause. Aber dafür dürfen wir uns jetzt kaum noch Ausrutscher erlauben. Deshalb zählt gegen Bremen nur ein Sieg.

Sport1.de: Sie selber sind in den vergangenen Monaten in einigen Medien und auch bei den Fans zum Hauptverantwortlichen der Probleme gemacht worden. Wie gehen Sie damit um?

Müller: Es ist natürlich nicht angenehm. Auf der anderen Seite ist niemand so nah an der Mannschaft dran, um unsere Arbeit wirklich beurteilen zu können. Wir haben von Anfang an gesagt, dass es ein Prozess ist, wenn ein neuer Trainer kommt. Er muss sich an die Mannschaft gewöhnen - und umgekehrt. Das dauert seine Zeit.

Sport1.de: Vielen dauert es zu lange.

Müller: Natürlich bin ich auch unzufrieden. Dass nach dem Aus in der Champions League und im UEFA-Cup sowie der enttäuschenden Hinrunde heftige Kritik kommt, ist normal. Ich weiß, dass wir alle, nicht nur der Manager, in der Rückrunde an den Ergebnissen gemessen werden. Aber wir haben unseren Plan und halten daran fest. Ich bin mit dem Trainer deckungsgleich, was unsere Ausrichtung für die Zukunft betrifft.

Sport1.de: Auch Fred Rutten steht in der Kritik. Wie bewerten Sie seine Arbeit?

Müller: Ich bin hundertprozentig davon überzeugt, dass wir mit Fred Rutten den richtigen Mann hier hingeholt haben. Wir wollen Schalke langfristig in der Spitze der Bundesliga positionieren und er hat in Enschede genau diese Aufbauarbeit geschafft. Natürlich ist es bisher noch nicht von Erfolg gekrönt. Aber wir halten trotzdem an dieser Neuausrichtung fest.

Hier geht's zurück zum ersten Teil des Interviews

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