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Christian Eichner hat letzte Saison vier Scorerpunkte gesammelt © getty

Der stürmende Student beschert dem Karlsruher SC nicht nur einen erfolgreichen Auftakt. Er meldet auch hohe Ansprüche an.

Karlsruhe - Denn dem Sturmdrang auf dem Platz folgte die verbale Offensive nach dem Schlusspfiff.

Christian Eichner führte seine Mannschaft durch seinen Treffer zum 1:0 (1:0) gegen den VfL Bochum und schickt eine Grußbotschaft in die Richtung von Bundestrainer Joachim Löw.

"Ich werde versuchen, die Latte, die ich letztes Jahr gelegt habe, noch höher zu legen. Und dann muss man mal sehen, ob der Herr Löw weiß, dass Karlsruhe gar nicht so weit weg von ihm ist", sagte der Linksverteidiger nach seiner Galavorstellung, die er mit seinem sehenswerten Distanzschuss (29.) gekrönt hatte.

Erster Sieg seit 1994

Der Treffer sorgte aber auch zum ersten Sieg in der Bundesliga gegen den VfL seit November 1994.

Damals spielten unter Trainer Winfried Schäfer Akteure wie Thomas Häßler, Slaven Bilic oder Michael Tarnat.

Auf Eichners Linksaußenposition kam Dirk Schuster zum Einsatz, der in der gleichen Saison für die DFB-Elf debütierte - vielleicht ein gutes Omen für den Karlsruher.

Eichner lässt Taten sprechen

An Selbstvertrauen mangelt es Eichner, der nebenbei an der Pädagogischen Hochschule Karlsruhe die Fächer Mathematik, Ethik und Geographie studiert, jedenfalls nicht.

"Ich wäre doch fehl am Platz, wenn mein Ziel nicht die Nationalmannschaft wäre. Auf meiner Position waren wir in Deutschland in den letzten Jahren ja nicht so gut bestückt. Durch Reden ist da aber noch niemand reingekommen", erklärte der bis 2010 bei den Badenern unter Vertrag stehende 25-Jährige.

Eichner läuft bereits seit der C-Jugend für den KSC auf und wurde schon während der vergangenen Saison mit der DFB-Auswahl in Verbindung gebracht.

Koller bremst die Euphorie

Während Eichner seine Ansprüche klar formulierte, bremste Karlsruhes Trainer Edmund Becker bewusst die Euphorie um den Außenverteidiger.

"Man sollte nicht den dritten Schritt vor dem zweiten machen. Christian stabilisiert sich immer mehr und sorgt auf seiner Position für Furore. Aber zunächst einmal muss er diese Leistung bestätigen, dann können wir sehen, wohin der Weg führt", meinte der Coach.

"Man weiß nie, wo man steht"

Für Becker war es ohnehin viel wichtiger, dass sein Team, dem von vielen Experten ein schwieriges zweites Jahr in der Eliteklasse prophezeit wurde, vor 24.800 Zuschauern die ersten drei Punkte eingefahren hat.

"Nach der Vorbereitung weiß man nie, wo man steht. Deshalb war der Sieg umso wichtiger", sagte der Trainer, der drei Neuzugänge von Beginn an auflaufen ließ: "Ich bin mit allen drei Neuen sehr zufrieden."

Drei Neue in der Startelf

Auch Beckers Gegenüber Marcel Koller vertraute drei neuen Spielern (Daniel Fernandes, Christian Fuchs, Vahid Hashemian) in seiner Startelf.

Außer zwei guten Chancen von Torjäger Stanislav Sestak in der Nachspielzeit konnte der Schweizer aber kaum etwas Positives notieren.

"Wir brauchen noch die ein oder andere Woche und müssen spielerisch zulegen - vor allem in der Offensive. Gerade da hatten wir in der Vorbereitung große Probleme mit Verletzungen", erklärte der Trainer.

Auch Marcel Maltritz gibt zu: "Wir wissen, dass wir uns steigern müssen, aber wir haben noch genug Spiele Zeit."

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