Werders Boss entscheidet sich für Wolfsburgs Angebot. Nicht nur Bremens Anhänger ärgert das, dem VfL glückt ein großer Griff.

Der Wechsel kommt überraschend und er schockt die Bremer.

Denn Klaus Allofs war das Gesicht von Werder, eine Persönlichkeit, die in den vergangenen 13 Jahren für Kontinuität und Verlässlichkeit an der Weser stand.

Ein Manager, der es schaffte bei vielen Spielertransfers wie Claudio Pizarro oder Miroslav Klose die richtige Entscheidung zu treffen. Und der Spielmacher wie Micoud, Diego und Özil den Platz zu einer starken Entwicklung bot. Auch für Fehlgriffe wie den Super-Flop Carlos Alberto stand er gerade.

Selbst als Werder in der Vorsaison den Abstiegsplätzen näher war als der Europa League hielt Allofs mit stoischer Ruhe den Laden dicht.

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Sein Wechsel mitten in der Saison zum Ligakonkurrenten Wolfsburg ist ungewöhnlich und eine Premiere in der Bundeliga.

Wenn in Bremen jetzt der ein oder andere dem Meister-Manager von 2004 Undank oder einen schlechten Charakter vorwirft, liegt er falsch.

Allofs' Wunsch nach einer neuen Herausforderung ist verständlich und nachvollziehbar.

Und der 55-Jährige hinterlässt keinen Klub in Chaos, sondern ein Team, bei dem mit einigen guten Ansätzen ein notwendiger Umbruch eingeleitet wurde.

Allofs hat aus Wolfsburg eine verlockende Offerte bekommen und geht mit seinem Wechsel ein großes Risiko ein.

Das Umfeld ist für Allofs neu, der VfL trägt weiterhin schwer an einigen Hinterlassenschaften der Magath-Ära - unter anderem einem gigantisch aufgeblähten Spielerkader.

Immerhin hat der Europameister von 1980 nun mit VW einen Konzern im Rücken, der ihm weitaus größeren Handlungsspielraum geben wird als es zuletzt in Bremen der Fall war.

Auch wegen des Rekordminus von 13,9 Millionen Euro aus dem vergangenen Geschäftsjahr agierte Allofs zuletzt aus der Position der Schwäche - auch gegenüber dem mächtigen Aufsichtsratschef Willi Lemke.

Umgekehrt bekommt der VfL einen der renommiertesten Manager, bestens vernetzt im internationalen und nationalen Fußball. Der zart erkennbare Wolfsburger Aufschwung könnte weitergehen.

In Bremen regiert nun der ewige Thomas Schaaf allein. Der bisweilen doch recht knorrige Werder-Coach wird seinen eloquenten Partner schon bald stark vermissen.

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