vergrößernverkleinern
Der Brasilianer Dede spielt seit 1998 für Borussia Dortmund © getty

Die "Ära Klopp" beginnt mit einem Sieg, aber auch mit der schweren Verletzung von Dede. Labbadia kritisiert Patrick Helmes.

Von Christian Stüwe

München/Leverkusen - Die "Ära Klopp" hätte beinahe perfekt begonnen.

Borussia Dortmund zeigte unter dem neuen Trainer Jürgen Klopp eine engagierte Leistung und gewann bei Bayer Leverkusen in einem attraktiven Bundesligaspiel 3:2 (2:1).

Vor allem in der Offensive um den starken Nelson Valdez zeigte der BVB tolle Aktionen. Eben genau das, was man sich in Dortmund vom neuen Trainer erwartet hat. Valdez (4.), Florian Kringe (37.) und Neven Subotic (49.) erzielten die Tore.

Halbes Jahr Pause für Dede

Allerdings wurde Klopps Bundesliga-Debüt für Dortmund von einigen Schreckensmeldungen getrübt. Die Schlimmste: Leonardo Dede muuste in der 72. Minute mit Verdacht auf Kreuzbandriss ausgewechselt werden.

Der Brasilianer schloss sich danach in der Kabine ein und musste von seinen Teamkollegen getröstet werden, ehe er sich humpelnd auf den Weg ins Krankenhaus machte.

Am Sonntag bestätigten sich dann die Befürchtungen: Der Verteidiger erlitt einen Riss des vorderen Kreuzbandes im linken Knie und wird ein halbes Jahr ausfallen. Bereits am Montag wird er beim Knie-Spezialisten Dr. Jürgen Eichhorn in Straubing operiert werden.

Für den 30-Jährigen Dede, der seit 1998 bei der Borussia spielt, ist es die schwerste Verletzung seiner Karriere.

"Durch die schwere Verletzung von Dede ist die Stimmung natürlich sehr getrübt und es fällt mir schwer, über das Spiel zu reden", hatte auch Klopp erklärt, der eigentlich allen Grund zur Freude gehabt hätte.

Auch Weidenfeller verletzt sich

Doch kurz vor der Pause hatte sich Torwart Roman Weidenfeller bei einer Rettungsaktion gegen Helmes verletzt und musste mit einer Fleischwunde im Oberschenkel vom Platz getragen werden.

Weidenfeller fällt aber inur rund zwei Wochen aus. Auf Mladen Petric muss Klopp jedoch in Zukunft ganz verzichten. Der Torjäger hat den BVB verlassen und sich dem Hamburger SV angeschlossen.

Zidan unter Klopp erfolgreich

Allerdings nicht ganz ohne Gegenleistung, wie Klopp bemerkte: "Wir haben das Beste aus der Situation gemacht und uns den Mohamed Zidan geschnappt. Und wir haben noch ein paar Euro dazu bekommen und sind damit dementsprechend nicht unzufrieden."

Zidan erlebte unter Klopp in Mainz seine bisher erfolgreichste Zeit. Dass der Stürmer aus Ägypten in Dortmund wieder aufblühen könnte, ist zumindest ein kleiner Trost angesichts personellen Verluste.

"Wir haben den Sieg teuer erkauft. Das dämpft die Euphorie doch drastisch", erklärte Kapitän Sebastian Kehl: "Die schwere Verletzung von Dede ist ein herber Schlag und sehr, sehr bitter."

Defensive bereitet Sorgen

Sorgen bereitete den Borussen außerdem die Defensivleistung. Besonders gegen Ende der Partie schwammen die Schwarz-Gelben, Leverkusen brachte den BVB in arge Bedrängnis.

"Wir haben leidenschaftlich verteidigt, aber für meinen Geschmack zu ungeordnet", meinte Klopp. Viele Wermutstropfen also beim Dortmunder Start in die "Ära Klopp".

Doch von dieser wollte Marc-Andre Kruska noch nichts wissen: "Von einer 'Ära Klopp' sollte noch niemand sprechen. Wir haben erst ein Spiel gewonnen."

Labbadia kritisiert Helmes

Bei all der Aufregung um Klopp und seine Borussen geriet das zweite Trainerdebüt fast in den Hintergrund. Bruno Labbadias Leverkusener spielten ebenfalls stark nach vorne, mussten aber letztlich eine Heimpleite zum Auftakt hinnehmen.

"Unser Manko war natürlich, dass wir die Tore kassiert haben, weil wir uns da nicht gut verhalten haben", ärgerte sich Labbadia: "Und das wir aus unseren vielen Torchancen zu wenig gemacht haben." Die Treffer durch Patrick Helmes (21.) und Stefan Kießling (83.) reichten letztlich nicht.

Obwohl Helmes bei seinem Debüt traf, kritisierte Labbadia seinen neuen Angreifer. "Normalerweise ist er eiskalt. Wenn er seine Chancen heute besser nutzt, gehen wir als Sieger vom Platz", sagte der frühere Stürmer.

Chancen nicht genutzt

"Wir haben fußballerisch überzeugt, immer an uns geglaubt und zahlreiche Chancen gehabt. Aber das ist alles Makulatur. Wir haben null Punkte", lautete Labbadias Fazit.

Auf die beiden neuen Trainer kommt in der nächsten Woche viel Arbeit zu. Denn schon am nächsten Samstag wird es wieder ernst. Dortmund empfängt Bayern und die Leverkusener müssen nach Stuttgart.

teilentwitternE-MailKommentare
Bitte bewerten Sie diesen Artikel