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Klaus Allofs gewann mit Werder Bremen 2004 das Double © imago

Klaus Allofs geht seine neue Aufgabe in Wolfsburg mit viel Tatendrang an. Aufsichtsratsboss Sanz hofft auf einen Imagewechsel.

Wolfsburg - Bereits an seinem ersten Arbeitstag bekam der neue Hoffnungsträger Klaus Allofs einen Vorgeschmack, was ihn beim VfL Wolfsburg erwartet.

Retter, Sympathieträger und Gesicht des Vereins - die Anforderungen des Bundesligisten an den neuen starken Mann gehen weit über das normale Managergeschäft hinaus.

(Der ehemalige Wolfsburger Manager Dieter Hoeneß ab 18.30 Uhr bei Bundesliga Aktuell im TV auf SPORT1)

Mit dem spektakulären Transfer soll beim Werksklub auch eine neue Zeitrechnung beginnen.

"Bei aller Liebe zur alten Aufgabe - ab heute zählt nur der VfL", sagte der 55-Jährige bei seiner Vorstellung am Donnerstag:

"Beobachten, bewerten, Lösungen präsentieren"

"Ich werde mir als erstes einen Überblick verschaffen. In den nächsten Wochen heißt es beobachten, bewerten - und dann Lösungen präsentieren. Ich kann heute keine Patentrezepte vorstellen."

Denn seine neuen Vorgesetzten erwarten nicht weniger als eine Runderneuerung des unter Vorgänger Felix Magath einzig und alleine auf Erfolg getrimmten Vereins.

Das Thema, das den ersten Allofs-Tag in Wolfsburg bestimmte, war die Sehnsucht des Werksklubs nach Sympathie und Anerkennung.

Wolfsburg soll sympathischer werden

"Das Gesamtpaket hat für Klaus Allofs gesprochen. Wolfsburg soll ein sympathischer Verein werden", sagte Aufsichtsratsboss Francisco Garcia Sanz. Und sein Vize Stephan Grühsem ergänzte: "Wir wollen einen festen Platz im Herzen der Fans erobern. Identifikation ist ein Grund, warum Klaus Allofs heute hier vorgestellt wird."

Allofs war aber nicht nur wegen der anstehenden Mammutaufgabe die Unsicherheit in der neuen Umgebung anzumerken. Auch wenn eher Tatendrang als Wehmut aus seinen ersten Worten in Wolfsburg sprach.

"Es ist viel Arbeit. Der VfL ist ja immer noch auf der Suche nach vielen Dingen. Es gibt noch viel weiterzuentwickeln", sagte Allofs.

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Allofs nimmt Mitarbeiter ins Botot

Eine Charmeoffensive gab es an seinem ersten Tag zumindest schon einmal für die Angestellten des VfL, die es unter Magath nicht immer leicht hatten.

"Teamarbeit und Miteinander sind die Schlagworte, die uns die nächsten Monate, Jahre oder vielleicht sogar Jahrzehnte begleiten werden", sagte Allofs.

Der jedoch auch betonte:"Ich sehe mich nicht als Gegenentwurf. Es wird aber anders werden."

Baustellen bleiben

Denn Probleme warten auf ihn allemal. Zwar werden Allofs beim VW-Klub keine finanziellen Hindernisse erwarten - dafür aber Baustellen der anderen Art.

Trotz des Aufwärtstrends unter Interimscoach Lorenz-Günther Köstner liegt der VfL immer noch auf dem Relegationsplatz, der Kader ist mit über 40 Spielern aufgebläht - doch am dringendsten wird Allofs eine Antwort auf die Trainerfrage finden müssen.

Konkrete Gespräche mit Mirko Slomka vom niedersächsischen Rivalen Hannover 96 dementierte Allofs bereits. Nach Informationen des "kicker" soll Slomka ein heißer Kandidat sein. Zumal VfL-Aufsichtsratsboss Garcia Sanz, auf die Personalie Slomka angesprochen, sagte: `Mirko Slomka würde jedem Klub gut zu Gesicht stehen."

Pikanterweise hatte Garcia Sanz mit exakt den gleichen Worten am vergangenen Wochenende das mögliche Interesse an Klaus Allofs kommentiert. Ein Schelm, wer Böses dabei denkt.

Köstner bleibt zunächst

Zunächst einmal wird allerdings Köstner seine "gute Arbeit" fortsetzen können, über einen neuen Trainer werde erst "später beraten".

Als eine der ersten Amtshandlungen dürfte Allofs auch den von Magath über Gebühr vergrößerten Kader runderneuern. An Aufgaben wird es dem neuen Manager also auf jeden Fall nicht mangeln.

Wiedersehen mit Werder

Genausowenig wie an einem kuriosen Zeitplan. Denn bei seinem ersten Heimspiel in eineinhalb Wochen trifft Allofs ausgerechnet auf den SV Werder.

"Das ist gemein", sagte Allofs. Es sei eine verrückte Konstellation: "Ich wünsche Bremen an diesem Wochenende alles Gute, aber danach brauchen wir die drei Punkte."

Kein Zweifel: Für Allofs ist Bremen Vergangenheit, Wolfsburg seine Zukunft.