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SPORT1-Reporter Reinhard Franke (l.) traf sich mit Raphael Schäfer zum Interview © getty

Vor dem Spiel gegen den FCB spricht Nürnbergs Raphael Schäfer bei SPORT1 über den Club und sagt den Münchnern einen heißen Tanz an.

Von Reinhard Franke

München - Er gehört zum Club wie die Burg zu Nürnberg.

Raphael Schäfer ist eine treue Seele, was den 1. FC Nürnberg betrifft.

Seit 2001 trägt der 33-jährige Torwart das FCN-Trikot. Lediglich in der Saison 2007/2008 ging er fremd, spielte ein Jahr für den VfB Stuttgart.

Doch dort wurde er nicht glücklich. In Nürnberg war er seit seiner Rückkehr vom ersten Tag an wieder Leistungsträger.

Die letzten Wochen war Schäfer verletzt. Rechtzeitig zum fränkisch-bayerischen Derby gegen den FC Bayern am Samstag (ab 15 Uhr im LIVE-TICKER) hat sich Nürnbergs Schlussmann wieder fit gemeldet. (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle)

Vor dem Duell spricht Schäfer im SPORT1-Interview über den Club, seine schönste Derby-Erfahrung und sagt den Münchnern einen heißen Tanz an.

SPORT1: Herr Schäfer, ist das Spiel gegen die Bayern der perfekte Moment für ein Comeback?

Raphael Schäfer: (lacht) Gibt es den perfekten Moment? Es ist eigentlich völlig egal gegen wen ich wieder spielen kann. Es ist wichtig, dass man gesund und wieder fit ist.

SPORT1: Aber ein ganz normales Spiel ist es nicht, oder?

Schäfer: Natürlich nicht. Die Anspannung und die Vorfreude sind nur in jungen Jahren mehr vorhanden als jetzt, weil man sich damit mehr beschäftigt. Mit 21 ist das natürlich etwas ganz besonderes gegen die Bayern zu spielen, da bist du im Vorfeld aufgeregt und nervös. Jetzt nicht mehr. Obwohl die Bayern weiter die Mannschaft in Deutschland ist, die immer wieder Zeichen setzt.

SPORT1: Was macht Ihnen Mut gegen den Rekordmeister etwas reißen zu können?

Schäfer: Unser Aufwärtstrend zuletzt. Wir wollen den Münchnern alles abverlangen, damit sie vieles zeigen müssen. Wir hoffen, dass wir die eine oder andere Chance haben werden und auch zusehen, dass uns ein Tor gelingt. Auswärts sind die Bayern noch ohne Gegentor, von daher ist es ein Ansporn für uns denen einen einzuschenken.

[kaltura id="0_6xbs53wt" class="full_size" title="Hoene Geduld am Ende"]

SPORT1: Ist der Titel in dieser Saison fest für die Bayern reserviert?

Schäfer: Wenn es gelaufen wäre, könnten wir jetzt sofort aufhören und sagen die Münchner können sich auf die Champions League und den Pokal konzentrieren. Auch die Bayern können in eine Krise kommen und Spiele verlieren. Aber nach den zwei Jahren ohne Titel wurde schon sehr viel dafür getan, dass sie in diesem Jahr vorne weg marschieren. Dennoch sind die Bayern auch schlagbar.

SPORT1: Hat man beim Club in den letzten Wochen zu viel nachgedacht? Sportlich lief es nicht rund.

Schäfer: Im letzten Jahr haben wir es geschafft uns von außen nicht beeinflussen zu lassen. Dieses Jahr haben wir das nach den ersten drei Spielen nicht geschafft. Nach den ersten drei Spielen hatten wir sieben Punkte und da dachten schon einige, dass man den berüchtigten nächsten Schritt gemacht hat. Gegen Frankfurt war das erste Mal das Glück nicht da, was wir in den ersten Spielen hatten, und da haben wir angefangen nachzudenken. Da hat die Mannschaft einen Nackenschlag bekommen, aber zuletzt wurde es langsam besser.

SPORT1: Was fehlt dem Club zu dem nächsten Schritt?

Schäfer: Daniel Didavi und Philipp Wollscheid waren die Garanten, dass du letztes Jahr sehr guten Fußball gespielt und auch konstant gestanden hast. Zudem haben wir Spieler aus der zweiten Reihe verloren, die für die Moral in der Truppe wichtig waren. Wenn man es schafft eine Mannschaft zu halten und dann auch noch punktuell zu verstärken, dann hat man den nächsten Schritt gemacht.

SPORT1: Anders als in der Vergangenheit kommt beim Club keine Unruhe mehr auf. Liegt das nur an Trainer Dieter Hecking und Manager Martin Bader?

Schäfer: Unruhe bringt einen auch nicht weiter. Man kann vieles kritisch sehen und hinterfragen, aber am Ende sind die Beiden dafür verantwortlich, dass hier alles läuft. Und die zwei machen einen sehr guten Job. Beide haben es gezeigt, dass man aus einer Krise gestärkt hervor gehen kann. Wenn man nur die 90 Minuten am Wochenende nimmt, kann man über vieles diskutieren. Wenn man aber die komplette Arbeit sieht, dann gibt es keinen Grund am Trainer zu zweifeln. Dieter Hecking ist genau der richtige Trainer für diese Mannschaft.

SPORT1: Was war eigentlich Ihre schönste Derby-Erfahrung?

Schäfer: Als wir in der Saison 2006/2007 die Bayern 3:0 nach Hause geschickt haben. Es ist selten, dass man so klar gegen sie gewinnt und dann auch noch sehr guten Fußball zeigt. Es hätte damals auch höher ausfallen können. Es war wirklich ein grandioses Spiel von uns. Wenn es so am Samstag wieder läuft, habe ich nichts dagegen. (schmunzelt)

SPORT1: Gibt es eine Kampfansage an die Bayern?

Schäfer: Nein. Wir werden es versuchen und hochmotiviert in das Spiel reingehen und alles geben. Wir wollen den Bayern einen Fight liefern und zeigen, dass wir uns viel vorgenommen haben.

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