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Hoffenheimer Sieggaranten: Die Torschützen und Vorbereiter Ba (l.) und Ibisevic © getty

Durch einen beeindruckenden Auftaktsieg bei Energie Cottbus stürmt Bundesliga-Debütant Hoffenheim an die Tabellenspitze.

Von Jan Reinold

München - Bundesliga-Neuling 1899 Hoffenheim hat gleich am Premieren-Spieltag ein Ausrufezeichen gesetzt und das "Abenteuer Bundesliga" mit einem Traumstart begonnen.

Der 50. Erstligist in der Bundesliga-Geschichte seit 1963 überrannte enttäuschende Cottbuser mit 3:0 und stürmte dank der Tore von Vedad Ibisevic (16. und 76. Minute) und Demba Ba (54. Minute) zumindest bis Sonntag zusammen mit Schalke 04 an die Tabellenspitze.

"Wir haben heute an die guten Leistungen der Rückrunde der letzten Saison und an die Vorbereitung angeknüpft", lobte 1899-Trainer Ralf Rangnick seine Mannschaft.

"Dieser Sieg gibt uns Rückenwind und Selbstvertrauen."

Rückkehrer Rangnick hochzufrieden

Rangnick, der nach 989 Tagen Abstinenz seine persönliche Rückkehr auf die Bundesliga-Bühne feierte, hatte allen Grund zufrieden zu sein.

"Wenn man gegen eine abgezockte Truppe wie Cottbus so auftritt, kann man nicht viel mehr erwarten vom ersten Bundesliga-Spiel", lobte der Coach. "Wir haben zehn Minuten gebraucht, bis wir richtig im Spiel waren, danach haben wir die Partie über weite Strecken kontrolliert und dominiert."

Sein Team beherrschte Ball und Gegner bei Dauerregen und schwierigen Platzverhältnissen phasenweise nach Belieben.

"Es wäre Haarklauberei, nach Verbesserungsmöglichkeiten zu suchen. Ich bin vor allem mit der Spielweise meiner Mannschaft zufrieden", so Rangnick weiter.

Überragendes Sturmduo

Aus einer insgesamt starken Hoffenheimer Mannschaft ragten besonders die Stürmer heraus.

Ba und Ibisevic stellten die schwerfällige Cottbuser Abwehr um die Innenverteidiger Igor Mitreski und Mario Civitanovic ein ums andere Mal vor große Probleme.

"Wir haben heute verdient 3:0 gewonnen", freute sich Doppeltorschütze Ibisevic über den Sieg.

"Für mich persönlich lief es wirklich gut, aber das Wichtigste ist, dass die Mannschaft heute gewonnen und sehr, sehr gut gespielt hat", gab sich der Bosnier bescheiden.

Deutlicher wurde da schon sein Trainer, der dem Ex-Aachener "ein geiles Spiel" attestierte.

Nilssons Verletzung überschattet Traumstart

Einzig die Verletzung von Innenverteidiger Per Nilsson trübte die Feierstimmung der Hoffenheimer.

Der mit 25 Jahren schon als Routinier im Kader des Aufsteigers geltende Schwede wurde bei einem Kopfballduell mit Mariusz Kukielka vom Ellenbogen des Polen getroffen und musste noch vor der Halbzeit ausgewechselt werden.

Nachdem am Samstagabend zunächst ein Bruch des Augenbodens sowie eine Jochbein-Fraktur befüchtet worden waren, konnte nach einer erneuten Untersuchung am Sonntag in Heidelberg Entwarnung gegeben werden.

Der Abwehrchef zog sich "nur" eine schwere Prellung am Augenboden zu und steht den Hoffenheimern wahrscheinlich schon im kommenden Punktspiel gegen Borussia Mönchengladbach wieder zur Verfügung.

"Überheblich", "arrogant" und "einfach schwach"

Die Cottbuser, die ihre erste Heimniederlage seit dem 11. März 2008 (0:1 gegen Stuttgart) hinnehmen mussten, hatten da schon ganz andere Sorgen.

"Die Art und Weise wie wir aufgetreten sind, war mangelhaft", redete Energie-Kapitän Timo Rost Klartext.

Dem stimmte auch Torwart Gerhard Tremmel zu: "Wir sind arrogant und überheblich in das Spiel gegangen", befand der 29-Jährige.

Tremmel warnt vor Fehlstart

Und auch Trainer Bojan Prasnikar gab vor allem die Art und Weise der Niederlage zu denken.

"Wir haben nicht unser wahres Gesicht gezeigt und sehr schwach gespielt: Ohne Kampf, ohne Aggressivität und ohne Bewegung. Das war gar nichts", urteilte der Slowene.

"Wir waren heute im Kollektiv einfach schwach, es hat keiner seine Leistung abrufen können. Das muss uns nachdenklich machen, weil wir am Freitag schon wieder ein schweres Spiel haben", warnte Tremmel mit Blick auf die Partie bei Hannover 96.

Rangnicks Kampfansage

Die Hoffenheimer hingegen blicken den nächsten Partien deutlich entspannter entgegen.

"Ein Großteil meiner Mannschaft hat heute ihr erstes Bundesligaspiel gemacht", erklärte Rangnick.

"Das war nur ein Spiel. Wir haben noch weitere 33 und wir wollen weiterhin in jedem Spiel alles tun, um zu gewinnen".

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