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Wolfsburger Jubel (v.l.): Jonathan Santana, Andrea Barzagli und Ricardo Costa © getty

Wolfsburg verhindert mit Mühe einen erneuten Fehlstart, Magath regt sich dennoch auf. Aufsteiger Köln nimmt die Pleite gelassen.

Von Julian Meißner

München/Wolfsburg - Die Erleichterung stand Felix Magath ins Gesicht geschrieben.

Sein VfL Wolfsburg hatte gerade mit einem hart erkämpften 2:1 (0:1)-Sieg gegen den 1. FC Köln einen Fehlstart in die neue Bundesliga-Saison vermieden und so den Status als Geheimfavorit gewahrt.

"Ich bin sehr froh, dass wir erfolgreicher als vergangenes Jahr gestartet sind", meinte Magath, dessen Team die Saison 2007/2008 mit einer Niederlage gegen Arminia Bielefeld eröffnet hatte.

Marcelinho wird vermisst

Doch auch am Samstag tat sich die mit millionenschweren Neueinkäufen verstärkte Truppe aus Niedersachsen vor allem in der ersten Halbzeit extrem schwer gegen den Aufsteiger, bei dem Coach Christoph Daum seine Bundesliga-Rückkehr nach fast acht Jahren feierte.

Vor allem das Fehlen des nach Brasilien abgewanderten Spielmachers Marcelinho machte den "Wölfen" merklich zu schaffen. "Die Mannschaft vermisst ihn", bekannte der VfL-Trainer nach der vor allem im Angriff mäßigen Partie seines Teams.

Sauer auf den DFB

Richtiggehend erbost war Magath zudem darüber, dass sein brasilianischer Stürmer Grafite nach einer Roten Karte im Trainingsspiel gegen US Palermo am Dienstag für zwei Pflichtspiele gesperrt worden war.

"Wenn ich demnächst ein Testspiel machen will, muss ich ins Ausland gehen, um nicht der Willkür deutscher Schiedsrichter ausgesetzt zu sein", zürnte er.

Sowohl der durch Schiedsrichter Peter Gagelmann vollzogene Platzverweis als auch das vom DFB-Sportgericht verhängte Urteil seien "völlig überzogen".

Somit stellte Magath lediglich Ashkan Dejagah als einzige Spitze auf. Doch der Deutsch-Iraner strahlte erst nach der Pause Gefahr aus, und Marcelinho-Ersatz Zvjezdan Misimovic blieb ebenfalls lange blass.

Kluge Wechsel

Magath trug aber schließlich entscheidend dazu bei, dass sein Team den Rückstand durch den letztjährigen Zweitliga-Torschützenkönig Milivoje Novakovic (20.) noch drehen konnte.

Mit einem Doppelwechsel setzte der VfL-Trainer ein deutliches Zeichen: Nach der Pause liefen Sascha Riether für den schwachen Weltmeister Cristiano Zaccardo und Mahir Saglik für Makoto Hasebe auf.

Riether bereitete prompt den Ausgleich durch Christian Gentner (48.) vor. Saglik, der vor der Saison vom Wuppertaler SV Borussia gekommen war, stellte die in Halbzeit eins so sichere Kölner Defensive vor enorme Probleme.

"Er war vorne ein ständiger Unruheherd und hat einen guten Teil zum Erfolg beigetragen", lobte Magath den 25-Jährigen.

Dejagah angeschlagen

Einziger Wermutstropfen bei den Gastgebern: Dejagah zog sich bei einem brutalen Ellbogencheck von Pierre Wome eine Schädelprellung mit starkem Bluterguss zu und droht nun für das EM-Qualifikationsspiel der deutschen U 21 am Dienstag in Moldawien auszufallen.

Auf Seiten der Gäste aus Köln gab vor allem der Leistungseinbruch nach dem Seitenwechsel zu denken.

Thomas Broich, der einzige Deutsche in der Startelf der "Geißböcke", sagte: "Wir kamen aus der Kabine und waren eine ganz andere Mannschaft. Wir waren nicht mehr aggressiv, nicht mehr eng am Mann." Am Ende habe man das Spiel "verdient verloren".

Patzer von Mondragon

Seinen Teil zur Niederlage trug dabei Keeper Faryd Mondragon bei. Erst wehrte er vor dem Ausgleich den Schuss Riethers nach vorne ab, so dass Gentner keine Mühe hatte einzuschieben.

Noch eklatanter war sein Fehler beim Wolfsburger Siegtreffer, als der Kolumbianer das kurze Eck aufmachte und Misimovic aus spitzem Winkel einschießen ließ.

Daum nimmt es gelassen

Bundesliga-Rückkehrer Daum, der im Vorfeld des Spiels mit einer Magenverstimmung flach gelegen hatte, sah es dennoch positiv.

"Die erste Halbzeit stimmt mich zuversichtlich", meinte der FC-Coach: "In der zweiten Hälfte haben wir eine sehr gute Rückmeldung bekommen, wo es gilt, den Hebel anzusetzen. Daran kann ich mit der Mannschaft in aller Ruhe arbeiten."

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