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Artur Wichniarek erzielte gegen Berlin sein 12. Saisontor © getty

Die Berliner kommen in Bielefeld nicht über ein 1:1 hinaus und bleiben so hinter Hoffenheim. Spielverderber ist ein Ex-Herthaner.

Bielefeld - Hertha BSC Berlin hat den vorübergehenden Sprung an die Tabellenspitze verpasst.

Zum Auftakt des 19. Spieltages kam der Tabellenzweite nur zu einem 1:1 (1:1) bei Abstiegskanditat Arminia Bielefeld und vergab damit die Chance, zumindest bis Samstag an Spitzenreiter 1899 Hoffenheim vorbeizuziehen.

Den erstmaligen Sprung auf Platz eins seit 16 Monaten verhinderte dabei ausgerechnet der 2005 im Unfrieden von Hertha geschiedene Artur Wichniarek.

Der Pole, der zweieinhalb Jahre für die Berliner gespielt hatte, markierte in der 40. Minute bereits sein zwölftes Saisontor und egalisierte damit die Führung der Gäste durch Andrej Voronin (13.).

Damit vergrößerte die Arminia als Tabellen-14. vorerst den Vorsprung zu den Abstiegsplätzen auf fünf Punkte.

Serien halten

Durch das Remis wurden gleich zahlreiche Statistiken fortgesetzt. Arminia verlor nur eines der letzten sieben Spiele, Hertha sogar nur eines der vergangenen acht. Dafür blieben die Berliner auch beim fünften Versuch in Folge ohne Sieg in Ostwestfalen.

Trptz der verpassten Tabellenführung zeigte sich Hertha-Coach Lucien Favre nicht enttäuscht: "Wir müssen das Unentschieden akzeptieren. Ich bin nicht unzufrieden. Bielefeld ist keine schlechte Mannschaft."

Bielefelds Trainer Michael Frontzeck freute sich über den gewonnenen Punkt: "Ich habe ein sehr gutes Spiel gesehen. Mit der Leistung bin ich zufrieden. Berlin ist besser ins Spiel gekommen und hatte zwei, drei gute Chancen. Hinten raus war es aber ein gerechtes Unentschieden."

Friedrich wegen Rückenschmerzen ausgefallen

Neben dem Serben Marko Pantelic (Kapselzerrung im Kniegelenk) und Gojko Kacar (Achillessehnenreizung) musste der Schweizer wie befürchtet auch Kapitän Arne Friedrich ersetzen.

Der Nationalverteidiger fiel an alter Wirkungsstätte wegen Rückenschmerzen aus.

Unglückliches Debüt von Cufre

Dafür gab Leandro Cufre sein Debüt in der Start-Elf - wenn auch nur für 45 Minuten.

Der Argentinier, der bei der WM 2006 für Aufsehen gesorgt hatte, als er nach dem Viertelfinale gegen Deutschland Per Mertesacker in den Unterleib trat, verursachte mit einem Stellungsfehler das 1:1 von Wichniarek und musste nach der Pause in der Kabine bleiben.

Eiskalt wie eine Spitzenmannschaft

Den Ausfall der drei Leistungsträger merkte man den Berlinern zunächst kaum an. Die Favre-Elf begann zwar sehr abwartend, wirkte dabei aber sehr geordnet und kompakt.

Die erste Chance nutzten die Gäste dann im Stile einer echten Spitzenmannschaft eiskalt: Nach einem 80-Meter-Abstoß von Torhüter Jaroslav Drobny löste sich Woronin geschickt von seinem Bewacher Markus Bollmann und traf mit einem Rechtsschuss aus spitzem Winkel in die lange Ecke.

Der in den letzten Wochen zumeist überragende Arminia-Keeper Dennis Eilhoff gab dabei keine gute Figur ab.

Voronin trifft die Latte

Sechs Minuten später sahen die 20.700 Zuschauer fast eine Kopie dieses Treffers: Nach einem schönen Pass von Maximilian Nicu entwischte Woronin abermals Bollmann.

Diesmal versuchte er sein Glück mit einem Lupfer über den aus dem Tor stürmenden Eilhoff, traf aber nur die Latte.

Obwohl die Hertha spielerisch nicht glänzte, schien sie nun die Partie sicher im Griff zu haben.

Zwei Drittel aller Arminia-Tore

Bis zur 40 Minute: Nach einer langen Flanke von Radim Kucera traf Wichniarek mit einem Kopfball-Aufsetzer aus kurzer Distanz.

Der Stürmer hat damit zwei Drittel der 18 Bielefelder Saisontore geschossen. Für die Hertha hatte er zwischen 2003 und 2005 bei 44 Einsätzen ganze vier Tore markiert.

Katongo vergibt Siegtreffer

Im zweiten Durchgang taten die Berliner viel zu wenig für ihr Offensivspiel. Die Arminia war die deutlich aktivere Mannschaft.

Die größte Chance zur Führung vergab der Sambier Chris Katongo, der Drobny den Ball aus kurzer Distanz in die Arme köpfte (63.).

Marx und Cicero sehen fünfte Gelbe

Beste Spieler bei Berlin waren Nicu und Woronin. Bei den Gastgebern gefielen vor allem Wichniarek und der gebürtige Berliner Thorben Marx.

Dieser sah jedoch die fünfte Gelbe Karte und fehlt im nächsten Spiel beim Hamburger SV ebenso wie der Berliner Cicero im Spitzenspiel am kommenden Samstag gegen Meister Bayern München.

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