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Jermaine Jones ist der fünfte Stammspieler, der bei Schalke ausfällt © getty

Schalkes neuer Trainer Rutten hat den dritten Zu Null-Sieg gefeiert, doch nach dem fünften Erfolg gegen Hannover fehlt der fünfte Stammspieler.

Von Michael Schulz

München/Gelsenkirchen ? Die Bilanz von Trainer Fred Rutten an seinem neuen Arbeitsplatz FC Schalke 04 liest sich sehr gut.

Das 3:0 zum Ligastart gegen Hannover 96 war der dritte Zu-Null-Triumph im dritten Pflichtspiel. Zuvor hatte der Niederländer mit den Königsblauen ein 3:0 im DFB-Pokal beim FC Homburg und ein 1:0 gegen Atletico Madrid in der Qualifikation der Champions League gefeiert.

"Drei Siege in einer englischen Woche ? ich bin zufrieden", sagte der 45-Jährige: "Wir sind körperlich in einer guter Verfassung."

Kuranyi lobt Rutten

Vor allem Doppeltorschütze Kevin Kuranyi zeigte vor den Augen von Bundestrainer Joachim Löw eine ansprechende Leistung. Schmeichelnde Worte fand der Stürmer jedoch nicht für Löw ("Ich wusste gar nicht, dass er da war"), sondern für seinen Klubcoach: "Er hat eine neue Spielphilosophie mitgebracht. Das braucht Zeit, aber es klappt schon ganz gut."

Die Schalker variierten das Tempo, kombinierten flüssig und kontrollierten das Tempo zu jeder Zeit.

Stärke bei Standards

Eine Stärke der abgelaufenen Saison zeigten die Knappen aber auch gegen Hannover. 23 Tore und damit die meisten aller 18 Klubs hatte Schalke nach ruhenden Bällen erzielt.

Gegen Hannover köpfte Marcelo Bordon einen Eckball von Ivan Rakitic zum 1:0 ein. "Wenn der Gegner hintendrin steht, müssen wir eben mit Standards unsere Tore machen", meinte der Kapitän.

Auch Kuranyi beherzigte die Worte seines Abwehrchefs bei seinen Toren nach Vorarbeit von Christian Pander und Rakitic. Doch er betonte: "dass wir nach vorne gespielt haben, das war sehr wichtig".

Drei Punkte sind das Wichtigste

Der einzige Kritikpunkt, den sich die Gastgeber gefallen lassen mussten, war die Chancenverwertung. Ein Kopfball von Verteidiger Benedikt Höwedes wehrte 96-Keeper Robert Enke ab (18.) und einen Kuranyi-Chance köpfte Altin Lala (55.) auf der Linie weg.

Doch Rutten nahm seine Spieler in Schutz. "Die zweite Halbzeit war weniger spektakulär, aber in der englischen Woche ist das dritte Spiel immer schwer", sagte der Niederländer, der dann doch Kritik hinterher schob: "Wir müssen noch an der Organisation auf dem Platz arbeiten, die war noch nicht bei 100 Prozent, aber ich bin zufrieden mit den drei Punkten."

Jones ist nächster Ausfall

Doch wie schon gegen Atletico erkauften die Gelsenkichener den Erfolg teuer. Nach den Neuzugängen Jefferson Farfan (Schultereckgelenksprengung) und Orlando Engelaar (Knieverletzung) traf es gegen die Niedersachsen Jermaine Jones.

Der Mittelfeldspieler verletzte sich nach einem rüden Foul von Altin Lala am Sprunggelenk und musste in der 30. Minute ausgewechselt werden. "Da war das Bein bei der Grätsche schon extrem hoch", meinte S04-Manager Andreas Müller.

Trainer Rutten war es egal, weil "wir einen großen Kader haben". Sein Stürmer Kuranyi übernahm Verantwortung: "Es haben sich drei wichtige Spieler verletzt. Da sind wir als Mannschaft gefordert, die Ausfälle zu kompensieren."

Heckings Warnung wird überhört

Einen Totalausfall seines Teams erlebte Dieter Hecking. "Ich habe noch vor dem Spiel vor den gefährlichen Standards der Schalker gewarnt, doch meine Mannschaft war nicht da", sagte der 96-Coach: "Dann darf man sich nicht beschweren, wenn man hier eine Klatsche bekommt."

Eine Menge Arbeit, so Hecking, habe sein Team noch vor sich.

Deutliche Worte von Enke

Allerdings nahm der 43-Jährige seinen Kader auch in Schutz: "Wir haben uns von den beiden Tiefschlägen nicht richtig erholt?, erklärte er: "Und als wir in der zweiten Hälfte besser geworden sind, fiel das 3:0. Da braucht man sich über den weiteren Spielverlauf nicht zu unterhalten."

Deutliche Worte fand sein Keeper Enke, der allerdings unter der Augen des Bundestrainers beim ersten und dritten Gegentor keine gute Figur abgab: "Wir hatten kaum große Chancen und man hatte nie das Gefühl, dass wir zurückkommen."

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