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Es dürfte für van Bommel Schöneres geben als den Vertragsgeschacher mit den Bayern © getty

Der Käpt'n ist unglücklich mit seiner Vertragssituation, kann sich selbst aber auch zu keiner schnellen Entscheidung durchringen.

Vom FC Bayern berichtet Mathias Frohnapfel

München - Das Gezerre geht weiter, die Zeichen stehen nach wie vor auf Abschied - auch wenn sich Teamkollege Luca Toni auf Nachfrage von Sport1.de stark macht für einen Verbleib Mark van Bommels (Porträt) beim FC Bayern.

Dennoch: Van Bommels sportliche Zukunft beim FC Bayern ist ungewiss. Mit dem vorliegenden Vertragsangebot, inklusive einjähriger Laufzeit, ist der Kapitän des Rekordmeisters jedenfalls unzufrieden. Der Schacher dauert an.

"Es hat mich schon enttäuscht, dass es kein anderes Angebot gab, aber so ist das Fußballgeschäft", sagte der defensive Mittelfeldspieler zwei Tage vor der Bundesliga-Partie gegen Dortmund (So., ab 16.30 Uhr LIVE).

"Das ist Recht des Vorstands und des Vereins. Sie machen die Verträge. Ich kann nur gut Fußball spielen, mehr kann ich nicht tun."

Zeit lassen für eine definitve Aussage

Auf die Frage, ob es bei zweijähriger Laufzeit die aktuelle Debatte nicht geben würde, entgegnete der 31-Jährige nur lapidar: "Genau."

Für eine definitive Aussage aber, ob er in München bleibt oder nicht, will sich van Bommel jetzt bewusst Zeit nehmen: "Es besteht keine Frist, ich habe mir auch keinen Zeitpunkt gesetzt. Ich will die richtige Entscheidung treffen für mich und meine Familie."

Der Bayern-Kapitän kündigte an, die verschiedenen Optionen nebeneinander legen und vergleichen zu wollen. Zu diesen Möglichkeiten gehören unter anderem auch Angebote aus den Niederlanden, wie der "Oranje"-Nationalspieler bestätigte, der wie Joris Mathijsen (Hamburger SV) für das Länderspiel in Tunesien am 11. Februar nominiert wurde.

"Er ist unser Kapitän"

Klubkollege Toni hingegen machte sich gegenüber Sport1.de dafür stark, dass van Bommel bei den "Roten" bleibt: "Mark ist unser Kapitän und ein wichtiger Spieler für uns", erklärte der Stürmer.

Zwar müsse letztlich der Teamkollege gemeinsam mit dem Vorstand seine Zukunft klären, aber: "Es würde mir leid tun, wenn Mark gehen würde. Allerdings denke ich, dass er auch nächstes Jahr bei uns sein wird."

Im Team genauso wie bei den Fans genießt van Bommel hohes Ansehen.

"Aggressiv-Leader" wegen Hitzfeld

Besonders seine Kampfkraft und sein Siegeswillen gelten als Markenzeichen des Spielers, den Ottmar Hitzfeld in seiner Zeit als Bayern-Coach ganz bewusst zum "Aggressiv-Leader" erklärte.

Mit dem Nachfolger Jürgen Klinsmann (Porträt) erlebt Mark van Bommel hingegen eine emotionale Achterbahnfahrt. Schmerzlicher Höhepunkt war die Verbannung aus der Stammelf zu Beginn der Hinrunde.

Van Bommel fasste sein Verhältnis zum FCB-Trainer so zusammen: "Ich denke, er schätzt mich, sonst hätte er mich nicht zum Kapitän gemacht, aber er hat mich auch auf die Bank gesetzt." Dass die schwebenden Verhandlungen Einfluss auf seine Leistungsstärke haben, befürchtet van Bommel nicht.

Kein Leidensdruck

"Ich leide nicht unter dem Thema", verkündete er jetzt selbstsicher.

Klinsmann selbst betonte, dass der Niederländer "höchste Wertschätzung bei uns besitzt". Und: "Wir würden uns freuen, wenn er sich für uns entscheidet."

Wie van Bommel hat auch Mittelfeldspieler Ze Roberto noch keine endgültige Aussage zu seiner Zukunft gemacht. Aus Klinsmanns Sicht belastet das den Klub keineswegs. Beide Spieler verhielten sich "topprofessionell", auch deshalb werde der FCB keinen Druck aufbauen.

Klinsmann: "Eine Lektion"

Aktuell zielt ohnehin alle Aufmerksamkeit der Münchner darauf ab, einen verpatzten Rückrundenstart zu vermeiden. Im Heimspiel gegen Borussia Dortmund muss unbedingt ein Sieg geholt werden.

Die Niederlage in Hamburg bezeichnete Klinsmann gegenüber Sport1.de als "eine Lektion, weil wir die erste halbe Stunde nicht aggressiv und lauffreudig genug waren, die Leute da zuzustellen".

Im Training hat der Coach daher mit seinem Trainerstab in der abgelaufenen Woche "Reizpunkte gesetzt" und intensiv gearbeitet. Die wichtigste Erkenntnis für seine Profis laute nämlich nach der Pleite im ersten Rückrundenspiel: "Es hat sich gezeigt, dass dir nichts geschenkt wird und dass du in jedes Spiel voll konzentriert und aggressiv reingehen musst."

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