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Jürgen Klopp ist kein Trainer, der seine Emotionen versteckt © getty

Klopp reagiert mit Unverständnis auf den Vorwurf von Ex-Schiri Fröhlich, er sei ein schlechtes Vorbild. Er hat prominente Fürsprecher.

Mainz - Jürgen Klopp hat mit Unverständnis auf die Vorwürfe reagiert, er würde ein schlechtes Vorbild abgeben und Respektlosigkeiten gegen Schiedsrichter im Amateurbereich zu fördern.

"Es ist sehr unangenehm, wenn der eigene Name mit so was in Verbindung gebracht wird. Ich war einigermaßen geschockt darüber", sagte der Trainer von Borussia Dortmund am Samstag bei LIGA total! nach dem 2:1-Sieg in Mainz (SPIELBERICHT: Arbeitssieg für BVB) (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle).

"Herr Fröhlich müsste mir das vielleicht etwas genauer erklären. Ich weiß, wie ich bin. Damit bin ich bisher relativ gut klar gekommen. So ein großes Ding daraus zu machen, finde ich unangenehm."

Fröhlich kritisiert "aggressives Potenzial"

Lutz Michael Fröhlich, Abteilungsleiter Schiedsrichter beim Deutschen Fußball-Bund (DFB), hatte Dortmunds Trainer für sein emotionales Verhalten an der Seitenlinie kritisiert.

Der frühere FIFA-Unparteiische warf Klopp vor, ein schlechtes Vorbild abzugeben und Respektlosigkeiten gegen Schiedsrichter im Amateurbereich zu fördern (NEWS: Fröhlich kritisiert Klopp).

"Auch wenn der Trainer Klopp sich hinterher immer hinstellt und sagt: 'es tut mir leid', am Ende ist es so: es bleibt immer irgendetwas hängen. Das Verhalten, was da zum Teil an den Tag gelegt wird, hat so ein aggressives Potenzial, dass daraus gewaltsame Exzesse entstehen können", sagte Fröhlich im "Deutschlandradio".

Fröhlich versucht zu beruhigen

Am Sonntag versuchte Fröhlich, ein wenig den Zündstoff aus der Diskussion zu nehmen.

"Der Kontext meiner Äußerungen wird leider völlig außen vor gelassen. Es ging mir um eine grundsätzliche Sensibilisierung für dieses Thema, denn das hat Einfluss auf die Arbeit der Schiedsrichter in allen Bereichen des Fußballs", sagte der Ex-Schiedsrichter in einer DFB-Stellungnahme:

"Es geht mir nicht um Personen und es war nicht meine Absicht, eine bestimmte Person anzugreifen. Die entstandenen Irritationen bei den Betroffenen werde ich in einem persönlichen Gespräch ausräumen."

Löw und Hecking geben Klopp Rückendeckung

Bundestrainer Jogi Löw sagte dazu: "Die Trainer leben am Spielfeld ihre Emotionen aus, sind mitten im Geschehen drin und müssen unheimlich konzentriert sein. Natürlich müssen sie auch mal ihre Gefühle loswerden."

Ähnlich äußerte sich Dieter Hecking: "Wir sind Trainer, die emotional arbeiten. Dass man sowas dann gleich runterbricht auf eine Vorbildfunktion, um etwas zu schüren, wo sich die Medien gleich drauf stürzen, davon halte ich überhaupt nichts", sagte Nürnbergs Coach

"Ich fände es viel besser, wenn man miteinander sprechen würde. Wir haben es auch versucht, durch einen Brief an die Schiedsrichter. Wir haben Vorschläge gemacht. Ich bin gespannt, ob sie darauf eingehen. Aber jetzt einfach so etwas rauszuhauen, finde ich nicht gut", meinte Hecking.

Schuster: "Schiedsrichter sind zu distanziert und arrogant"

Mainz Coach Thomas Tuchel antwortete auf die Frage, ob die Aussagen von Fröhlich zu weit gehen würden: "Ja - mit Ausrufezeichen!"

LIGA total!-Experte Bernd Schuster kritisierte die fehlende reelle Kommunikation mit den Schiedsrichtern:

"Es gibt Schiedsrichter, die mit dir gar nicht reden wollen und niemand an sich ranlassen. Man kommt an den Schiedsrichter nicht ran - auch nicht an den vierten Offiziellen. Die Schiedsrichter sind zu distanziert und arrogant."

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