vergrößernverkleinern
Kuranyi (l.), Westermann (M.) und Jones hinken mit Schalke den Erwartungen hinterher © imago

Schalke 04 gibt weiterhin ein chaotisches Bild ab: Nach Ernst-Transfer und Kuranyi-Wirbel planen die Klub-Bosse einen Neuaufbau.

Von Thorsten Mesch

München/Gelsenkirchen - Am Donnerstag erreichte die Anhänger des FC Schalke 04 endlich einmal wieder eine positive Nachricht:

Heiko Westermann wurde zum "Revierfußballer des Jahres 2008" gewählt.

Bei der von einer regionalen Sportzeitung durchgeführten Wahl setzte sich Westermann klar vor Neven Subotic durch.

Ein Schalker vor einem Dortmunder. Balsam auf die geschundene Schalker Fan-Seele.

Westermann als Eckpfeiler

Defensivspieler Westermann steht auch bei der Schalker Klubführung sehr hoch im Kurs.

Der bodenständige Franke, der 2007 von Arminia Bielefeld nach Gelsenkirchen kam, soll einer der Eckpfeiler im Team werden. In Zukunft wolle man auf "junge, hungrige" Profis setzen, hatte Manager Andreas Müller Sport1.de erklärt. (Müller: Kuranyis Zukunft offen)

Torwart Manuel Neuer und Abwehrspieler Benedikt Höwedes sollen neben Westermann die Gesichter des neuen FC Schalke sein.

Verwirrung um Kuranyi

Jung und hungrig statt alt und satt? Kevin Kuranyi ist zwar erst 26, gehört aber bereits zu den alten Hasen - und sorgte zuletzt mit Wechselabsichten für Verwirrung.

Vor dem Rückrundenauftakt gegen Hannover habe der Stürmer sich nach möglichen Angeboten anderer Vereine erkundigt, berichtete Müller. Eine Wechselabsicht wollte Müller daraus aber nicht ableiten.

Vielmehr veröffentlichte der Verein auf seiner Homepage eine Erklärung, in der es hieß: "Kevin Kuranyi identifiziert sich zu 100 Prozent mit dem FC Schalke. Er bittet diejenigen, die die ihn kritisch sehen, ihm eine faire Chance zu geben."

Prominente Abgänge in der Winterpause

Nicht wenige Fans haben Kuranyi als Sündenbock für die desolate Hinserie sowie das Scheitern in den Europapokal-Wettbewerben ausgemacht. "Er spaltet die Fans", so Schalkes Fan-Chef Rolf Rojek.

Kuranyis Zukunft in Schalke liegt wahrscheinlich auf der Bank. "Ich denke, dass wir zum Sommer einen Umbau der Mannschaft durchführen werden", erklärte Präsident Josef Schnusenberg der "Welt".

In der Winterpause trennte sich der Verein von Fabian Ernst, Peter Lövenkrands, Albert Streit und Ze Roberto, Gustavo Varelas Vertrag wurde aufgelöst. Sehr gut möglich, dass im Sommer weitere prominente Abgänge folgen. (Ernst nach Istanbul)

Kürzung des Etats um 20 Prozent?

"Fakt ist, dass wir den zweithöchsten Mannschaftsetat der Liga haben", sagte Schnusenberg. Etwa 55 Millionen Euro sollen die Schalker allein für Spielergehälter pro Saison ausgeben. Doch dafür sind die Einnahmen aus der Champions League nötig.

Sollte Schalke die europäische Eliteliga zum zweiten Mal in Folge verpassen, und danach sieht es angesichts von neun Punkten Rückstand auf Platz drei momentan aus, verpassen, müsse man sich "Gedanken machen", ob der Kader noch bezahlt werden könne.

Verbale Vorboten eines bereits beschlossenen Sparprogramms von angeblich 20 Prozent des Etats? Für Müller keinesfalls: "An unserer Zielsetzung wird sich nichts ändern. Wir wollen auch im kommenden Jahr international spielen", unterstreicht der Manager.

Weniger Geld ohne internationales Geschäft

"Für mich ist entscheidend, dass wir international spielen", betont auch Mittelfeld-Rackerer Jermaine Jones. Dann wolle er seinen Vertrag bis 2011 erfüllen "und wir können auch über eine Verlängerung reden", so der 27-Jährige im "kicker".

Sollte das internationale Geschäft verpasst werden, würden auch weniger Sponsoren-Millionen vom russischen Hauptsponsor fließen. Geld für neue Stars wäre dann wohl nicht übrig, und ob Spieler wie Rafinha dann noch zu halten sind, darf bezweifelt werden.

Selbst der treue Kapitän Marcelo Bordon dachte zuletzt schon laut über eine vorzeitige Trennung nach. Müller zeigte sich darüber im Gespräch mit Sport1.de nicht beunruihgt:

"Das war eine vage Überlegung, keine Feststellung. Ich traue ihm zu, noch zwei Jahre auf sehr hohem Niveau zu spielen. Zum jetzigen Zeitpunkt mache ich mir keine Sorgen.

Richtungweisendes Duell gegen Bremen

Noch wird Bordon dringend gebraucht: Schon am Samstag steht gegen Bremen (Sa., ab 15 Uhr LIVE) das richtungweisende Duell der Enttäuschten an. (DATENCENTER: Der 19. Spieltag)

Vor dem Spiel wird Heiko Westermann als "Revierfußballer 2008" ausgezeichnet. Der Applaus der Fans ist ihm sicher. Kevin Kuranyi droht hingegen ein erneutes Pfeifkonzert.

"Es wird haarig", sagt Schnusenberg: "Kuranyi hat es hier immer schwer gehabt." Worte, die eher nach Abschied klingen.

Gewinnen Sie 2 x 2 Reisen zum Topspiel Hertha BSC - FC Bayern am 14.02.2009

Zum Forum - hier mitdiskutieren!Zurück zur Startseite

teilentwitternteilenE-MailKommentare
Bitte bewerten Sie diesen Artikel