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Nando Rafael (o.), Stefan Reisinger (2.v.l.) und Axel Bellinghausen (r.) treffen gegen Frankfurt © getty

Düsseldorf setzt sich gegen die Eintracht durch und krönt eine starke Woche. Nach Matmours Platzverweis bricht Frankfurt ein.

Düsseldorf - Fortuna Düsseldorf hat eine perfekte Englische Woche mit einem Dreier im Aufsteiger-Duell gekrönt.

Gegen Eintracht Frankfurt feierten die Rheinländer mit dem 4:0 (2:0) den zweiten Heimsieg innerhalb von acht Tagen, nachdem sie am Dienstag zudem mit dem 1:1 beim Meister Borussia Dortmund einen wichtigen Auswärtszähler eingefahren hatten.

Gegen harmlose und nach der Gelb-Roten Karte gegen Karim Matmour (34. Minute) dezimierte Frankfurter trafen Stefan Reisinger (38.), Oliver Fink (42.), Nando Rafael (58.) und Axel Bellinghausen (85.) für die Fortuna.

"Der Schiedsrichter hat das Spiel entscheiden", ärgerte sich Frankfurts Trainer Armin Veh bei LIGA total! über Schiedsrichter Michael Weiner, der Matmour früh vom Platz schickte: "Es ist immer das Gleiche."

"Emotionen gehören einfach dazu"

Damit ärgerte sich Veh über die Reaktion der Düsseldorfer Bank, die nach dem ersten Foul Matmours wild aufgesprungen waren.

Düsseldorfs Trainer Norbert Meier konnte zur Gelb-roten Karte "nichts sagen. Emotionen gehören einfach dazu".

Zum Spiel merkte Meier bei LIGA total! zufrieden an: "Besser hätte es nicht laufen können."

Während Düsseldorf nach dem höchsten Saisonsieg mit 18 Punkten auf Platz 13 kletterte, geht den furios in die Saison gestarteten Hessen nach nur einem Sieg aus den letzten sieben Spielen die Luft aus. (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle)

Für die Fortuna war es zudem der höchste Bundesliga-Sieg seit 22 Jahren (7:0 gegen den FC St. Pauli am 12. Mai 1990).

70 Eintracht-Anhänger festgenommen

So sehr die Eintracht-Spieler auf dem Platz enttäuschten, so negativ fielen die Anhänger der Hessen auf.

Vor dem Spiel waren rund 70 von ihnen von der Polizei vorübergehend festgenommen worden. Sie hatten in der Düsseldorfer Altstadt versucht, eine Polizeiabsperrung zu überwinden und sich Zugang zur U-Bahn zu verschaffen.

Dabei attackierten sie die Beamten. Das bestätigte ein Polizeisprecher.

Bengalos führen zur Unterbrechung

Zudem musste Schiedsrichter Michael Weiner aus Giesen die Partie kurzzeitig unterbrechen.

Pünktlich mit Ablauf des zwölf Minuten und zwölf Sekunden langen Stimmungsboykotts zündeten Fans an drei Stellen im Frankfurter Block Bengalos und Feuerwerkskörper.

Matmour fliegt früh vom Platz

In einer lange Zeit schwachen Bundesliga-Partie, die wegen Verkehrsproblemem mit zehn Minuten Verspätung angepfiffen worden war, leitete ausgerechnet der Frankfurter Matmour den Düsseldorfer Sieg ein.

Der Stürmer, der bereits am vergangenen Wochenende beim 1:1 bei Schalke 04 Gelb-Rot gesehen hatte, leistete sich innerhalb von sieben Minuten zwei dumme Fouls, sah erneut die Ampelkarte und flog als erster Spieler der Bundesliga-Geschichte zweimal innerhalb von sieben Tagen vom Platz.

Darüber regte sich Sportdirektor Bruno Hübner auf: "Total lächerlich. Er hat insgesamt nur zwei Fouls gemacht, ganz normale Fouls."

Reisinger trifft erneut

Die bis dato harmlosen Gastgeber, die durch Adam Bodzek (19.) und Andreas Lambertz (21.) erste zarte Chancen hatten, nutzten die Überzahl im Handumdrehen aus.

Reisinger, der bereits beim 2:0 gegen den Hamburger SV und in Dortmund getroffen hatte, tankte sich durch die ersatzgeschwächte Frankfurter Defensive und schoss zur Führung ein.

Fink gelingt Traumtor

Noch vor der Pause stellte Fink die Weichen auf Sieg.

Nach einer unglücklichen Kopfball-Abwehr des erst 17 Jahre alten Marc-Oliver Kempf traf der in die Fortuna-Startelf zurückgekehrte Mittelfeldspieler sehenswert mit einem Schlenzer aus 20 Metern. (646119DIASHOW: Der 15. Spieltag)

Rafael mit dem 3:0

Frankfurt versuchte nach der Pause, in Unterzahl das Spiel zu machen und kam durch einen Kopfball von Stefan Aigner (54.) zu einer ersten guten Möglichkeit.

Das nächste Tor fiel allerdings erneut auf der anderen Seite. Rafael schoss zum 3:0 ein.

Den Schlusspunkt setzte Axel Bellinghausen, der nach einer unglücklichen Oczipka-Abwehr völlig frei den 4:0-Endstand markierte.

Frankfurt ersatzgeschwächt

Bei den weiter stark ersatzgeschwächten Düsseldorfern, die kurzfristig auch noch Stürmer Robbie Kruse (Oberschenkelprobleme) ersetzen mussten, überzeugten Fink und Bodzek.

Im Frankfurter Team, das auf die gelbgesperrten Carlos Zambrano und Kapitän Pirmin Schwegler verzichten, erreichte kein Spieler Normalform.