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Die Bayern um Dante (M.) und Schweinsteiger stehen bereits als Herbstmeister fest © imago

Der Rekordmeister muss neben dem verpassten Knockout gegen Dortmund Badstubers Kreuzbandriss verdauen, sieht aber das Positive.

Aus München berichten Mathias Frohnapfel und Matthias Becker

München - Toni Kroos schaute etwas verdutzt, ehe er zurücksprintete.

Dass Roman Weidenfeller mit einer Glanztat ein mögliches zweites Tor verhindert hatte, imponierte dem Bayern-Regisseur.

Hinterher machte er dann schnell seinen Frieden mit dem 1:1 im Gipfeltreffen gegen den BVB.

"Mit dem Ergebnis werden und müssen wir leben", sagte Kroos bei LIGA total!: "Das Minimalziel war ein Punkt - das Wichtigste sind elf Punkte Vorsprung auf Dortmund." (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle)

Eben jenen Abstand auf den Tabellendritten wahrten die Bayern in einem Match, das vor allem in der zweiten Hälfte reichlich Dramatik und Torszenen bot - aber mit dem Kreuzbandriss von Holger Badstuber auch eine Hiobsbotschaft für Bayern (646119DIASHOW: Der 15. Spieltag).

Badstuber-Verletzung schockt Kollegen

"Geschockt" hätten seine Spieler reagiert, dass ihr Teamkollege während der Pausenbesprechung "schwer verletzt in der Physio-Kabine" lag, berichtete Trainer Jupp Heynckes bei LIGA total!.

Auch der verletzte Arjen Robben verließ aus Sorge um Badstuber die Tribüne und kam in die Katakomben.

Der Bayern-Coach suchte auch hier das Positive und betonte, dass sein Team dem Schock getrotzt und "eine gute zweite Hälfte gespielt" habe: "Wir gehen unseren Weg so weiter wie bisher - die Mannschaft ist klasse drauf!"

Zu hadern hatte sie in spielerischer Hinsicht nur mit dem 1:1 durch Mario Götze.

"Beim Gegentor hat die Zuordnung nicht gepasst", sagte Kroos und musste sich dabei an die eigene Nase fassen: Götze war ihm entwischt.

Götze gesteht: Hatte Glück

Dortmunds Ausnahmetalent gestand übrigens: "Bei meinem Tor hatte ich Glück, dass der Ball durch alle durchgeht."

Götze räumte auch ein, dass Bayern dem BVB "das Leben sehr schwer gemacht" habe: "Wenn man den Verlauf des Spiels sieht, können wir mit dem Punkt zufrieden sein."

Sein Trainer urteilte ähnlich. "Beide Mannschaften haben sich alles abverlangt, alles gegeben", meinte Jürgen Klopp bei "Sky".

Das Remis empfand er daher als "gerechtes Ergebnis", ehe er dem verletzten Badstuber alles Gute wünschte.

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BVB-Trio zurück im Team

Beide Trainer boten im Spitzenspiel ihre erwartete Wunschformation auf. Klopp schickte so Mats Hummels, Götze und Ilkay Gündogan ins Rennen, die beim 1:1 gegen Düsseldorf noch angeschlagen zuschauen mussten.

Aggressiv und zielstrebig begann der FCB - ohne Hilfe der Fans, die bis zur zwölften Minute den obligatorischen Schweige-Protest gegen das DFL-Sicherheitskonzept durchzogen.

Neuer weckt die Fans

Nur Keeper Manuel Neuer hätte sie um ein Haar aus ihrer Verweigerungshaltung geholt, als er im Strafraum über einen Ball säbelte. Marco Reus bediente per Hacke Robert Lewandowski, der aber nicht zum Abschluss kam (4.).

Ansonsten dominierte der FCB in den ersten 25 Minuten angetrieben von einem enorm quirligen Franck Ribery.

BVB-Coach Klopp wärmte sich im Gefrierschrank Allianz Arena rasch auf, dirigierte kräftig von der Seitenlinie - mit Erfolg.

Plötzlich blieben Münchner Torschüsse aus, der BVB spielte sich immer gefährlicher vors Tor der Hausherren. Reus testete dabei nach Pass von Mats Hummels (44.) mit Nachdruck Neuer.

Zu diesem Zeitpunkt hatten die Bayern bereits Badstuber durch Jerome Boateng ersetzen müssen: Der Innenverteidiger war im Zweikampf unglücklich mit Götze zusammengerasselt, von hinten prallte zu allem Unglück noch Mitspieler Javier Martinez in Badstuber (35.).

Powerfußball nach der Pause

Nach der Pause spielten beide Teams mit einem Mal, als ob das bisherige taktische Konzept nur noch zweite Priorität hätte.

Dortmund setzte Angriff um Angriff, Bayern versuchte ebenso offensiv zu antworten. Nach Schmelzer-Freistoß schoss Hummels - von Bayern ziemlich allein gelassen - aus der Drehung, Neuer hielt glänzend (52.).

Auf der anderen Seite war Roman Weidenfeller bei einem Mandzukic-Schuss (54.) gefordert und Ribery tänzelte hochgefährlich durch den BVB-Strafraum (59.).

Kroos trifft für Bayern

Den Knoten durchschlug stattdessen Kroos.

Quasi auf einem Pizzakarton vernaschte der FCB-Regisseur Subotic und Hummels und feuerte den Ball von der Strafraumkante zur Führung ins Tor (68.).

Der Konter, der nun aufgestachelten Dortmunder, ließ nicht lange auf sich warten.

Heiße Schlussphase

Nach einer Reus-Ecke schnappte sich Götze den von Mandzukic unglücklich verlängerten Ball und versenkte aus 14 Metern unhaltbar für Neuer (75.).

Die Partie war nun längst der erhoffte offene Schlagabtausch, Müller hatte für Bayern sogar die abermalige Führung auf dem Fuß (84.).

Der überragende Weidenfeller parierte zudem großartig gegen Kroos (86.) und Müller (88.) - er war am Ende schuld, dass sich Bayern mit dem Elf-Punkte-Polster trösten mussten.

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