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Gibril Sankoh (r.) kam 2010 aus Groningen zum FC Augsburg © getty

Beim FCA herrscht nach dem Remis gegen Freiburg Frust. Der Coach wirkt distanziert, erhält aber Rückendeckung vom Manager.

Augsburg - Markus Weinzierl wirkte ruhig, fast distanziert zu dem, was in den 93 Minuten zuvor passiert war.

"Wir wollten alles daran setzen, heute die drei Punkte zu holen", sagte der Trainer des FC Augsburg.

"Ich kann der Mannschaft keinen Vorwurf machen was Leidenschaft, Wille und Einsatz angeht."

Und dann begann der 37-Jährige zu analysieren, warum es gegen den SC Freiburg eben wieder nur ein 1:1 (1:1) (Spielbericht) geworden ist und nicht der so sehr ersehnte Sieg.

"Wir sind enttäuscht"

Auch wenn es ihm nicht ins Gesicht geschrieben stand, fügte Weinzierl hinzu: "Wir sind enttäuscht, die Spieler sind geknickt."

Sie hatten viel versucht, und doch es hat wieder nicht gereicht. (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle)

"Mit einem Dreier hätte man richtig Hoffnung schöpfen können", sagte Manager Jürgen Rollmann.

Rollmann stützt Weinzierl

Trotzdem hält der Klub an Weinzierl fest. Rollmann bemühte sich, die Trainierdiskussion im Keim zu ersticken.

"Markus Weinzierl ist unser Trainer. Punkt. Ende. Aus", sagte er. "Auch gegen Bayern?", fragte ein Medienvertreter mit Blick auf das Duell mit dem Tabellenführer aus München am nächsten Wochenende. (646119DIASHOW: Der 15. Spieltag)

Rollmann wiederholte seinen Satz. Er blieb dabei, dass der FCA nie eine Trainerdiskussion geführt habe.

Und Kevin Vogt meinte bei LIGA total!: "Man hat erneut gesehen, dass sowohl die Mannschaft - die Spieler, die auf dem Platz sind und die Jungs, die von der Bank kommen - als auch das Trainerteam komplett intakt sind."

Kampfgeist früh belohnt

Im als richtungweisend deklarierten Heimspiel war der Kampfgeist der Gastgeber schon früh belohnt worden.

Tobias Werner (9.) traf zum 1:0. Doch schon zwanzig Minuten später folgte erneut Ernüchterung: Jonathan Schmid traf zum 1:1.

"Mit dem Ausgleichstreffer war es dann schwer für die einzelnen Spieler", sagte Weinzierl: "Jeder hat momentan auch nicht das große Selbstvertrauen, jeder weiß dass wir gewinnen müssen, deswegen war die zweite Halbzeit sehr zerfahren."

Beide Teams aggressiv

Zahllose Chancen blieben unverwertet, am Ende stand das siebte Ligaspiel des FCA in Folge ohne Sieg.

Zumindest reichte der eine Punkt, um aufgrund der besseren Tordifferenz in der Tabelle aufzusteigen - vom letzten auf den vorletzten Platz.

Beide Mannschaften waren äußerst aggressiv zu Werke gegangen, bereits bis zur Halbzeit wurden fünf Gelbe Karten gezählt, am Ende waren es sieben.

Streich kritisch

Freiburgs Trainer Christian Streich bestätigte: "Augsburg hat sehr intensiv gespielt und alles dafür getan, uns aus dem Rhythmus zu bringen."

Zugleich äußerte der SC-Coach auch Kritik: "Wir haben zwei Verletzte."

Denn Sebastian Freis musste in der 24. Minute mit einer Schulterverletzung vom Platz, in der 46. Spielminute folgte Jan Rosenthal mit einer blutigen Nase, die er aus dem Kopfballduell mit Augsburgs Mittelfeld Ja-Cheol Koo davontrug.

Unlösbare Aufgabe?

Während die Freiburger vor dem Heimspiel gegen Neuling SpVgg Greuther Fürth weiter Punkte sammeln wollen, um sich bis Weihnachten im Tabellenmittelfeld festzusetzen, stehen die Augsburger vor einer scheinbar unlösbaren Aufgabe gegen den Rekordmeister aus München.

"Gegen Bayern sind wir Außenseiter", sagte Weinzierl, lächelte und verschwand in den Stadionkatakomben.

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