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Ratlos: Mike Büskens trainiert seit 2009 die Spielvereinigung Greuther Fürth © getty

Greuther Fürth verliert gegen Stuttgart erneut trotz großem Einsatz und ist Letzter. Hack denkt an Winter-Transfers.

Fürth - Es sei schon ein bisschen wie beim "Dinner for one", sagte Mike Büskens. Nur mit dem Unterschied, dass in dem Lustspiel jährlich zu Silvester "the same procedure", also das immer Gleiche, aufgeführt wird - und bei Büskens' Klub SpVgg Greuther Fürth fast wöchentlich.

"Vielleicht", sinnierte Büskens nach dem 0:1 gegen den VfB Stuttgart (Bericht) und dem Absturz auf Platz 18, "sollte ich mich mal so wegschütten wie der Butler. Das wäre mal was Neues." (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle)

Sich eine unangenehme Situation schön zu saufen, das ist dann aber doch nicht Büskens' Art.

"Jetzt alle an die Steckdose"

Der frühere Schalker ist bekennender Malocher, und mit den Tugenden eines Bergmanns will er Fürth aus dem Schacht führen.

"Jetzt gehen alle an die Steckdose, und dann werden wir nächste Woche wieder diesen Wahnsinn erleben", sagte er.

Dieser "Wahnsinn" bedeutete gegen Stuttgart mal wieder: eine "wahnsinnig engagierte Leistung" (Büskens) - und doch kein Sieg. ( 646119 DIASHOW: Der 15. Spieltag )

Zu Hause nur zwei Remis

13 Bundesliga-Spiele ist die SpVgg nun schon ohne Dreier, zu Hause am Ronhof glückten in nun acht Spielen lediglich zwei Unentschieden.

Dabei war vor allem gegen Stuttgart der erste, der historische Heimerfolg möglich. Nach dem 0:1 durch das Tor von Shinji Okazaki per Kopf (45.) sahen 17.443 Zuschauer leidenschaftliche Fürther.

Nicht erst, als VfB-Kapitän Serdar Tasci wegen seines Fouls gegen Milorad Pekovic Rot sah (52.), war die SpVgg besser. Sie trafen Pfosten (Christopher Nöthe) und Latte (Edgar Prib) - oder VfB-Keeper Sven Ulreich.

Gravierende Abschlussschwäche

Symptomatisch für die Abschlussschwäche, die auch der gute Nöthe in seinem ersten Spiel von Beginn an nicht bessern konnte, war eben die Szene, in der er den Pfosten traf. Es war die dritte Großchance binnen Sekunden.

"Slapstick", habe er gedacht, gab Büskens später zu, "eigentlich dürfte ich das nicht sagen, aber das war mein Wort."

Weil Büskens nur privat ein Fan von Komik ist, wird die SpVgg wohl im Winter zukaufen. Als um 18.12 Uhr im Presseraum kurz das Licht ausfiel, scherzte Büskens: "Jetzt sparen wir schon Strom, damit wir etwas machen können."

Ganz so klamm ist Fürth nicht, kürzlich meldeten der Klub, er hätte über vier Millionen Euro auf der hohen Kante. Geld, das in einen Stürmer gut angelegt wäre.

Neue Stürmer im Winter?

Fürths Präsident Helmut Hack deutete bei LIGA total! Gedanken an Transfers an: "Wir konzentrieren uns jetzt auf die nächsten beiden Spiele ? dann werden wir sehen, welche Personalentscheidungen im Winter getroffen werden."

Gute Torhüter, das zumindest, haben sie in Fürth. Büskens gab am Samstag überraschend Wolfgang Hesl den Vorzug vor seinem bisherigen Stammtorwart Max Grün.

"Das einzige, was wir ihm vorwerfen können, ist, dass er den Elfmeter nicht festgehalten hat", scherzte Büskens. Hesl parierte besagten Strafstoß von Vedad Ibisevic, doch Okazaki köpfte im Nachfassen zum Siegtor ein.

Büskens kündigte an, dass Hesl seinen Platz im Tor für die beiden Spiele bis zur Winterpause behalten wird. Dann habe Grün die Chance, sich wieder aufzudrängen.

"Wir waren in allen Belangen überlegen - aber das Tor haben wir wieder nicht gemacht", sagte Hesl passend.

Acht Punkte aus 15 Spielen

Mit acht Punkten nach 15 Spielen ist noch keine Mannschaft in der Liga geblieben.

"Wir können das nicht wegdiskutieren. Es ist normal, dass die Leute sagen, das war's", sagte Büskens: "Aber das ist nicht unser Ansatz. Wir werden uns in der nächsten Woche wieder mit allem, was wir haben, reinschmeißen." Frustsaufen? Nein, danke!

VfB-Trainer Bruno Labbadia, einst selbst in Fürth auf der Bank, vermisste Alkohol ebensowenig, dafür aber Backwaren.

Frau Hack und der leckere Kuchen

"Wenn Frau Hack wieder ihren wunderbaren Kuchen mitgebracht hätte, wäre der Tag für uns perfekt gewesen", sagte er über die Ehefrau von Hack.

Tasci ärgerte sich derweil über seinen Platzverweis - eine von elf Karten, die Referee Thorsten Kinhöfer zog.

"Der Schiedsrichter hatte zuerst die Hand an der Brusttasche, aber dann standen die sofort mit zehn Mann um ihn herum", sagte er.

Stephan Fürstner soll Kinhöfer von Rot überzeugt haben. "Der hat großen Anteil daran, das war eine unfaire Geste. Er sollte sich mal hinterfragen", schimpfte Ulreich.