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Adam Szalai steht mit neun Treffern an der Spitze der Torjägerliste © getty

Hannover geht trotz langer numerischer Überlegenheit in Mainz leer aus. Trainer und Manager lassen kein gutes Haar am Team.

Mainz - Der Frust über die peinliche Pleite in Überzahl musste einfach raus. "Wie würden Sie es denn angehen?", blaffte Mirko Slomka einen Fragesteller an, der von Hannovers Trainer einen Ausblick auf den Rest der Hinrunde haben wollte: "Wie wäre es denn mit besser spielen und gewinnen? Das wäre doch immer gut!"

Der Ärger bei Slomka saß tief. Schließlich verpassten seine Schützinge am 15. Spieltag trotz einer 41-minütigen Überzahl nicht nur den Sieg, sie kassierten kurz vor Schluss auch noch den Treffer zum Endstand von 1:2 (1:1). (Spielbericht)

Das konnte neben Slomka auch Manager Jörg Schmadtke kaum fassen.

Schamdtke stocksauer

"Ich habe während unserer Überzahl keine klaren Torchancen gesehen. Die Mainzer Abwehr ist nicht einmal richtig ins Schwimmen gekommen. Das ist natürlich einfach schlecht", kommentierte Schmadtke die Vorstellung der Niedersachsen ab der 49. Minute.

"Wenn man den Sieg will, muss man mehr Druck auf den Gegner machen. Das ist uns nicht gelungen. Und in der Rückwärtsbewegung waren wir nachlässig und zum Teil sogar fahrlässig", fügte er hinzu.

Partie kippt nach Platzverweis

Diese Fahrlässigkeit nutzte der Mainzer Torjäger Adam Szalai, der in der 89. Minute per Kopf sein neuntes Saisontor erzielte.

Die eigentlich entscheidende Szene sahen die 28.277 Zuschauer aber bereits in der 49. Minute.

Nachdem sich beide Mannschaften zuvor eine weitgehend ausgeglichene Partie geliefert hatten, die durch die Treffer von Nicolai Müller (10.) und Christian Schulz (28.) ein gerechtes Zwischenergebnis aufwies, kippte das Spiel im Anschluss an den Platzverweis für FSV-Torwart Christian Wetklo zu Gunsten der Gastgeber.

Tuchel: "Haben wir wohl gebraucht"

Der Mainzer Keeper hatte mit einem Handspiel außerhalb des Strafraums eine Großchance der Gäste vereitelt.

"Die Rote Karte hat uns früh in eine Außenseiterrolle gebracht, in der wir total über uns hinaus gewachsen sind. Das haben wir diesmal wohl gebraucht. Davor hat uns die Emotion gefehlt", kommentierte der Mainzer Trainer Thomas Tuchel die Leistungssteigerung seiner Profis nach der berechtigten Roten Karte.( 646119 DIASHOW: Der 15. Spieltag )

Slomka beklagt Fahrlässigkeit

Dass der Wetklo-Ersatz Loris Karius anschließend bei seinem Bundesliga-Debüt kaum etwas halten musste, brachte Tuchels Kollegen Slomka aber nicht einmal so sehr auf die Palme.

Hannovers Trainer, um dessen Vertragsverlängerung über das Saisonende hinaus weiter gepokert wird, verzweifelte viel mehr am mangelnden Spielverständnis seiner Schützlinge, die bereits vor dem abschließenden Vorrunden-Spiel am Donnerstag bei UD Levante für die Zwischenrunde der Europa League qualifiziert sind.

"Irgendwann merkt man, dass ein Sieg glücklich wäre. Das muss man aber auch auf dem Platz erkennen, damit man wenigstens einen Punkt mitnimmt. Stattdessen machen wir fahrlässige Fehler. Jetzt ist Mainz an uns vorbeigezogen - und das verdient", schimpfte der Coach.(DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle)

Mainzer bleiben auf dem Teppich

Vom Europapokal möchten die Mainzer allerdings nichts hören. "Die Fans dürfen träumen, aber wir bleiben auf dem Boden. Unser Ziel ist dasselbe wie vor der Saison, wir wollen die Bundesliga sichern", sagte Torschütze Szalai.

In dieselbe Kerbe schlug auch FSV-Präsident Harald Strutz: "Die Tabelle können wir genießen, und die Punktzahl ist eine großartige Leistung. Aber beim Blick auf die Tabelle sieht man auch, dass nur zwei Mannschaften abgeschlagen sind."

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