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Seit 2002 ist Karl-Heinz Rummenigge Vorstandsvorsitzender des FC Bayern © imago

Bayerns Vorstandsboss spricht über das Remis gegen Dortmund, das Titelrennen und die Folge von Holger Badstubers Verletzung.

Vom FC Bayern berichten Mathias Frohnapfel und Matthias Becker

München - Vorstandsboss Karl-Heinz Rummenigge weiß genau, wie sehr sich die Bayern-Familie nach einem Liga-Erfolg über Borussia Dortmund gesehnt hat.

Der BVB sollte nach Willen der Münchner schnellstmöglich aus der Gattung der Angstgegner gestrichen werden, wo er sich nach vier Bundesliga-Pleiten befand (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle).

Ganz gelungen ist das im Liga-Gipfel nicht, das 1:1 (0:0) (Bericht und 646533 Einzelkritik ) spiegelt zwar die Kräfteverhältnisse wider, doch der Schlussspurt der Münchner zeigte auch, dass sie trotz des Elf-Punkte-Vorsprungs auf den Drittplatzierten unbedingt siegen wollten.

Lob für Weidenfeller

Ein Erfolg über den amtierenden Meister hätte eben allen an der Säbener Straße besonders gut getan.

Bayern-Boss Rummenigge blieb trotz der vertanen Chance gelassen, lobte im Bauch der Arena auch BVB-Keeper Roman Weidenfeller.

Im Interview ordnet er zudem die Punkteteilung mit Dortmund ein und spricht über Holger Badstubers Verletzung sowie Bayerns nächste Aufgabe in der Champions League.

Frage: Herr Rummenigge, das Spitzenspiel endete remis. Wie bewerten Sie das Ergebnis?

Karl-Heinz Rummenigge: Am Ende lagen die Chancen ein Stück weit mehr bei uns als bei Dortmund, deshalb hätten wir es vielleicht auch verdient gehabt zu gewinnen. Aber das hat der Torwart von Borussia Dortmund leider verhindert. Speziell in den letzten zehn Minuten hatten wir gute Chancen, aber da hat er gut reagiert. ( 646119 DIASHOW: Der 15. Spieltag )

Frage: War das ein Duell auf Augenhöhe?

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Rummenigge: Ja, es war ein Duell auf Augenhöhe. In der zweiten Halbzeit war es ein hochklassiges Spiel, in der ersten Hälfte war es gerade im Mittelfeld taktisch noch sehr schwierig für beide Mannschaften. Gerade in der zweiten Halbzeit hat man aber gesehen, dass die zwei besten Bundesligamannschaften gegeneinander spielen.

Frage: Was bedeutet das Ergebnis psychologisch für die Bayern?

Rummenigge: Wir haben den Vorsprung, den wir hatten, behalten. Wir können zufrieden sein, es war ein gutes Spiel. Wir hätten es vielleicht verdient gehabt, aber es nützt nichts. Wir sind zufrieden.

Frage: Dortmund bleibt also nervig?

Rummenigge: Dortmund ist ein Konkurrent, ohne Frage.

Frage: Bitter ist die Verletzung von Holger Badstuber. Wie geht es ihm?

Rummenigge: Ich war gerade in der Kabine, er ist natürlich sehr betrübt, weil es so aussieht, als ob es ein Kreuzbandriss wäre. Er wird sicherlich mehrere Monate ausfallen und das ist natürlich etwas, das uns bedrückt. Er ist wohl im Rasen hängen geblieben und hat gesagt, dass es sofort Knack gemacht hat und er gemerkt hat, dass es etwas Schlimmeres ist. Wir stehen total zu ihm.

Frage: Werden Sie wegen des langfristigen Ausfalls noch mal personell reagieren?

Rummenigge: Das werden wir, glaube ich nicht, denn wir haben mit Dante, Boateng und van Buyten drei Leute für die Position, und auch Javi Martinez kann sie spielen. Wir sind da gut aufgestellt.

Frage: Wie waren Sie mit dem Mittelfeldduo Bastian Schweinsteiger und Javi Martinez zufrieden?

Rummenigge: Das war im Mittelfeld ein sehr intensives Spiel. Beide Mittelfeldreihen haben versucht, sich zu eliminieren, in der zweiten Halbzeit ist es dann ein Stück offener geworden. Man hat gesehen, dass beide Mannschaften mehr als den einen Punkt wollen. Dass es nicht mehr geworden ist, damit muss man leben.

Frage: Was bedeutet das Ergebnis für das Spiel gegen Borissow am Mittwoch?

Rummenigge: Das ist ein anderer Wettbewerb. Wir wollen Tabellenführer werden, und dafür müssen wir gewinnen. Dazu sind wir auch in der Lage. Die Mannschaft wird regenerieren und sich dann auf das Spiel vorbereiten. Wir haben jetzt noch vier Spiele: Das gegen Borissow, zwei in der Liga und eines im Pokal. Ich hoffe, dass wir die alle erfolgreich bestehen.

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