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Markus Babbel (l., mit Müller) trainierte biser den VfB Stuttgart und Hertha BSC © getty

Hoffenheims Coach steht nach dem 1:4-Debakel gegen Bremen vor dem Aus. Arnautovic und Bremens Fans bohren in den Wunden.

Sinsheim - Markus Babbel sagte Sätze an der Grenze zum Absurden.

"Ich weiß nicht, was nun passiert, das interessiert mich auch nicht", behauptete der Hoffenheimer Trainer.

Als wäre seine wohl unmittelbar bevorstehende Entlassung nach der desaströsen 1:4-Heimpleite gegen Werder Bremen (Bericht) eine Angelegenheit, die ihn im Grunde nichts angeht (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle).

"Wir konzentrieren uns jedenfalls auf das Spiel am Freitag in Hamburg, das wird schwer genug. Ich bin der letzte, der aufgibt", erklärte der Coach. Er muss es wohl auch nicht mehr, wenn man sich die Worte von Manager Andreas Müller genau anhört.

Beunruhigende Worte von Müller

"Wir sind alle wahnsinnig enttäuscht und in der Emotion Entscheidungen zu treffen, ist sowieso absolut verkehrt", hielt er bei "Sky" fest: "Aber wir müssen uns natürlich schon zusammen setzen und die Situation ganz klar analysieren und überdenken."

Er könne "jetzt nicht beantworten", ob es "mit dem Markus weiter geht oder nicht" ( 646119 DIASHOW: Der 15. Spieltag ).

Gut sieht es für Babbel bei Müllers Wortwahl nicht aus.

"Wahnsinnig negativ"

Er sah einen "leblosen Auftritt", den er "wahnsinnig negativ" fand: "Ich weiß, was der Markus für die Mannschaft leistet. Aber das muss auch irgendwann auf dem Platz umgesetzt werden. Die Situation ist prekär, das wissen wir alle."

Er sei in "ständigem Austausch" mit Mäzen Dietmar Hopp, der sich bis Ende des Jahres in Florida erholt:

"Dietmar Hopp hat mir die Verantwortung gegeben für die Mannschaft und der muss ich auch gerecht werden. Wir werden ohne Druck die Situation knallhart analysieren und dann eine Entscheidung treffen."

Erst Kramer, dann Kurz?

Alle Zeichen stehen auf Abschied, Gedanken über Nachfolgeregelungen kursieren schon.

Geraunt wird von einer Übergangslösung mit U-23-Trainer Frank Kramer, danach gilt der ehemalige Lautern-Coach Marco Kurz - einst mit Müller auf Schalke aktiv - als heißer Anwärter.

In vageren Spekulationen kommt auch der Name Felix Magath vor.

Ernüchternde Bilanz

Die Bilanz Babbels ist ernüchternd: nur ein Sieg in den vergangenen zehn Spielen, Relegationsplatz 16.

Der Klub stellt die schlechteste Defensive der Eliteklasse und hatte zu diesem Zeitpunkt einer Saison noch nie weniger Punkte (12) als derzeit auf dem Konto.

"Wir haben die Schnauze voll"

Schon jetzt steht fest, dass Hoffenheim die schlechteste Hinrunde der Vereinsgeschichte spielen wird.

Diese Bilanz muss die Chefetage, allerdings ohne Hopp, am Montag bei der Mitgliederversammlung (19 Uhr) erklären.

Es wird kein angenehmer Termin, Hoffenheims Fans schickten die Spieler mit einem Pfeifkonzert und "Wir-haben-die-Schnauze-voll"-Rufen vom Platz.

Arnautovic bohrt in den Wunden

Und auch Marko Arnautovic, Dreifach-Torschütze der Bremer, bohrte noch in den Hoffenheimer Wunden, merkte an, dass das Spiel schon mit dem dritten Bremer Tor gelaufen gewesen wäre: "Da wollte Hoffenheim dann nichts mehr tun."

Werder steht nach einem verdienten Auswärtserfolg mit 21 Punkten im gesicherten Mittelfeld der Tabelle und schielt als Achter auf die internationalen Plätze.

Sorgenfrei konnten da einige Bremer Fans ihrem verletzten Ex-Keeper noch einen Extra-Tiefschlag verpassen. Sie skandierten: "Zweite Liga, Wiese ist dabei!"