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Der FC Bayern (l.) liegt aktuell acht Punkte vor Bayer Leverkusen © getty

Nach dem Gipfel scheinen die Verhältnisse zwischen Bayern und BVB zementiert - Schweini aber warnt vor Leverkusen. Die Trends.

Von Mathias Frohnapfel und Matthias Becker

München - Hans-Joachim Watzke achtete darauf, dass seine Botschaft bei den Reportern in München ankam.

Deutlich sagte der BVB-Geschäftsführer direkt nach dem 1:1 beim FCB: "Die Bayern werden dieses Jahr wahrscheinlich nicht zu stoppen sein."

Elf Punkte hinken die Dortmunder dem Rekordmeister hinterher, das Gigantenduell änderte nichts daran, weshalb Watzke für seine Prognose kaum Widerspruch erntete (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle).

Auch Bayern-Legende Oliver Kahn stellte bei LIGA total! kühl fest: "Dortmund hätte eigentlich gewinnen müssen, wenn sie noch Meister werden wollen." ( 646119 DIASHOW: Der 15. Spieltag ).

Noch aussichtsloser wirkt die Lage auf Schalke, während Leverkusen - der aktuelle Bayern-Jäger Nummer eins - von sich aus alle Titel-Ambitionen zurückweist. SPORT1 wirft einen Blick auf das Geschehen in Spitzengruppe.

FC Bayern (Platz 1, 38 Punkte).

Verfassung:

Die Münchner überstehen die Englische Woche unbeschadet, siegen gegen Hannover und Freiburg und müssen nur im Gipfeltreffen ein Unentschieden hinnehmen. 38 Punkte in 15 Spielen - besser könnte das Selbstbewusstsein nicht angeschoben werden.

Stimmung:

Dante trauerte im Gespräch mit SPORT1 noch kurz dem möglichen Sieg nach: "Wir wollten unbedingt gewinnen, schade."

Den verpassten Sieg gegen Dortmund wird der Rekordmeister wohl trotzdem bald hinter sich lassen. "Die Genugtuung ist es, wenn wir am Ende oben stehen", betonte Kapitän Philipp Lahm: "Es würde nichts bringen zweimal Dortmund zu schlagen und nicht Meister zu werden."

Die bitterste Pille für Bayern ist Holger Badstubers Kreuzbandriss, an dem der Rekordmeister noch länger wird kauen müssen.

[kaltura id="0_tfrm8xvp" class="full_size" title="V ller Stolz auf Bayer Respekt vor Bayern"]

Bayer Leverkusen (Platz 2, 30 Punkte)

Verfassung:

Das Überraschungsteam heißt Bayer Leverkusen. Makellos kam die Werkself durch die englische Woche, siegte zuletzt viermal in Folge. Nach dem überzeugenden Erfolg gegen Schalke folgten ebenso kämpferische und wie erfolgreiche Darbietungen gegen Hoffenheim, Werder und soeben gegen Nürnberg.

Stimmung:

Sie glänzen nicht immer, aber ihr effizientes System angereichert mit den Leuchttürmen Torgarant Stefan Kießling, Kreativgeist Gonzalo Castro und Arbeitsbiene Lars Bender hat die Leverkusener zu Recht auf Platz 2 befördert.

"Wir sind froh, dass wir den Tabellenplatz momentan inne haben und den haben wir uns auch verdient", macht Sportchef Rudi Völler im SPORT1-Interview klar.

Allerdings wehrt er Titelambitionen ab: "Wir wissen, was wir können, das wird aber nichts an unserem Zielen ändern, wir sehen uns zwischen Platz 3 und Platz 8." Allerdings: "Wir wollen den zweiten Platz jetzt auch bis zur Winterpause halten."

Bayerns Bastian Schweinsteiger warnt jedenfalls vor Leverkusen: "Wir müssen auch Leverkusen auch im Auge haben. Vielleicht ist das nicht immer schön anzuschauen, aber sie gewinnen."

Borussia Dortmund (Platz 3, 27 Punkte)

Verfassung:

Die Ausbeute von fünf Punkten aus der Hammerwoche ist nicht meisterlich. Nach dem Sieg in Mainz folgt eine mäßige Leistung beim Remis gegen Düsseldorf. Das Unentschieden in München werteten die Dortmunder angesichts des Spielverlaufs als Erfolg. Dennoch agiert der BVB, vor allem was die Kräfte angeht, aktuell am Limit.

Stimmung:

In ihrer Analyse des Spitzenspiels filtern die Dortmunder das Positive heraus.

"Für uns ist das ein Erfolgserlebnis", meinte der BVB-Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke über das Remis in München.

An eine Titelverteidigung scheint er im Moment aber eben nicht wirklich zu glauben: "Es sind gar nicht die elf Punkte Abstand, sondern die Tatsache, dass Bayern sehr stabil ist."

Sein Trainer muss sich indes auch über Personalsorgen den Kopf zerbrechen: "Neven Subotic hat Probleme mit den Adduktoren. Sebastian Kehl konnte nicht dabei sein. Sven Bender hat angeschlagen gespielt."

Es gilt zu vermeiden, dass das letzte Champions-League-Vorrundenspiel gegen Manchester City den bereits feststehenden Gruppensieger weiter schwächt.

Schalke (Platz 4, 25 Punkte)

Verfassung:

Zwei Niederlagen, zwei Remis aus den vergangenen vier Partien. Viel mehr muss man nicht sagen, um Schalkes Krise zu beschreiben. Gegen Gladbach schafften die Gelsenkirchner ebenfalls die erhoffte Wende nicht, das Publikum reagiert mit Ungeduld.

Stimmung:

Über die Meisterschaft müssen die "Knappen" im Moment nicht mehr nachdenken, Schalke ist aktuell mit sich selbst beschäftigt.

Trainer Huub Stevens wechselte im Tor von Lars Unnerstall zu Timo Hildebrand. "Das hat für Unruhe gesorgt", meint SPORT1-Experte Thomas Helmer.

Und auch Schalkes Manager Horst Heldt räumte ein: "Jetzt haben wir eine Torwart-Diskussion."

Vor dem Champions-League-Spiel in Montepellier macht Heldt dem bereits fürs Achtelfinale qualifizierten Team Mut.

"Moral und Einstellung haben gegen Gladbach von der ersten bis zu letzten Minute gestimmt. In einer schwierigen Phase muss man mit kleinen Schritten zufrieden sein."

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