vergrößern verkleinern
Rene Adler (l.) wechselte vor der Saison von Bayer Leverkusen zum Hamburger SV © imago

Der HSV-Keeper klagt nach dem Remis in Wolfsburg über den Schiedsrichter. Allofs freut bei SPORT1 der VfL-Aufwärtstrend.

Von Jakob Gajdzik und Jürgen Blöhs

Wolfsburg/München - Der Ärger war groß beim HSV.

Nicht nur die vergebenen Punkte beim 1:1 in Wolfsburg (Bericht) erregten die Gemüter, die Szene kurz vor dem Ausgleich im Fünf-Meter-Raum zwischen Ivica Olic und Rene Adler sorgte ebenfalls für Misstöne.

"Ich brauch mich hier jetzt nicht hinstellen und rumheulen. Das kann man nicht zurücknehmen, aber aus meiner Sicht ist das ein klares Foul", echauffierte sich der HSV-Keeper nach dem Schlusspfiff über die Szene, als der Kroate ihn bei einer Flanke behinderte.

"Zwei verlorene Punkte"

Sein Unverständnis zeigte der 27-Jährige direkt danach Schiedsrichter Peter Sippel, der quittierte Adlers Gefühlsausbruch allerdings nur mit einer Gelben Karte. ( 646119 DIASHOW: Der 15. Spieltag )

Adler ärgerte sich "maßlos über zwei verlorene Punkte" und bekam Unterstützung vom Kapitän.

"Dem 1:1 ging ganz klar ein Foul an Adler voraus. Das muss der Schiri abpfeifen", sagte Heiko Westermann zu SPORT1, der sich aber auch an die eigene Nase fasste.

Beister vergibt Vorentscheidung

Denn hätten die Hamburger durch die Riesenchance von Maximilian Beister, der bereits die HSV-Führung besorgt hatte (26.), kurz nach der Pause das zweite Tor nachgelegt, hätten sie sich diese Diskussionen ersparen können. "Wir haben selber Schuld", sagte Westermann.

"Wir haben gut begonnen und das Spiel kontrolliert. Wir hätten das 2:0 machen müssen, dann gehen wir wahrscheinlich als Sieger vom Platz", sagte auch HSV-Trainer Thorsten Fink.

Am Ende half es nichts und die Rothosen verpassten es wieder einmal, die von Fink geforderte Konstanz in ihre Leistungen zu bringen.

Bei einem hohen Sieg wäre sogar der Sprung auf den Europa-League-Platz sechs möglich gewesen, so müssen sich die Hamburger auf dem neunten Platz weiter mit dem Mittelfeld anfreunden. (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle)

Wolfsburg hängt unten fest

Auch beim VfL Wolfsburg löste das Remis, das Simon Kjaer per Kopf kurz nach dem Aufreger zwischen Adler und Olic sicherstellte (68.), keine Jubelstürme aus.

Die "Wölfe" bleiben mit dem Punkt weiter auf Platz 15, schauen aber weniger auf die Tabelle, sondern auf die Entwicklung.

"Platz 15 macht uns keine Sorgen. Die Tendenz geht ganz klar nach oben", sah der neue Sportdirektor Klaus Allofs bei SPORT1 einen Aufwärtstrend.

Allofs lobt Entwicklung

"Spielerisch hat sich die Mannschaft gut entwickelt, und wir haben einen starken Kader. Wenn mal jemand ausfallen oder in ein Loch fallen sollte, können wir jeden Spieler eins zu eins ersetzen", lobte der Ex-Werder-Geschäftsführer.

Dass die "Wölfe" aber nach zuletzt drei sieglosen Spielen unter Trainer Lorenz-Günter Köstner stagnieren und zunehmend unter Druck geraten, wollte Allofs nicht erkannt haben.

"Ich glaube, man ist sich darüber im Klaren, dass wir keinen guten Start in die Saison hatten und dass wir in ruhigeres Fahrwasser kommen müssen. Und das wir nach und nach unsere Punkte holen müssen."

Die Spieler sahen das ähnlich.

Hasebe: "So schnell geht das nicht"

"So schnell geht das nicht. Man muss bedenken, wir waren schon abgeschlagen 18.. Jetzt haben wir vier Punkte zum Relegationsplatz, sagte Makoto Hasebe zu SPORT1.

Auch Köstner versuchte das Positive aus dem Spiel zu ziehen.

"In der zweiten Halbzeit waren wir engagierter und hätten durchaus verdient gehabt, das Spiel zu gewinnen. Die Mannschaft glaubt aber wieder an sich und kann Spiele drehen", sagte der 60-Jährige.

"Müssen uns nicht vor Dortmund verstecken"

Im nächsten Spiel steht den "Wölfen" ein echter Härtetest bevor, es geht zum Deutschen Meister Borussia Dortmund.

"Wir müssen uns vor keinem Gegner verstecken. Auch nicht vor Dortmund", sagte Allofs zu SPORT1.

Und unterstrich das neue Wolfsburger Selbstvertrauen.