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Marko Arnautovic (M.) wechselte 2010 von Inter Mailand zu Werder © getty

Früher fiel er meist durch Eskapaden auf, nun scheint Marko Arnautovic endlich in Bremen angekommen. Zwei Frauen besänftigen ihn.

Sinsheim - Seine Mitspieler waren schon längst in der Kabine verschwunden, da stand Marko Arnautovic in der Rhein-Neckar-Arena immer noch vor dem Gästeblock und genoss die Zuneigung der mitgereisten Fans.

Der erste Dreierpack seiner Profikarriere löste große Emotionen bei dem Österreicher aus - bei seinem Arbeitgeber Werder Bremen eher die Hoffnung, dass der unberechenbare Exzentriker in seiner dritten Saison endlich in der Hansestadt angekommen ist.

"Wir hoffen natürlich, dass es so weitergeht. Diese Tore wollen wir von ihm sehen, dafür ist er da", sagte Trainer Thomas Schaaf nach dem 4:1 (2:0) der Norddeutschen bei 1899 Hoffenheim (Bericht).

Karriere steht auf der Kippe

Und anders als in den Vorjahren spricht diesmal einiges dafür, dass Arnautovic die Kurve kriegt. Der 23-Jährige könnte tatsächlich langsam begriffen haben, dass im Falle eines Scheiterns an der Weser seine Karriere insgesamt auf der Kippe steht.

Der Bremer Coach, fast schon ein Spezialist für schwierige Fälle, versucht seit Jahren, den außergewöhnlich begabten Profi zu disziplinieren.

Arnautovic gibt sich bescheiden

Auch als sich nach diversen Eskapaden die Stimmung im Klub gegen den gebürtigen Wiener zu drehen begann, gab Schaaf seinen Problemfall nicht auf, er war fast mehr Pädagoge als Fußball-Lehrer.

"Es ist toll, die Tore gemacht zu haben. Aber ich will mich nicht selbst loben, die ganze Mannschaft hat super gespielt", sagte Arnautovic ungewohnt bescheiden.

Wandlung vollzogen?

Doch noch gibt es Zweifel, ob sich der dribbelstarke Mittelfeldspieler bereits komplett vom Saulus zum Paulus gewandelt hat.

Teamkollege Lukas Schmitz sagte halb im Spaß, halb im Ernst: "Wir wollen nicht so viel über Marko reden, sonst könnte es nächste Woche wieder schwierig werden."

Vertrautes Heim statt Nachtleben

Seine persönlichen Spielwerte (fünf Tore, vier Vorlagen) nach 15 Partien jedenfalls sind die besten, seit Arnautovic 2010 bei den Hanseaten anheuerte (DATENCENTER: Torjäger).

Die Zahl der schlagzeilenträchtigen Ausflüge ins Bremer Nachtleben dagegen nimmt kontinuierlich ab.

Und daran haben zwei Frauen den größten Anteil: Seine Ehefrau Sarah und Töchterchen Emilia.

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