vergrößern verkleinern
Lorenz-Günther Köstner (M.) führte die SpVgg Unterhaching 1999 in die Bundesliga © getty

Wolfsburgs Coach erkennt einen Negativtrend bei seiner Elf. Nach dem Abebben der Euphorie-Welle muss Köstner sich beweisen.

Wolfsburg - Selbst ein grippaler Infekt konnte Lorenz-Günther Köstner nicht von der Arbeit abhalten.

Auch am Tag nach dem 1:1 (0:1) gegen den Hamburger SV (Bericht) stand der verschnupfte Wolfsburger Bundesligatrainer fast 90 Minuten auf dem Platz und trainierte seine Mannschaft.

Nach der verpatzten englischen Woche mit nur zwei Punkten aus drei Spielen gönnte sich der Nachfolger von Felix Magath keine Ruhepause.

Denn auch der 60-Jährige weiß: Beim Deutschen Meister von 2009 wartet immer noch eine Menge Arbeit. Die neue, heile Wolfsburger Welt hat erste Risse bekommen.

Die Geilheit fehlt

"Es wird hier zu früh an andere Ziele gedacht. Darüber müssen wir ernsthaft sprechen", sagte der VfL-Trainer. Wen er damit aber meinte, wollte er auch auf Nachfrage nicht konkretisieren.

Immerhin gab es am Montagmorgen eine längere Nachbesprechung mit der Startelf. "Uns ist die Geilheit auf den Führungstreffer abhanden gekommen. Das war, als ich die Mannschaft übernommen habe, noch anders."

Ein neues Gefühl für Köstner, dem nach seiner Amtsübernahme zunächst alles zu gelingen schien.

Köstners Zukunft in den Sternen

Vier Siege in fünf Spielen ließen die mächtigen VW-Bosse Loblieder auf den Interimstrainer anstimmen, bis Weihnachten darf der 60-Jährige deshalb auch erst einmal weiter werkeln.

Und dann?

Das steht jetzt in den Sternen. "Wir haben bisher immer erst mal kleine Schritte gemacht. Damit sind wir bisher immer ganz gut gefahren", sagte Köstner.

Durch Magaths Entlassung beflügelt

Wenn in der Führungsetage des VfL Wolfsburg wirklich ernsthaft darüber nachgedacht wird, mit Köstner auch über die Winterpause hinaus weiterzumachen, dann muss er jetzt seine Kritiker überzeugen.

Denn der bisherige Erfolg des Trainers dürfte auch zu einem Großteil darin begründet liegen, dass die Mannschaft durch die Trennung von Magath beflügelt war.

Fortschritte, aber wenig Punkte

Jetzt muss Köstner beweisen, dass er auch ohne die "Euphorie" erfolgreich sein kann.

"Wir haben zu wenige Punkte. Aber das ist kein Ergebnis der letzten Spiele. Wir machen Fortschritte, viele Dinge entwickeln sich positiv", sagte Manager Klaus Allofs ( 646119 DIASHOW: Der 15. Spieltag ).

Mit Blick auf den kleinen Negativtrend fügte der neue Sportchef allerdings auch warnend an: "Wenn man auf die Tabelle schaut, hätte mehr herauskommen müssen. Wir erkennen die Situation."

Lob von HSV-Coach Fink

Und die heißt momentan weiter Tabellenkeller. Auch wenn der Abstand auf einen Abstiegsplatz groß ist, weiß auch Köstner, dass der Anspruch in Wolfsburg ein anderer ist.

Andererseits sind seit der Trennung von Magath deutliche Fortschritte im VfL-Spiel zu sehen. "Der VfL ist eine andere Mannschaft als noch vor ein paar Wochen", sagte auch HSV-Trainer Thorsten Fink.

Zu wenig Effizienz

Wie schon beim 0:2 am vergangenen Mittwoch in Gladbach lieferte Wolfsburg vor allem in der zweiten Halbzeit eine gute Leistung ab.

Allein, es haperte auch diesmal wieder an der Chancenverwertung. "Uns ist die Effizienz abhanden gekommen. Es fehlt die innere Ruhe", sagte Köstner.

x
Bitte bewerten Sie diesen Artikel