Hoffenheim setzt Trainer Markus Babbel vor die Tür. Aus dem einstigen Überraschungsklub ist ein Abstiegskandidat geworden.

Die "Babbelei" hat ein Ende.

Aus Sicht der Hoffenheimer-Fans, die auf Plakaten am Sonntag so Markus Babbels Entlassung forderten, ist das die entscheidende Nachricht.

Wer nach der desaströsen Vorstellung gegen Bremen etwas anderes erwartet hatte, glaubt noch an den Nikolaus.

Doch für 1899 Hoffenheim startet mit der Neubesetzung des Cheftrainer-Postens der Abstiegskampf erst richtig. Auf falsche Entscheidungen des Trainers darf sich im Kader jedenfalls niemand mehr berufen.

Babbel gingen immer mehr die Ideen aus - auch in der Ansprache des spielerisch eigentlich vielversprechenden Teams.

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Der bisherige U-23-Trainer Frank Kramer soll nun - zumindest bis zur Winterpause - eine Mannschaft formen, die irgendwie ein weiteres Abstürzen verhindert.

Bei den beiden ausstehenden Aufgaben in Hamburg und zuhause gegen Dortmund könnten am Ende aber auch null Punkte stehen, so leblos wirkte die Mannschaft zuletzt.

Die Organisation bei Standards, aus denen schon 16 Gegentreffer resultierten, glich dem beim Turmbau von Babel.

Noch schwerer wiegt, dass in Hoffenheim seit dem Ende der Ära Rangnick die Linie deutlich verloren gegangen ist.

Kramer ist seit Januar 2011 der vierte Trainer, der in Hoffenheim sein Glück versucht. Und schon bald dürfte auf den Interimscoach ein neues Gesicht folgen.

Andreas Müller soll als erfahrener Manager jetzt das ordnen, womit Babbel, zwischenzeitlich Trainer und Manager in Personalunion, überfordert war.

Die von Dietmar Hopp erhoffte Kontinuität bleibt Illusion, und der Klub-Mäzen ist daran nicht schuldlos.

Hoffenheim steht ein bitterkalter Winter bevor, der Überraschungs-Herbstmeister von 2008 ist nicht nur eine graue Maus geworden, sondern auch ein Abstiegskandidat.

Die unstrukturierte Transfer- und Kaderplanung aus der Zeit vor Müllers Amtsübernahme schlagen jetzt durch.

Und die 1899-Fans bleiben lieber zu Hause. Der Zuschauerschwund ist in dieser Saison deutlich, dabei dürfte Hoffenheim im Kampf um den Klassenerhalt Unterstützung umso nötiger haben.

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