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Michael Frontzeck und Lucien Favre haben beide am 30. Januar ihren Vertrag verlängert © getty

Michael Frontzeck und Lucien Favre sprechen im Doppelinterview über ihre langfristigen Ziele und das Freitagsspiel Bielefeld gegen Hertha.

Von Martin Volkmar

München - Die letzten Wochen hätten für Michael Frontzeck und Lucien Favre kaum erfreulicher verlaufen können.

Erst verlängerten die Trainer von Arminia Bielefeld und Hertha BSC Berlin am gleichen Tag die Verträge mit ihren Arbeitgebern.

Dann starteten ihre Teams auch noch jeweils mit einem Sieg in die Bundesliga-Rückrunde.

Am Freitag kommt es in Bielefeld zum direkten Duell zwischen Arminia und Hertha (Fr., ab 20 Uhr LIVE). Die Gäste können mit einem Sieg zumindest für einen Tag die Tabellenführung übernehmen, die Arminia sich immerhin bis auf Platz zwölf verbessern.

Wichniarek stichelt gegen Favre

Und ein Ehemaliger bringt noch zusätzlich Pfeffer ins Spiel. "Es wird ein Geduldsspiel, das über die Taktik von Trainerstäben entschieden wird. Und da haben wir mit Frontzeck den besseren Mann", stichelt Bielefelds Torjäger Artur Wichniarek in der "Bild" gegen seinen Ex-Klub und dessen Trainer Lucien Favre.

Der von ihm gelobte Frontzeck will das aber im Gespräch mit Sport1.de nicht gelten lassen. "Keine Mannschaft der Welt steht nach 18. Spieltagen ohne Grund auf dem zweiten Platz. Das spricht für ihn und seine Arbeit.", sagt Frontzeck.

Im Sport1.de-Doppelinterview sprechen Frontzeck und Favre über das Freitagsspiel, den gelungenen Rückrundenstart und ihre Saisionziele.

Sport1.de: Herr Frontzeck, Herr Favre, Sie haben beide ihren Vertrag schon vor dem Rückrundenstart verlängert. Was bedeutet Ihnen das Vertrauen der Vereine?

Michael Frontzeck: Wir haben im letzten Jahr unter dem Strich gut gearbeitet und standen im Winter auch über den Abstiegsplätzen. Ich muss wohl nicht extra betonen, dass die Bundesliga für Arminia Bielefeld immer dünnes Eis ist. Ich habe ein gutes Gefühl was die Mannschaft angeht, arbeite Hand in Hand mit der Geschäftsführung und habe Spaß an der Arbeit. Deswegen stand der Verlängerung auch nichts im Wege.

Lucien Favre: Die vorzeitige Vertragsverlängerung ist ein absoluter Vertrauensbeweis. Das zeigt mir, dass der Verein mit meiner Arbeit zufrieden ist und wir auf einem guten Weg sind. Unser Ziel ist es, die Mannschaft kontinuierlich weiterzuentwickeln. Ich fühle mich in Berlin und bei Hertha BSC sehr wohl. Der Verein wird professionell geführt und alle zusammen arbeiten hart für den Erfolg.

Sport1.de: Ihre Verein hatten in den vergangenen Jahren selten Kontinuität auf der Trainerbank. Wird das mit Ihnen anders?

Favre: Das hoffe ich sehr. Doch natürlich weiß ich auch, dass im Falle des Mißerfolgs der Trainer als erstes in die Schusslinie gerät. Ich habe zu Beginn meiner Amtszeit gesagt, dass ich so arbeite, als würde ich zehn Jahre bleiben.

Frontzeck: Das interessiert mich jetzt eigentlich weniger. Sicherlich wäre es wünschenswert für Bielefeld, eine gewisse Kontinuität zu erreichen, um in Ruhe arbeiten zu können. In wie weit das auch geschehen wird, kann man jetzt nicht absehen. Das ist vom Erfolg abhängig. Im Moment beschäftige ich mich ausschließlich mit Hertha BSC.

Sport1.de: Was sind Ihre mittel- und langfristigen Ziele in Berlin, Herr Favre?

Favre: Auch wenn ich mich wiederhole, bleibt mein Ziel gleich. Ich möchte eine Mannschaft aufbauen, die zum Ende der Saison 2010 um den Titel mitspielen kann. Das heißt nicht, dass sie den Titel gewinnen muss, sondern dass sie auf einem Niveau spielt wie Bayern, Bremen, Hamburg oder Leverkusen.

Sport1.de: Haben Sie mit Bielefeld auch langfristige Ziele, Herr Frontzeck?

Frontzeck: Das wichtigste Ziel ist es, in der Bundesliga zu bleiben. Und das wird schwierig genug. Wir stehen bei den Etats mit 15 Millionen Euro ganz am Ende. Wenn man sich das anschaut, dann erübrigt sich die Zielsetzung. Es geht eigentlich immer darum, die Klasse zu halten und das möglichst früh abzusichern. Danach kann man den Weg der kleinen Schritte weitergehen und sich langsam weiterentwickeln. Aber es ist ganz schwierig, von ganz unten den Schritt ins Mittelfeld zu schaffen.

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