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Andreas Müller ist seit September 2012 Manager bei 1899 Hoffenheim © getty

In einer emotionalen Rede schwört Hoffenheims Manager den Klub auf die Zukunft ein. Seine Schonzeit ist nach Babbels Aus vorbei.

Von Tobias Wiltschek

München - Die jährliche Mitgliederversammlung wurde zur Bühne eines flammenden Appells.

Nur wenige Stunden nach der Entlassung von Trainer Markus Babbel (Bericht) schritt Manager Andreas Müller zum Rednerpult und schwor seine Zuhörer auf die Zukunft ein.

"Wir können verlieren, aber wir müssen reinhauen, wie es schlimmer nicht geht", rief er den Vereinsmitgliedern des abstiegsbedrohten Bundesligisten zu (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle).

Vor allem die Profis, die allesamt erschienen waren, dürften sich mit dieser Forderung angesprochen fühlen.

"Ist doch geil, Dorfklub"

Müller hielt aber auch ein leidenschaftliches Plädoyer für den gesamten Verein. "Es ist an der Zeit, dass wir aufstehen und zeigen, wer wir sind", betonte der 49-Jährige. "Ist doch geil, Dorfklub. Finde ich richtig gut."

Er sei der festen Überzeugung, dass Hoffenheim nicht absteigen werde.

Zunächst einmal soll der bisherige U-23-Trainer Frank Kramer diese Einstellung und Begeisterung auf die Spieler übertragen.

Müller von Kramer überzeugt

"Ich traue ihm alles zu. Sonst hätte ich jetzt nicht die Idee gehabt", ist Müller von Kramer überzeugt, fordert aber gleichzeitig: "Er muss jetzt die Blockade lösen."

[kaltura id="0_nbovej0x" class="full_size" title="Babbel sagt leise Servus "]

Die Bewältigung dieser Aufgabe hatten sie Babbel nicht mehr zugetraut. "Ich habe gesehen, dass die Angst mitspielt und das Vertrauen untereinander nicht mehr so da ist", meinte Müller.

Babbel gibt Fehler zu

Babbel räumte mittlerweile eigene Fehler ein. "Die Zielformulierung kann man gerne als Fehler von mir ansehen", erklärte Babbel in der "Sport Bild" und verwies damit auf seine Ambitionen, Hoffenheim in den Europapokal führen zu wollen.

Er habe mit den offensiven Zielen versuchen wollen, den Verein aufzuwecken.

"Babbel als Manager funktioniert nicht"

Außerdem sei für ihn die Doppelfunktion als Trainer und Manager, die er bis zu Müllers Verpflichtung ein halbes Jahr ausgeübt hatte, zu viel gewesen:

"Der Managerposten war eine Sache, die ich unterschätzt habe. Ich hätte früher darauf pochen müssen, dass ich Hilfe brauche. Heute weiß ich: Babbel als Manager funktioniert nicht."

Während es für den Europameister von 1996 bei der TSG nun nichts mehr zu tun gibt, fängt für Müller die Arbeit jetzt erst so richtig an.

Sehnsucht nach Kontinuität

Vor allem wird von ihm erwartet, dass er endlich wieder Kontinuität in den Verein bringt. Auf dem Weg dahin muss er zunächst einmal einen Trainer finden, der länger durchhält als die Nachfolger von Ralf Rangnick.

Nach dessen Demission im Januar 2011 verschlissen die Kraichgauer in nicht einmal zwei Jahren drei Trainer. Der vierte, Interimscoach Kramer, wird aller Voraussicht nach auch nur für die zwei letzten Hinrunden-Spiele beim Hamburger SV und gegen Borussia Dortmund betreuen.

Wer danach den Trainerposten übernimmt, ist noch unklar.

"Albtraum Abstieg"

Die besten Chancen werden Marco Kurz eingeräumt, der den 1. FC Kaiserslautern 2010 in die Bundesliga führte und Müller aus gemeinsamen Zeiten bei Schalke 04 kennt.

Aber auch der ehemalige niederländische Bondscoach Bert van Marwijk und Joachim Löws Co-Trainer Hansi Flick werden gehandelt ( 647391 DIASHOW: Hoffenheims Trainer-Kandidaten ).

Wer auch immer die Mannschaft in der Rückrunde betreut, sollte den Wunsch von Präsident Peter Hofmann erfüllen:

"Der Albtraum Abstieg wird uns hoffentlich nicht bis zum Saisonende begleiten", sagte der bei der Mitgliederversammmlung.

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