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Klaus Allofs feierte mit Werder Bremen 2004 die Meisterschaft und den Pokalsieg © imago

Im Interview der Woche spricht Klaus Allofs mit Sport1.de über Disziplin, die Königsklasse und sein Hoffen auf Thomas Schaaf.

Von Christian Paschwitz

München - Für Klaus Allofs und Werder Bremen sah es lange nicht so schlecht aus, wie in dieser Saison.

Erst legten die Bremer die schlechteste Hinrunde seit acht Jahren hin, dann brachten sich die Norddeutschen durch Disziplinlosigkeiten ihrer Leistungsträger Diego und Pizarro auch noch personell in Bedrängnis.

Nach einem kleinen Lichtblick im Pokal folgte nun mit der 1:2-Heimpleite gegen Arminia Bielefeld ein katastrophaler Start in die Rückrunde.

Somit ist das Spiel beim ebenfalls kriselnden FC Schalke 04 (Sa., ab 15 Uhr LIVE) für Werder schon wegweisend.

Trotzdem nimmt Klaus Allofs Mannschaft und Trainer im Gespräch mit Sport1.de in Schutz. "Eine Abwärtsspirale gibt es bei uns nicht", sagt Allofs, weist aber auch darauf hin, dass auf Bremen schwierige Zeiten zukommen: "Wir müssen konstanter werden.

Im Interview der Woche von Sport1.de spricht der Werder-Manager über die Disziplin der Mannschaft, einen Verzicht auf die Königsklasse und erklärt, warum Thomas Schaaf der richtige Mann in dieser Situation ist.

Sport1.de: Herr Allofs, Sie ernten nach der schlechtesten Hinrunde seit acht Jahren viel Kritik. Wie geht es Ihnen damit?

Klaus Allofs: Es gehört selbstverständlich dazu, dass man sich mit Kritik auseinander setzen muss, wenn es nicht so gut läuft.

Sport1.de: Mesut Özil ist für das Länderspiel gegen Norwegen nominiert worden. Freut Sie das ganz persönlich, nachdem Sie sich beim DFB für ihn so stark gemacht haben? (Özil bekennt Farbe)

Allofs: Das untermauert eigentlich nur, dass wir mit unserer Personalpolitik nicht ganz so falsch liegen. Es ist für ihn eine Bestätigung, dass er auf dem richtigen Weg ist. Da wächst ein sehr guter Spieler heran. Für uns ist das auch keine Geschichte, die vom Himmel gefallen ist, das Ganze hatte sich ja angedeutet.

Sport1.de: Hat das Tauziehen der Verbände um Özil unterschwellig auch die Atmosphäre bei Werder und Özils Leistungsvermögen belastet?

Allofs: Nein, denn wir waren in dieser Hinsicht doch immer mit Mesut in Kontakt und kannten seine Gedanken. Er hatte durch seine Spiele für die deutsche U-21-Nationalmannschaft ja schon ein klares Zeichen gesetzt. Aber solange es keine offizielle Einladung gab, wie es jetzt der Fall war, konnte er sich doch bezüglich deutscher oder türkischer A-Nationalmannschaft gar nicht klar äußern.

Sport1.de: Was lässt Sie nach der Niederlage gegen Bielefeld positiv nach vorn schauen? Oder ist das noch gar kein Fehlstart für Sie?

Allofs: Das wären drei Punkte gewesen, die wir sehr gebraucht hätten. Mit unseren Ambitionen muss man einfach gegen Bielefeld gewinnen. Das haben wir nicht geschafft und - trotz aller Ausfälle - enttäuscht uns das.

Sport1.de: Haben Sie eine Erklärung dafür, warum die Mannschaft scheinbar immer die gleichen Fehler macht, vor allem in der Defensive?

Allofs: Ich habe ja gerade schon gesagt, dass uns einige wichtige Spieler gefehlt haben. Nicht nur ein Claudio Pizarro, auch ein Naldo oder ein Frank Baumann. Auch Petri Pasanen stand uns nicht zur Verfügung. Andererseits haben wir es in diesem Spiel nicht geschafft, die Dinge, an denen wir im Winter intensiv gearbeitet haben, gut umzusetzen. Zuvor im Pokal gegen Dortmund hat das noch gut geklappt und bei uns auch die Hoffnung genährt, dass wir in der Rückrunde anders auftreten könnten.

Sport1.de: Im September sagte Frank Baumann, er habe den Eindruck, manche seiner Teamkollegen seien zu satt. Ist das so?

Allofs: So hat das Frank Baumann sicher nicht gesagt. Aber es ist eben die Kunst, immer wieder an seine Grenzen zu gehen. Auch wenn man fünf Jahre lang in der Champions League vertreten war. Das sind zum Teil minimale Dinge, die nicht umgesetzt werden und zu der einen oder anderen Niederlage geführt haben. Wir haben in diesen Spielen nicht diese absolute Bereitschaft gezeigt, von Beginn an die nötige Laufarbeit zu bringen, den Gegner nieder zu kämpfen, um danach gut zu spielen.

Sport1.de: Wie lässt sich dafür sorgen, dass Werder die Abwärtsspirale durchbricht?

Allofs: Eine Abwärtsspirale gibt es bei uns nicht. Wir spielen sehr wechselhaft, aber eine stetige Abwärtsbewegung ist es nicht. Wir machen das im einen Spiel gut und im anderen wieder schlecht. Wir müssen konstanter werden.

Zum zweiten Teil des Interviews der Woche>>>

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