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Der Lette Artjoms Rudnevs (2.v.l.) kam im Sommer 2012 zum Hamburger SV © imago

Der Hamburger SV siegt gegen harmlose Hoffenheimer souverän mit 2:0. Rudnevs trifft doppelt. Hoffenheim bleibt weiter unten drin.

München - Kein Ende der Krise bei 1899 Hoffenheim:

Beim Bundesliga-Debüt von Interimstrainer Frank Kramer verloren die Kraichgauer zum Auftakt des 16. Spieltags beim Hamburger SV mit 0:2 (0:1).

Nach dem leblosen Auftritt und erstmals fünf Niederlagen in Folge bleibt Hoffenheim, das sich am Montag von Trainer Markus Babbel getrennt hatte, mit 12 Punkten auf dem Relegationsplatz - und damit weit hinter den eigenen Erwartungen zurück.

Der HSV feierte den dritten Heimsieg in Serie und kletterte zumindest vorübergehend mit 24 Zählern auf einen Europacup-Platz.

Doppelpacker Rudnevs

Mann des Tages beim HSV war Artjoms Rudnevs:

Der Lette erzielte vor 48.121 Zuschauern beide Tore. In der 27. Spielminute brachte er die Hanseaten mit einem Kopfball in Führung, in der 74. Minute legte Rudnevs mit einem Rechtsschuss das 2:0 nach (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle).

Beim ersten Treffer hatte Hoffenheims Schlussmann Koen Casteels eine unglückliche Figur abgegeben, er stand zu weit vor dem Tor.

"Die Mannschaft hat in der Defensive sehr ordentlich gearbeitet. Da waren wir präsent und haben wenig zugelassen. Das ist zumindest ein Aspekt, wo wir vielleicht nach vorne gekommen sind", sagte Kramer: "Jetzt müssen wir unsere Offensivaktionen noch besser in Chancen umwandeln."

Fink lobt seinen Stürmer

"Wir haben auch ein paar Probleme gehabt, aber es war sicher kein schlechtes Spiel von uns", sagte HSV-Coach Thorsten Fink.

Die schwache Leistung der Gäste analysierte er schmunzelnd mit den Worten: "Man spielt immer nur so gut, wie der Gegner es zulässt." Rudnevs sei "schnell, willig und er steht dort, wo ein Torjäger stehen muss."

Hoffenheim zu passiv

Passiv, zweikampfschwach, harmlos: Hoffenheim knüpfte in Hamburg nahtlos an die schwachen Vorstellungen der Vorwochen an.

Die Kraichgauer, bei denen Kramer vier neue Spieler in die Startformation beordert hatte, ließen den zuletzt starken Hanseaten lange viel zu viel Raum im Mittelfeld.

Dabei hatte der Interimscoach in der Vorbereitung auf das Spiel gerade die Abwehrarbeit in den Fokus gerückt und drei defensive Mittelfeldspieler vor die Viererkette gestellt.

Derdiyok wirkungslos

Doch Sejad Salihovic, Daniel Williams und Sebastian Rudy kamen kaum in die Zweikämpfe und konnten so auch nur selten Offensivaktionen der TSG initieren.

Eren Derdiyok, einzige Spitze der Gäste, trat so zunächst kaum in Erscheinung ( 648991 DIASHOW: Der 16. Spieltag ).

Dabei präsentierte sich auch der HSV nicht als übermächtiger Gegner. Bei Temperaturen unter Null konnte Rafael van der Vaarts Ersatz Tolgay Arslan dem Spiel erst nach einer Anlaufphase Impulse geben, auch Milan Badelj war im defensiven Mittelfeld nicht so präsent wie zuletzt.

Nach dem Treffer von Rudnevs wachten beide Teams jedoch auf und kamen der Gefahrenzone nun häufiger näher.

Adler gewohnt souverän

Erst prüfte Hoffenheims Firmino Rene Adler im Hamburger Tor, der Nationalkeeper reagierte gewohnt souverän (28.).

Dann setzte Heung-Min Son einen Distanzschuss auf der Gegenseite zu hoch an. Arslan traf mit einem sehenswerten Drehschuss die Latte (37.).

Auch im zweiten Durchgang veränderte sich das Spiel nicht grundlegend. Die Hamburger agierten weiter aus einer grundsoliden Defensive und versuchten immer wieder, Nadelstiche zu setzen. Hoffenheim wirkte weiterhin verunsichert und nutzte Unkonzentriertheiten der Gastgeber nicht konsequent aus.

So brauchten die Hanseaten kaum mehr zu machen als die Führung zu verwalten.

Bestnoten verdienten sich beim HSV, der direkt nach dem Spiel zur Stadioneröffnung von Gremio Porto Alegre nach Brasilien reist, Rudnevs und der sichere Innenverteidiger Heiko Westermann. Bei Hoffenheim konnte kein Akteur überzeugen.

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