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Der ehemalige Nationalspieler Gerald Asamoah (l.) wechselte 2012 zu Greuther Fürth © getty

Die Pleite in Freiburg sorgt für tiefen Frust beim Tabellenletzten, dennoch hat der Aufsteiger noch einen Funken Hoffnung.

Freiburg - Völlig ratlos standen Gerald Asamoah und seine Mitspieler in der Freiburger Kälte, ein paar Meter weiter konnte Mike Büskens seine Resignation angesichts der bitteren Negativserie kaum überspielen.

Nach dem 0:1 (0:1) beim SC Freiburg (Spielbericht) liegt die SpVgg Greuther Fürth am Boden - und beschwört den Mut der Verzweiflung.

"Alle anderen schreiben uns ab, das kann auch so eine Leck-mich-am-Arsch-Einstellung hervorrufen", sagte Mittelfeldspieler Stephan Fürstner:

"Wir sind nicht umsonst im letzten Jahr Erster geworden."

Sechs-Punkte-Spiel gegen Augsburg

Am kommenden Samstag wartet auf den mit nur acht Punkten schlechtesten Aufsteiger der Bundesliga seit 38 Jahren das Kellerduell gegen den punktgleichen FC Augsburg. (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle)

Es ist das Spiel der letzten Hoffnung.

"Die stecken in der gleichen Scheiße wie wir", sagte Fürstner:

"Wenn man die Tabelle lesen kann, ist es klar, dass es ein Sechs-Punkte-Spiel ist. Dem werden wir uns stellen."

Büskens ratlos

Doch selbst aus guten Spielen holen die Franken meist keine Punkte. So auch in Freiburg. ( 648991 DIASHOW: Der 16. Spieltag )

"Wir haben ein Spiel gesehen, das uns bekannt vorkommt", sagte Trainer Büskens:

"Es ist die Realität, dass wir es nicht hinbekommen, Aufwand und Ertrag in ein vernünftiges Verhältnis zu bringen."

So droht Fürth ein Weihnachtsfest als Tabellenletzter. Und angesichts von zehn Punkten Rückstand auf die Nicht-Abstiegsplätze ist die Hoffnung auf ein weiteres Erstliga-Jahr nicht sehr groß.

Streich hat Mitleid

Derzeit weckt der Aufsteiger sogar Mitleid beim Gegner.

"Es tut einem echt weh, dass so eine Mannschaft so wenig Punkte hat", sagte Freiburgs Trainer Christian Streich, dem der Sieg seiner Mannschaft fast unangenehm schien:

"Das ist schon echt brutal, wenn man mit so einer Leidenschaft spielt und nicht belohnt wird."

Daniel Caligiuri hatte bereits in der 15. Minute den entscheidenden Treffer erzielt, acht Minuten vor dem Schlusspfiff verhinderte der Pfosten nach einem Schuss von Christopher Nöthe zumindest den Fürther Ausgleich.

Freiburg als Vorbild

"Was uns wohl fehlt, ist dieser Funken Cleverness", sagte Büskens.

Wie so oft in dieser Spielzeit betrieben die Fürther "fußballerisch, läuferisch, kämpferisch" (Büskens) einen enormen Aufwand - das elfte Saisontor gelang dennoch nicht.

"Vielleicht fehlt dann auch die Geilheit zu sagen: Komm, wir machen jetzt hier den Ausgleich", sagte Fürstner:

"Natürlich läuft man nicht mit breiter Brust auf, aber wir haben auch nichts zu verlieren."

Das Vorbild ist nun ausgerechnet Freiburg: Als damaliges Schlusslicht startete der Sport-Club in der Rückrunde der vergangenen Saison laut Büskens eine "irre Aufholjagd" zum Klassenerhalt.

Badener bleiben auf dem Boden

In diesem Jahr hat der SC sogar gute Chancen auf eine sorgenfreie Rückrunde.

"Klar sind wir nicht unglücklich über 23 Punkte", sagte Streich:

"Aber glauben sie nicht, wir werden jetzt irgendwie wahnsinnig."

In der Bundesliga gehe es "ruckzuck". In der Tabelle über die Winterpause werden sich die Freiburger aber in Schlagdistanz zu den Europacup-Plätzen wiederfinden.