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Der FC Bayern verlor in dieser Saison bislang nur gegen Bayer Leverkusen © imago

Mit dem Sieg in Augsburg knackt der FCB eine Liga-Bestmarke - und hakt Dortmund als Titelkonkurrent ab. Die FCA-Misere hält an.

Aus Augsburg berichtet Christian Paschwitz

Augsburg - Die Bayern-Bosse genossen den historischen Moment auf ihre Weise.

Ungewohnt schmallippig zwar, aber mit einem breiten Lächeln über den durchgefrorenen Wangen.

"Schönes Wochenende - ja auch Ihnen: schönes Wochenende", trällerte Präsident Uli Hoeneß den Journalisten gleich zweimal in einem Atemzug entgegen, ehe er in den Mannschaftsbus entschwand.

Auch Karl-Heinz Rummenigge hatte keine Lust auf Statements und machte sich schelmisch dreinblickend mit einer Grußformel vom Acker.

Der verdiente 2:0 (1:0)-Sieg der Münchner beim Tabellen-Vorletzten FC Augsburg (Bericht) versetzte den Vorstandschef indes genauso in Hochstimmung (648991DIASHOW: Der 16. Spieltag).

Bayern knackt Auswärts-Rekord

Es war ein neuer Bundesliga-Rekord, mit dem der Rekordmeister die Heimreise antrat.

Auch im achten und letzten Auswärtsspiel der Hinrunde blieb das Team von Trainer Jupp Heynckes ohne Gegentor, kassierte somit vor der Winterpause auf fremden Plätzen insgesamt nur einen einzigen Gegentreffer - bei einer beeindruckenden Bilanz von 20:1 Toren.

Damit knackten die Bayern, obendrein seit nunmehr elf Partien ungeschlagen, die Bestmarke des VfB Stuttgart, der in der Saison 2003/04 die erste Saison-Hälfte mit zwei Gegentoren abgeschlossen hatte.

Siebenmal zu Null, siebenmal mit Doppelpack

Hätte es vor vier Wochen beim 1. FC Nürnberg nicht ein 1:1 gegeben, wäre der FCB sogar ganz makellos geblieben.

Ein Rekord war es aber auch so, in sieben Partien jenseits der heimischen Allianz Arena spielten die Bayern hinten zu Null und feierten dabei zudem jeweils mindestens einen eigenen Tore-Doppelpack.

Konkret: 3:0 in Fürth, 2:0 auf Schalke, 2:0 in Bremen, 5:0 in Düsseldorf, 3:0 beim HSV, 2:0 in Freiburg - und eben nun ein 2:0 in Augsburg.

Müller hakt BVB schon ab

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Abgerundet wurde die Festtagsstimmung noch vom Ausrutscher des Erzrivalen:

Meister Borussia Dortmund hat nach dem 2:3 gegen den VfL Wolfsburg bereits 14 Punkte Rückstand auf die Bayern.

Dessen 1:0-Handelfmeter-TorschützeThomas Müller (41.) meinte nach seinem neunten Saisontreffer denn auch süffisant:

"Als Dortmunder würde ich jetzt nicht mehr von Meisterschaft sprechen. Das Ergebnis macht uns nicht unbedingt unfroh."

"Leverkusen jetzt Hauptkonkurrent"

Hauptkonkurrent, so Müller, sei jetzt Leverkusen - das bei Hannover 96 aber erst mal nachlegen muss, um die aktuellen Elf-Punkte-Differenz wieder etwas zu reduzieren.

Goalgetter-Kollege Mario Gomez, der wie schon bei seinem Comeback gegen Hannover nur wenige Augenblicke nach seiner Einwechslung traf (63.), sah es bei LIGA total! genauso:

"Die Meisterschaft wird nicht zwischen Dortmund und Bayern ausgespielt."

"Nicht einlullen lassen"

"Die nächsten Wochen", meinte Müller keck, "werden langweilig werden".

Trotzdem: Nachlässigkeiten wollen sich die Bayern nicht durchgehen lassen. "Wir dürfen uns nicht einlullen lassen vom großen Vorsprung, den wir haben", so Müller.

Und Gomez erklärte mit ernstem Blick: "Wir selbst können uns jetzt nur noch stoppen, indem wir anfangen, Larifari zu machen, uns zurücklehnen."

Heynckes' Ansage wird beherzigt

Dass es so kommt, ist aber kaum zu befürchten:

Auch wenn Heynckes einräumte: "Wir hatten schon unsere Probleme im Spiel nach vorn."

Doch da vorne Müller und Gomez trafen und hinten erst sechs Gegentreffer in der Liga kassiert wurden, grüßt der FCB einsam von der Spitze.

Weinzierl vor dem Aus

22 Treffer gab es dagegen bisher für den FCA, der nach der neunten sieglosen Partie hintereinander nun ein Schicksalsspiel bei Schlusslicht Greuther Fürth bevorsteht.

"In der Tabelle helfen nur Punkte. Das Spiel in Fürth, ist ein Spiel, das wir gewinnen müssen", weiß Trainer Markus Weinzierl, dessen Zukunft entscheidend vom Ausgang der Partie abhängen könnte.

"Ein Punkt wäre da jetzt schon sehr wichtig", betont Manager Jürgen Rollmann, der verärgert auf die Frage reagierte, ob Weinzierl den Rückrundenstart noch als Trainer erleben werde:

"Was soll ich mir jetzt Gedanken über den 18. Januar machen?! Was ist, wenn ich nächste Woche gegen einen Baum fahre?!"

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