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Huub Stevens (r., mit Heldt) ist seit September 2011 Trainer bei Schalke © getty

Nach der Niederlage in Stuttgart spitzt sich die Krise bei den Knappen zu. Heldt weicht Fragen nach der Zukunft des Trainers aus.

Stuttgart - Huub Stevens war sichtlich gezeichnet.

Nach einem kleinen Eingriff war der 59 Jahre alte Trainer von Schalke 04 an der Stirn genäht worden.

Noch mehr schmerzt den Niederländer und seinen Klub derzeit aber der anhaltende Absturz in der Liga. (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle)

Trotz des Einzugs ins Achtelfinale der Champions League wird die Lage bei den Königsblauen deshalb kurz vor Weihnachten immer bedrohlicher. (648991DIASHOW: Der 16. Spieltag)

Hinzu kommen nach fünf sieglosen Spielen die anhaltenden Spekulationen um einen Abschied von Trainer Huub Stevens im Sommer.

Heldt bedient

Auch Horst Heldt war nach dem 1:3 (0:1) beim VfB Stuttgart (Bericht) durch einen Dreierpack von Vedad Ibisevic reichlich bedient.

Er habe kein Problem damit, "wenn man das als Krise bezeichnet", meinte der Schalke-Manager an alter Wirkungsstätte genervt.

Zu Fragen nach der Zukunft des in die Kritik geratenen Trainers antwortete er ausweichend.

Er habe dazu schon alles gesagt.

Raum für Spekulationen

Doch das, was Heldt dann von sich gab, ließ durchaus Raum für Spekulationen:

"Wir müssen das letzte Spiel gewinnen und im Pokal weiterkommen. Dann werden wir gucken, wo wir stehen und wie wir das zu bewerten haben."

Die aktuelle Bewertung der Lage fiel nach der vierten Auswärtsniederlage vor den anstehenden Spielen gegen Freiburg und Mainz (Pokal-Achtelfinale) schon einmal niederschmetternd aus.

Beim VfB habe "alles spritziger und leidenschaftlicher" gewirkt, betonte Heldt.

Zeitweise habe man gedacht, "wir hätten am Donnerstag gespielt", fügte er süffisant an, nachdem der VfB nur 43 Stunden nach seiner 0:1-Niederlage in der Europa League gegen Molde schon wieder hatte antreten müssen.

Stevens hadert mit den Fehlern

"Wir haben zu viele Fehler gemacht. So einfach ist das", fasste Stevens die mäßige Darbietung seines Teams kurz zusammen.

So ein bisschen haderte er aber auch mit der Leistung von Schiedsrichter Felix Zwayer, der dem VfB in der 38. Minute nach einer ungeschickten Attacke von Christian Fuchs gegen Christian Gentner einen Foulelfmeter zugesprochen hatte.

Dies sei "keine Entschuldigung für unser Spiel. Aber das beeinflusst natürlich".

Entscheidend war die Szene aber defintiv nicht. Zu schwach präsentierten sich die ambitionierten Schalker vor 55.880 Zuschauern.

Höwedes frustriert

Entsprechend bescheiden war auch die Laune bei Kapitän Benedikt Höwedes:

"Wir sind gerade dabei, dass wir uns unseren guten Start so kaputt machen. Das ist natürlich beschissen. Es läuft ein bisschen was schief."

Das ist maßlos untertrieben. Es läuft in der Bundesliga sehr viel schief bei Schalke.

"Wir waren nicht durchschlagskräftig. Sven (Ulreich, d. Red.) hat nur einen Ball halten müssen", moserte Schalke-Keeper Timo Hildebrand, 2007 mit dem VfB noch Deutscher Meister.

Schalke hat aus den letzten sieben Spielen so nur einen mageren Sieg und gerade einmal fünf Pünktchen holen können.

Dass Jermaine Jones (73.) wegen eines Frustfouls an Ibrahima Traore noch die Rote Karte sah, passte ins Bild.

Tuchel als Stevens-Nachfolger?

Ein Abschied von Stevens in Gelsenkirchen spätestens am Saisonende - da läuft sein Vertrag aus - wird nun immer wahrscheinlicher.

Der Mainzer Thomas Tuchel wird bereits als Nachfolger gehandelt.

"Huub ist ein erstklassiger Trainer. Doch das heißt nicht, dass er noch zehn Jahre hier ist. Ich weiß bislang nicht, ob er weiterarbeiten will", hatte Heldt der "Bild"-Zeitung zu den Gerüchten vor dem Spiel in Stuttgart gesagt.

Labbadia freut sich über Superpunkte

Komplett anders war erwatungsgemäß die Stimmung bei den siegreichen Gastgebern.

VfB-Coach Bruno Labbadia war vielmehr stolz und sprach von einem "großen Sieg nur 43 Stunden nach dem Molde-Spiel. Ich zähle Schalke mit weitem Abstand zu den Vereinen, die vor uns sind. Für uns sind das drei Superpunkte".

Für die Ibisevic mit einem Dreierpack (2., 38./Foulelfmeter und 61.) und seinen Saisontreffern acht bis zehn im Alleingang sorgte.

Der schwach in die Saison gestartete VfB zog damit sogar mit Schalke gleich (beide 25 Punkte).

Dass der Ex-Stuttgarter Ciprian Marica zwischenzeitlich ausglich, war allenfalls eine Randnotiz.

Sakai fliegt vom Platz

Schon eher beschäftigte den VfB, dass Gotoku Sakai wegen groben Foulspiels an Lewis Holtby (67.) des Feldes verwiesen worden war.

Dies verschärft vor dem letzten Vorrundenspiel in Mainz die ohnehin angespannte Personalsituation beim VfB.

Probleme, die Schalke gerade wohl gerne hätte.

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