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Thomas Müller traf bereits gegen Hannover und Lille per Elfmeter © imago

Im Interview schreibt Thomas Müller den BVB ab. Der FCB-Torschütze in Augsburg spricht über den Auswärtsrekord und Gomez.

Aus Augsburg berichtet Christian Paschwitz

Augsburg - Mit seinem verwandelten Strafstoß zur Führung kurz vor der Pause (41.) legte Thomas Müller den Grundstein für den 2:0 (1:0)-Erfolg des FC Bayern beim FC Augsburg. (Nachbericht)

Für den deutschen Nationalspieler war es bereits der neunte Saison-Treffer in der Liga - und der zweite erfolgreich vollstreckte Handelfmeter binnen zehn Tagen, nachdem Müller auch gegen den SC Freiburg vom Punkt eiskalt blieb (648991DIASHOW: Der 16. Spieltag).

"Die letzten Male hat es ganz gut geklappt. Ich habe ein gutes Gefühl dabei", sagte der 23-Jährige (DATENCENTER: Bundesliga).

Noch wichtiger war Müller allerdings, mit dem Rekordmeister einen neuen Auswärtsrekord aufgestellt zu haben.

Müller fühlt sich sicher beim Elfmeter.

Im Interview bekennt der Offensivakteur zudem Schadenfreude gegenüber dem jüngst gestrauchelten Erzrivalen und Meister Dortmund, sieht Bayer Leverkusen nun als ärgsten Konkurrenten um die Meisterschaft - und verrät, wie er Mario Gomez zu einem Joker-Tor angestachelt hat.

Frage: Herr Müller, Ihr Tor war die Ausbeute eines Handelfmeters, den Gibril Sankoh verschuldet hatte. War der Schiedsrichter-Pfiff berechtigt?

Thomas Müller: Im Spiel hat es ausgesehen wie ein klares Handspiel, ich glaube, da dürfen sich die Augsburger nicht drüber beschweren. Und was mein Elfmeter-Tor dann angeht: Die letzten Male hat es auch schon ganz gut geklappt, ich habe ein gutes Gefühl dabei. Ich fühle mich als Elfmeterschütze sehr sicher, die letzten habe ich auch alle verwandelt.

Frage: Sie haben jetzt bereits neun Saisontore auf dem Konto: Werden die Bayern-Stürmer ihretwegen bald bedeutungslos?

Müller: Ich versuche immer, erfolgreich zu sein. Dass ich jetzt Tore mache, die letztes Jahr gefehlt haben, ist schön für mich und auch für die Mannschaft. Es läuft gut - aber mit neun Toren ist noch niemand Torschützenkönig geworden

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Frage: Was sagen Sie denn zum Dortmunder 2:3-Patzer gegen Wolfsburg?

Müller: Das Ergebnis macht uns natürlich nicht unbedingt unfroh. Ich würde als Dortmunder Spieler mit 14 Punkten jetzt nicht mehr von der Meisterschaft sprechen. Leverkusen ist jetzt der Hauptkonkurrent, aber die haben nun auch die Chance, wieder auf acht Punkte heranzukommen (in der Partie bei Hannover 96, Anm. d.Red.). Schauen wir mal, was passiert bis zur Winterpause. Wir dürfen uns nun aber nicht einlullen lassen von dem großen Vorsprung, den wir haben. Den wollen wir nicht wegreden, wir sind auch stolz auf diese Bilanz?

Frage: ?die ja sogar historisch ist: Bayern hat mit nur einem Gegentor in der Fremde die zu diesem Saison-Zeitpunkt beste Auswärtsserie und damit einen neuen Rekord aufgestellt.

Müller: Auch sechs Tore insgesamt ist mal eine Marke nach so vielen Spielen, würde ich sagen. Deswegen ist alles gut: Wenn du am Sonntag zum Auslaufen fährst und hast so eine Tabelle vor dir, dann gibt es nichts Schöneres beim FC Bayern, und man fühlt sich gut.

Frage: Ihr Team hat bisher nur ein Auswärts-Gegentor bekommen: Spielen die Bayern derzeit in einer eigenen Liga in der Liga?

Müller: Bisher spielen wir sehr gut und sehr konstant und mit einer extremen Punktausbeute, das wollen wir uns weiter Woche für Woche erarbeiten. Ich glaube, die nächsten Wochen werden immer gleich ablaufen, wir werden immer die gleichen Fragen gestellt bekommen. Die nächsten Wochen werden also auch ein bisschen langweilig werden - aber es schadet nicht, dass beim FC Bayern auch mal ein bisschen Langeweile reinkommt.

Frage: Haben Sie noch immer im Hinterkopf, dass sich Geschichte wiederholen kann wie in der Vorsaison, als Sie am Ende noch die Meisterschaft verspielt haben?

Müller: Letztes Jahr hatten wir zu Winterpause bloß drei Punkte Vorsprung, diesmal sind es schon? mehr.

Frage: Woher nimmt Ihr Kollege Mario Gomez eigentlich die Coolness, wieder gleich nur wenige Augenblicke nach seiner Einwechslung ein Tor zu machen (wie unlängst bereits gegen Hannover, Anm. d. Red.)

Müller: Ich habe ihm vorm Spiel noch gesagt: Komm' Mario, mach' ein Tor! Da hat er mich ganz blöd angeschaut so nach dem Motto: Hä, ich spiele doch gar nicht! Aber ich habe mir schon gedacht, dass er eins macht, wenn er reinkommt. Daran habe ihn dann auch im Spiel erinnert - und dann hat er hinterher gemeint: Okay, du hast Recht gehabt. Das Tor geht also voll auf mich (lacht).

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