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Gonzalo Castro (r. mit Wollscheid) stammt aus der Jugendabteilung von Bayer Leverkusen © getty

Durch die Niederlage bei Hannover 96 kann die Werkself den Vorsprung der Münchner nicht schmälern. Perfekter Tag für Slomka.

Von Reinhard Franke und Jürgen Blöhs

München/Hannover - Die Verlierer nahmen die Niederlage hin, als hätten sie die Jagd auf Spitzenreiter Bayern München bereits aufgegeben.

"Wir haben uns nie als Bayern-Jäger gefühlt, und das wäre auch bei einem Sieg nicht anders gewesen", sagte Sportdirektor Rudi Völler vom Tabellenzweiten Bayer Leverkusen nach dem 2:3 bei Hannover 96 (Bericht).

Elf Zähler beträgt der Rückstand der Rheinländer, die dem Rekordmeister und Herbstmeister ein perfektes Wochenende bescherten und sich selbst offenbar nur auf einen Champions League konzentrieren. (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle)

Lars Bender wollte die Situation nicht überbewerten.

"Wir haben uns in einigen Situationen nicht clever genug verhalten", sagte der Nationalspieler zu SPORT1: "Das Ergebnis wird uns nicht zurückwerfen. Das hat man gesehen, wie wir nach dem 1:2 zurückgekommen sind." (648991DIASHOW: Der 16. Spieltag)

Und er fügte hinzu: "Wir waren in der einen oder anderen Situation nicht so konzentriert wie in den letzten Wochen."

Kapitulieren vor den Über-Bayern

Die mögliche Bayern-Jagd war auch für Bender anscheinend nie ein Thema. "Es war allen von uns klar, dass wir den Bayern nicht das Wasser reichen können. Sie haben einen Riesenvorsprung und werden uns nicht den Gefallen tun, vier oder fünf Spiele zu verlieren", betonte Bender.

Die Bayern hatten am Sonntag ohnehin einen entspannten Tag. Die Münchner besuchten die Fanklubs auf dem Land. Und natürlich schauten Spieler und Verantwortliche mit einem Auge nach Hannover auf den Verfolger.

Die gute Laune beim FCB dürfte nach dem Spiel der Werkself noch um einiges besser geworden sein. Schließlich ließ nach Dortmund und Schalke noch ein Verfolger Punkte, die Bayern können sich auf dem Weg zum Titel nur noch selber schlagen.

"Das ist sehr bitter für uns"

Auch wenn die Meisterschaft bei Bayer offenbar nie ein Thema war, war die Entäuschung über das Ende der Serie nach vier Siegen deutlich spürbar. Zumal für die Werkself mehr drin gewesen wäre.

"Wir haben das Spiel mannschaftlich, taktisch und spielerisch kontrolliert und durch diese Fehler aus der Hand gegeben. Das ist sehr bitter für uns", sagte Trainer Sascha Lewandowski.

Kießling mit zehntem Saisontor

Stefan Kießling, der am Sonntag sein zehntes Saisontor erzielte, meinte bei SPORT1 nur: "Wir wollten hier gewinnen. Leider haben wir uns nicht belohnt für den großen Aufwand. Trotz des schweren Bodens haben wir technisch einen guten Fußball gezeigt."

Und weiter: "Jetzt werden wir gegen den HSV gewinnen und Platz zwei für die Winterpause festigen."

Für Kießling war die Niederlage "kein Weltuntergang", wenn er auch betonte, dass "wir uns das anders vorgestellt haben."

Für seinen Kollegen Philipp Wollscheid war es "ein von Fehlern geprägtes Spiel und wir haben einen mehr gemacht." Dann fügte er hinzu: "Wir hätten das Spiel anders bestreiten und gewinnen können. Jetzt stehen wir mit leeren Händen da."

"Sehr harmonische Unterschrift"

Ganz anders die Laune beim Gegner. Trainer Mirko Slomka, der am Samstag seinen Vertrag bis 2016 verlängerte und am Sonntag sein 100. Spiel als Hannover-Coach feierte, sprach bestens gelaunt von einer "sehr harmonischen Unterschrift."

"Wenn man sich für drei Jahre entscheidet, glaube ich, dass dann alles passt", ergänzte Slomka zufrieden. Alles gepasst hatte am Sonntag auch bei seinem Team. "Der Sieg hat uns richtig gut getan" befand Slomka.

"Wir wussten, dass Leverkusen offensiv sehr stark ist. Wir wollten defensiv wenig zulassen. Am Ende muss man sagen, dass wir nicht unverdient gewonnen haben", sagte Hannovers Jan Schlaudraff.

Schlaudraff erleichtert, Huzsti der Matchwinner

"Sehr gut", fand es Schlaudraff aber auch, "dass die Personalie mit dem Trainer geklärt ist.

Matchwinner für die Niedersachsen war Szabolcs Huszti, der gleich zwei Foulelfmeter eiskalt verwandelte. "Das ist ein ganz verbissener Kämpfer, der immer spielen möchte", lobte Slomka seinen Anfgreifer.

"Heute war er ein ganz wichtiger Spieler vom Punkt. Es war heute eine kämpferische Leistung zu sehen, die wir aber auch brauchten gegen eine starke Leverkusener Mannschaft", sagte Slomka

Doch das Lob des 96-Trainers konnte die Rheinländer nicht wirklich trösten.

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