Thomas Berthold kritisiert in seiner Kolumne den Schiri und fordert den TV-Beweis. Er sorgt sich um den Negativtrend bei S04.

Hallo Fußball-Freunde,

Das vermeintliche Handspiel des Dortmunders Marcel Schmelzer und der anschließende Platzverweis sorgten am Samstag für jede Menge Diskussionen.

Ich war als TV-Experte für LIGA total! im Einsatz und man konnte auf dem Bildschirm schon sehen, dass es kein Handspiel war. Davor war es bereits Abseits, es waren also zwei große Böcke von Schiedsrichter Wolfgang Stark.

Als Resultat bekommt Dortmund relativ früh im Spiel einen Elfmeter und Platzverweis gegen sich. Schlimmer geht es nicht.

(Mehr zum Thema Schiedsrichter ab 18.30 bei Bundesliga Aktuell im TV auf SPORT1)

Ich verstehe nicht, warum die FIFA dem vierten Schiedsrichter keine höhere Wertigkeit gibt. Der Unparteiische an der Außenlinie sollte das Spiel vor dem Bildschirm verfolgen und eingreifen, wenn ein gravierender Fehler vorliegt.

Technisch wäre der TV-Beweis kein Problem. Man könnte das Spiel kurz unterbrechen und dem Haupt-Schiedsrichter Feedback geben.

Der TV-Beweis würde die Schiedsrichter unterstützen und beschützen. Es wäre auch im Sinne des Fair Play, da alle Mannschaften im Verlauf der Saison mal von Fehlentscheidungen betroffen sind.

Es geht um so viel. Man muss sich nur mal vorstellen, Dortmund würde wegen drei Punkten die Champions League verpassen. Das wäre ein riesiger finanzieller Verlust.

Durch die technischen Hilfsmittel wäre man in der Lage, viel Schärfe rauszunehmen. Ich weiß nicht, warum sich die FIFA gegen solche Dinge sperrt.

Neben Dortmund haben auch Leverkusen und Schalke verloren. Einen Verfolger der Bayern gibt es im Moment nicht.

Schalke ist nun seit fünf Spielen sieglos, der negative Trend setzt sich fort.

Die Mannschaft wirkt unkonzentriert, nicht so präsent und effektiv wie zu Beginn der Saison. Es gibt einige Baustellen. Verträge von Spielern laufen aus, dazu kommt das Trainerthema.

Ich habe auch die Gerüchte um Thomas Tuchel gehört. Es ist legitim, dass ein so interessanter Trainer irgendwann mal bei einem Verein arbeiten will, der in der Champions League spielt und andere Ambitionen hat als Mainz.

Huub Stevens sagt immer wieder, dass zu viele Fehler gemacht werden. Die Analyse ist das eine Thema, aber als Trainer muss ich auch versuchen, diese Fehler abzustellen.

Ich weiß nicht, ob Stevens noch die Motivation hat, über den Sommer hinaus die Mannschaft zu trainieren.

Und die Verantwortlichen bei Schalke müssen sich fragen, ob Stevens der Trainer ist, der die Mannschaft in den nächsten Jahren prägen kann.

Mein Gefühl sagt mir, dass für Huub Stevens im Sommer auf Schalke Schluss ist.

Bis nächste WocheEuer Thomas Berthold

Thomas Berthold nahm als Spieler an drei Weltmeisterschaften teil und krönte seine Karriere mit dem WM-Titel 1990 in Italien. In der Bundesliga war er für Eintracht Frankfurt, den FC Bayern München und den VfB Stuttgart aktiv. Zudem lief er in der Serie A für Hellas Verona und AS Rom auf. Der ehemalige Manager von Fortuna Düsseldorf ist regelmäßig als LIGA total!-Experte im Einsatz und schreibt wöchentlich die Bundesliga-Kolumne für SPORT1.

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